31.05.2011 12:03 Uhr -
Thomas Jane [Quelle: siehe Bildergalerie]
Darum geht's: Diversität in Filmen ist ja an sich eine feine Sache. Zumindest solange die politisch korrekte Rollenbesetzung der kreativen Freiheit und der Handlung eines Films untergeordnet wird. Beim Buddy-Action-Thrillers Headshot scheint der Hase aber anders zu laufen. Seit nämlich Warner Brothers das hauseigene Dark Castle-Studio (unter der Leitung von Joel Silver) mit der Produktion des Streifens betraute, stehen die Weichen auf "ethnische Diversität". Und das heißt dass der
Punisher-Darsteller Thomas Jane, für die Rolle des Workaholic-Cops Eric Carlisle zugunsten eines (noch nicht genannten) Afroamerikaners ausgebootet wurde - und das gegen den Willen von Co-Star Sylvester Stallone und Regisseur Walter Hill.
Also wie gesagt, "ethnische Diversität" ist an sich ja 'ne super Sache - das hat schon die alte
Raumschiff Enterprise-Serie erkannt. Hier liegt das Problem woanders - nämlich in dem Wunsch die Erfolgsformel des "schwarz-weißen Buddy-Duos" auf Biegen und Brechen in den Film reinzuhämmern, egal was die Crew oder der Regisseur darüber denkt.
Wer steckt dahinter: Da Joel Silver seit den 80ern mit dieser Formel recht erfolgreich fährt
(Nur 48 Stunden, die
Lethal Weapon-Reihe,
Romeo Must Die, Born 2 Die etc.), kann man ihm seinen Hang zu Bewährtem fast nicht verübeln. Fast. Aber Sly und Jane hätten durchaus ein prima Leinwand-Paar abgeben können und seien wir mal ganz ehrlich - die Brisanz und Aktualität von schwarz-weißen Freundschaften war in den USA der 80er und 90er Jahre, inmitten von Rassenunruhen, des Rodney-King-Skandals und der Straßenschlachten von L.A., eine etwas andere als heute. Und auch wenn der Kern des Films sich wie eine "klassische" 80er-Buddy-Story anhört (nachzulesen
HIER), ist die Gefahr groß, dass hier Marktprofit vor
Noch ein ein tolles Beispiel dafür, wie super 80er-Jahre-Konzepte heute funktionieren. [Quelle: siehe Bildergalerie]
sinnvolle Kreativität gerückt wird. Und dann kriegt man ganz schnell ein Abziehbild eines Afroamerikaners serviert, von denen es genau drei gibt. Der große, böse "Bad Ass Motherfucker"-Typ à la Sam Jackson, der "weise, leicht magische, alter Mann"-Typ à la Morgan Freeman, oder - am häufigsten - der "lässige, chillende, oftmals rappende, aussließlich im Straßenslang sprechende Ghetto-Komiker" Will Smith/Chris Rock/Martin Lawrence. Oder Cuba Gooding Jr. (der ein tolller Schauspieler ist, der jedoch oftmals als der klassische "Quotenschwarze" eingesetzt wird - Ja
Pearl Harbor, du bist gemeint)
Und wenn wir gerade von Quoten-Fehlbesetzungen sprechen - da war doch noch so ein Kandidat, bei dem man sich immer gedacht hat
"Wieso zur Hölle spielt dieser Typ da mit?"
Und die Antwort lautet: CA-T$CHING! [Quelle: siehe Bildergalerie]
"
Wieso musste ich auch als Weißer geboren werden." jammerte Jane über Twitter, zusammen mit noch ein paar Seitenhieben auf die Studios. Tja Tommy-boy, solange die Studio-Chefs der Meinung sind dass solche Filme am besten mit einem schwarz-weiß Duo funktionieren, wie in den "guten alten Zeiten", kann es nur einen Haupt-Weißbrot gebe. Und umgekehrter Rassismus bleibt leider immernoch Rassismus.
(Andrej Schenk)
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