Alles begann mit einem Western: Als der damals siebenjährige David Fincher im Jahr 1969 zum ersten Mal den Kultfilm
Butch Cassidy und Sundance Kid sah, griff er anschließend begeistert zur Super-8-Kamera und fing bereits im zarten Kindesalter an, seine eigenen Filmchen im Garten zu drehen. Das Licht der Welt erblickte Fincher am 28. August 1962 in Denver im US-Bundesstaat Colorado als Sohn einer Krankenschwester und eines Journalisten. Doch den größten Teil seiner Jugend verbrachte er in Marin County in Nordkalifornien, ganz in der Nähe von George Lucas, bei dessen Film
Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) er einen seiner ersten Jobs bekam. So lernte Fincher von Anfang an von den ganz Großen. Zur Filmschule zog es ihn nicht, er war stets der Meinung, dass man die Regie am besten selbst erlernt, am Set. Einige Jahre lang arbeitete er für das Effekte-Team in George Lucas' legendärer Firma Industrial Light & Magic (ILM), doch 1984 zog er los, um eigene Erfahrungen hinter der Kamera zu sammeln.
Im Alter von 22 drehte er seine ersten Werbespots und schon bald folgten richtig dicke Aufträge: Er drehte Spots für Nike, Coca-Cola und Levi's Jeans sowie Musikvideos für Weltstars wie Billy Idol, Michael Jackson und Madonna, mit der ihn bis heute eine enge Freundschaft verbindet. 1983 gründete er zusammen mit den Produzenten Steve Golin (
Being John Malkovich) und dem aus Island stammenden Sigurjón Sighvatsson (
Wild at Heart) die Firma Propaganda Films, die bald zu einer der wichtigsten Talentschmieden der Filmindustrie wurde. Denn die Achtziger und frühen Neunziger brachten einen gewaltigen Umbruch mit sich: Im August 1981 ging der Sender MTV zum ersten Mal auf Sendung und die Ära der Musikvideos brach an. Fincher und die jungen Wilden von Propaganda Films gehörten zu den Regisseuren der allerersten Stunde, sie prägten das noch neuartige Medium entscheidend. Der Einfluss Finchers auf die heutige TV- und Kinoästhetik ist nicht zu unterschätzen, immerhin produzierte Propaganda Films in den Neunzigern nahezu ein Drittel aller Musikvideos und Werbespots, die im amerikanischen Fernsehen gezeigt wurden. Dabei ist Finchers Verhältnis zur Werbung gespalten. Nach eigener Aussage lehnt er krassen "Kommerz" ab.