Im Herbst 1964 stellte Kodak erstmals die Weiterentwicklung des damals für den privaten Bereich verfügbaren 8-mm-Films vor: Super 8. Familienfeste und Urlaube wurden schon in den Sechzigern gerne in bewegten Bildern festgehalten. Größter Vorteil des neuen Formats war, dass der eigentliche Film nicht mehr umständlich in die Kamera eingefädelt werden musste, sondern in einer Kassette verstaut war, die man nur noch einlegen musste. Die Handhabung erinnerte im Grunde also schon an Videokassetten, die in den Achtzigerjahren Super 8 fast vollständig ablöste. Eine Kassette enthielt dabei ungefähr 16 Meter Film, was bei 18 Bilder pro Sekunde, mit denen die Kameras aufnahmen, etwa 3 Min 20 entspricht. Entwickelt erhielt man seine Filme dann auf den typischen Filmrollen.
Vor allem Hobby-Filmemacher stürzten sich voller Enthusiasmus auf Super 8. Unzählige Regisseure, die heute Erfolge in Hollywood feiern, machten ihre ersten Erfahrungen im "Filmgeschäft" mit Super 8. Von Kunst- und Experimentalfilmern wird Super 8 teilweise heute noch verwendet. Selbst in Hollywood-Produktionen finden sich vereinzelt noch Super-8-Sequenzen, z. B. in 28 Days Later. Die Glanzzeit von Super 8 wurde Ende der Siebzigerjahre erreicht. Allein in Deutschland wurden zu diesem Zeitpunkt jährlich 19 Millionen Kassetten verkauft.
Eine aus heutiger Sicht kuriose Super-8-Blüte war jedoch, dass es – ähnlich wie heute DVDs oder Blu-rays – auch Kauffilme gab. Insbesondere für die Porno-Industrie spielte diese Vermarktungsmöglichkeit natürlich eine große Bedeutung. Es gab auch kurze Lehr- und Dokumentarfilme, beispielsweise Zusammenfassungen von großen Sportereignissen. Allerdings wurde auch vor Spielfilmen nicht halt gemacht. Häufig auf 120 Meter, sprich knapp 25 Minuten heruntergekürzt, waren auch große Produktionen auf Super 8 erhältlich.
AlienEine Sensation auf Super 8 im Jahr 1980: Konzentriertes Grauen in knapp 17 Minuten.