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Ewan McGregor, George Lucas, Liam Neeson, Natalie Portman, Star Wars: Episode 1, WSV
Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung 3D
Der Dreh von 3D-Filmen boomt ebenso wie die Wandlung von zwei- in dreidimensionale Produktionen. Nun hat sich auch George Lucas zu denjenigen gesellt, die ihre Filme nachträglich in - wie man in der Branche sagt - Stereo wandeln: Die Episode 1 seiner Star Wars-Saga macht den Anfang.
04.02.2012 00:10 Uhr - Die erste 3D-Filmwelle entstand Anfang der Fünfzigerjahre, als die Kinobetreiber versuchten, dem Fernsehen mit 3D-Filmen den Rang abzulaufen. Heute sind die Konkurrenten vornehmlich Raubkopien aus dem Internet und immer größere HD-Fernseher im Wohnzimmer. Hinzu kommen die zahlreichen Privatsender und Pay-TV-Kanäle sowie Computer- und Konsolenspiele, welche die Filmindustrie in puncto Umsatz seit ein paar Jahren sogar überflügelt haben. Da kam der neue kleine 3D-Boom, der sich vor rund drei Jahren Bahn brach, den Kinobetreibern sehr zupass: Man hoffte, den Negativ-Trend endlich umzukehren und wieder mehr Leute ins Kino zu bringen. Hollywood war anfangs vorsichtig und konzentrierte sich mit der Stereoskopie auf den Leinwänden erst einmal auf Animationsfilme. Doch dann kam Ende 2009 Avatar und mit ihm das 3D-Kino so richtig ins Rollen – nun auch in Hinblick auf Live-Action-Filme.
Natural 3D vs. Konvertierung
Doch während manche Filme wie Avatar aufwendig direkt (also "natural") in 3D gedreht werden, werden andere mit normalen 2D-Kameras gefilmt und nachträglich in 3D umgewandelt. Ersteres erfolgt üblicherweise mit zwei Kameras (oder einer mit zwei Okularen wie die Fusion-3D-Kamera von James Cameron), die etwa im Augenabstand nebeneinander angebracht sind und somit die natürliche Sichtweise imitieren. Derzeit prominentestes so gedrehtes 3D-Projekt: die beiden Teile von Der Hobbit. Bei der nachträglichen Konvertierung von 2D in 3D hingegen wird Einzelbild für Einzelbild am Computer nachbearbeitet und dem Ganzen dabei eine neue künstliche Tiefe verliehen. So 2011 prominent geschehen beim Finale von Harry Potter. Und seit 2010 bastelt auch George Lucas an einer Dreidimensionalisierung seiner Episode 1 der Star Wars-Saga.
Alte Filmrollen hervorgekramt
Das Wandeln von 2D- zu 3D-Filmen ist eine Frage der Zeit – und damit des Geldes, welches nicht jeder hat. Darunter leidet die Qualität so mancher Produktion – und der Zuschauer am Ende auch. George Lucas und seinem Film-Imperium ist es hingegen zuzutrauen, dass sie diese Kosten stemmen können. Die Idee, Star Wars noch einmal in 3D in die Kinos zu bringen, kam dem Filmemacher bereits vor Jahren, zwischen den Produktionen von Episode 2 (2002) und Episode 3 (2005). Mit dem in den letzten Jahren neu entwickelten Know-how nahmen sich 2010 dann die Firmen Industrial Light and Magic (ILM) und Prime Focus der Episode 1 an und begannen, diese Frame für Frame zu bearbeiten. Die dunkle Bedrohung (1999) war noch auf Film gedreht worden; für die Kinoveröffentlichung hatte man den gesamten Streifen via elektronischen Scanner in höchster Auflösung digitalisiert, um über 2000 visuelle Effekte einfügen zu können. Anschließend wurde Bildpunkt für Bildpunkt alles wieder auf Celluloid belichtet. Zur Dreidimensionalisierung wurden nun erneut die alten Filmrollen hervorgekramt, an Hochleistungsrechnern stereoskopisch bearbeitet und digital synchronisiert.
Besondere Sorgfalt
Bei der Wandlung war es George Lucas, der die Arbeiten von Anfang an mitbetreute, vor allem wichtig, einen natürlichen Look zu erzeugen – ganz so, als wäre der Film tatsächlich in 3D gedreht worden. Es sollte einerseits ein Gefühl der Tiefe beim Betrachter entstehen und andererseits auf besonders effektvolle Gimmicks wie aus der Leinwand auf den Zuschauer "schießende" Gegenstände verzichtet werden. Man achtete zudem darauf, dass vor allem die Nahaufnahmen besonders plastisch erscheinen, da diese natürlicherweise ein stärkeres Gefühl von Dreidimensionalität erzeugen als beispielsweise Panorama-Szenen. Die größte Herausforderung aber waren die transparenten Elemente im Film: Hologramme, Lichtschwerter und Laser, die Windschutzscheibe von Anakins Podracer und vor allem Watto (der Schrotthändler auf Tatooine und Besitzer von Anakin). Dessen Flügel erzeugen eine große Unschärfe und mussten dennoch so wirken, als seien sie im Vergleich zum verwischenden Hintergrund auf einer anderen Tiefenebene. Daneben sorgten die schnellen Laserschüsse sowie das fliegende Haar der Figuren für so manchen Schweißtropfen auf der Stirn der Fachleute, die die Szenen bearbeiteten. Übrigens: Anders als bei seinen bisherigen Neu-Auswertungen veränderte Lucas Epsiode 1 diesmal über die 3D-Konvertierung hinaus nicht. Fans können sich zudem freuen: Durch einen zusätzlichen Blow-up des Films wird erstmals eine um acht Prozent vergrößerte Bildfläche auf den Leinwänden zu sehen sein.
Zukunftspläne
Derzeit sind die Arbeiten an Episode 2 voll im Gange – am Ende sollen Jahr für Jahr alle sechs Teile der Saga nacheinander in 3D in die Kinos kommen, auch wenn die genauen Starttermine noch nicht feststehen. Keine derartigen Pläne gibt es hingegen für ein anderes Baby von George Lucas: Die Indiana Jones-Reihe soll nach derzeitigem Stand nicht in 3D umgewandelt werden.
Tim Sünderhauf
In der neuen Widescreen gibt es außerdem noch ein großes Special zu George Lucas, in dem Sie mehr über das Leben und Schaffen des Ausnahmeregisseurs erfahren.
Der Film läuft ab dem 09. Februar in den Kinos. Was wir von der 3D-Fassung halten, können Sie hier nachlesen.
(Christina Spring)
Natural 3D vs. Konvertierung
Doch während manche Filme wie Avatar aufwendig direkt (also "natural") in 3D gedreht werden, werden andere mit normalen 2D-Kameras gefilmt und nachträglich in 3D umgewandelt. Ersteres erfolgt üblicherweise mit zwei Kameras (oder einer mit zwei Okularen wie die Fusion-3D-Kamera von James Cameron), die etwa im Augenabstand nebeneinander angebracht sind und somit die natürliche Sichtweise imitieren. Derzeit prominentestes so gedrehtes 3D-Projekt: die beiden Teile von Der Hobbit. Bei der nachträglichen Konvertierung von 2D in 3D hingegen wird Einzelbild für Einzelbild am Computer nachbearbeitet und dem Ganzen dabei eine neue künstliche Tiefe verliehen. So 2011 prominent geschehen beim Finale von Harry Potter. Und seit 2010 bastelt auch George Lucas an einer Dreidimensionalisierung seiner Episode 1 der Star Wars-Saga.
Alte Filmrollen hervorgekramt
Das Wandeln von 2D- zu 3D-Filmen ist eine Frage der Zeit – und damit des Geldes, welches nicht jeder hat. Darunter leidet die Qualität so mancher Produktion – und der Zuschauer am Ende auch. George Lucas und seinem Film-Imperium ist es hingegen zuzutrauen, dass sie diese Kosten stemmen können. Die Idee, Star Wars noch einmal in 3D in die Kinos zu bringen, kam dem Filmemacher bereits vor Jahren, zwischen den Produktionen von Episode 2 (2002) und Episode 3 (2005). Mit dem in den letzten Jahren neu entwickelten Know-how nahmen sich 2010 dann die Firmen Industrial Light and Magic (ILM) und Prime Focus der Episode 1 an und begannen, diese Frame für Frame zu bearbeiten. Die dunkle Bedrohung (1999) war noch auf Film gedreht worden; für die Kinoveröffentlichung hatte man den gesamten Streifen via elektronischen Scanner in höchster Auflösung digitalisiert, um über 2000 visuelle Effekte einfügen zu können. Anschließend wurde Bildpunkt für Bildpunkt alles wieder auf Celluloid belichtet. Zur Dreidimensionalisierung wurden nun erneut die alten Filmrollen hervorgekramt, an Hochleistungsrechnern stereoskopisch bearbeitet und digital synchronisiert.
Besondere Sorgfalt
Bei der Wandlung war es George Lucas, der die Arbeiten von Anfang an mitbetreute, vor allem wichtig, einen natürlichen Look zu erzeugen – ganz so, als wäre der Film tatsächlich in 3D gedreht worden. Es sollte einerseits ein Gefühl der Tiefe beim Betrachter entstehen und andererseits auf besonders effektvolle Gimmicks wie aus der Leinwand auf den Zuschauer "schießende" Gegenstände verzichtet werden. Man achtete zudem darauf, dass vor allem die Nahaufnahmen besonders plastisch erscheinen, da diese natürlicherweise ein stärkeres Gefühl von Dreidimensionalität erzeugen als beispielsweise Panorama-Szenen. Die größte Herausforderung aber waren die transparenten Elemente im Film: Hologramme, Lichtschwerter und Laser, die Windschutzscheibe von Anakins Podracer und vor allem Watto (der Schrotthändler auf Tatooine und Besitzer von Anakin). Dessen Flügel erzeugen eine große Unschärfe und mussten dennoch so wirken, als seien sie im Vergleich zum verwischenden Hintergrund auf einer anderen Tiefenebene. Daneben sorgten die schnellen Laserschüsse sowie das fliegende Haar der Figuren für so manchen Schweißtropfen auf der Stirn der Fachleute, die die Szenen bearbeiteten. Übrigens: Anders als bei seinen bisherigen Neu-Auswertungen veränderte Lucas Epsiode 1 diesmal über die 3D-Konvertierung hinaus nicht. Fans können sich zudem freuen: Durch einen zusätzlichen Blow-up des Films wird erstmals eine um acht Prozent vergrößerte Bildfläche auf den Leinwänden zu sehen sein.
Zukunftspläne
Derzeit sind die Arbeiten an Episode 2 voll im Gange – am Ende sollen Jahr für Jahr alle sechs Teile der Saga nacheinander in 3D in die Kinos kommen, auch wenn die genauen Starttermine noch nicht feststehen. Keine derartigen Pläne gibt es hingegen für ein anderes Baby von George Lucas: Die Indiana Jones-Reihe soll nach derzeitigem Stand nicht in 3D umgewandelt werden.
Tim Sünderhauf
In der neuen Widescreen gibt es außerdem noch ein großes Special zu George Lucas, in dem Sie mehr über das Leben und Schaffen des Ausnahmeregisseurs erfahren.
Der Film läuft ab dem 09. Februar in den Kinos. Was wir von der 3D-Fassung halten, können Sie hier nachlesen.
(Christina Spring)
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