10.03.2011 15:08 Uhr -
Coverart von "At The Mountain of Madness" in der australischen Ausgabe. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Gute Miene zum bösen Spiel: Guillermo del Toro [Quelle: siehe Bildergalerie]
Nicht nur die Fans von gepflegten Horrorfilmen (also Streifen, die nicht unbedingt das übliche "
Vollbusige Blondine rennt vorm Axtmörder weg"-Klischee bedienen), sondern auch die von Horror-Großmeister H.P. Lovecraft und die des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro haben nun definitiv kein Grund zum Feiern - die Universal Studios drehten der geplanten Umsetzung von Lovecrafts Roman "
At The Mountains Of Madness" nach langem Hin und Her die Luft ab. In einem Interview mit
Deadline beklagte sich del Toro darüber, wie viel Zeit und Liebe er in die Prä-Produktionsphase des Films investiert hat, der so nun nicht mehr zustande kommen wird. "
This was for me a do or die movie", sagte der Regisseur. Weder del Toros Regietalent, noch die finanzielle Unterstützung James Camerons, der als Produzent fungieren sollte, konnten die Studiobosse dazu bewegen das ambitionierte Horrorfilmprojekt des Mexikaners in die Startlöcher zu schicken. Auch die Star-Zugkraft von Tom Cruise, der für die Hauptrolle vorgesehen war und sich begeistert zeigte, oder die (fast schon selbstverständliche) 3D-Umsetzung des Streifens konnten den Film nicht retten, der schon vor dem Produktionsbeginn ein R-Wertung der MPAA (Motion Pictures Association of America) erhielt. Diese Wertung bedeutet dass Jugendliche unter 17 nur in Begleitung eines Erwachsenen den Film besuchen dürfen - für Filmstudios, deren Hau
In der Vorlage erweckt eine Antarktis-Expedition unabsichtlich alte Gottheiten im ewigen Eis, die nicht gut auf die Menschen zu sprechen sind [Quelle: siehe Bildergalerie]
pteinnahmen aus den Geldbeuteln von unter 25-Jährigen stammen, ein unnötiges Risiko, da es eine möglichst breite Vermarktung an alle denkbar möglichen Zielgruppen einschränkt. Der vom
Hellboy-Regisseur geforderte Budget von ca. 150 Mio.Dollar spielte derweil wohlmöglich auch eine Rolle in der Entscheidungsfindung.
Während die Verantwortlichen sich, laut del Toro, begeistert von der visuellen Präsentation und dem Drehbuch des Projektes zeigten, setzten sie ihn unter Druck an dem R-Rating noch etwas zu ändern. Dennoch wurde ein Budget festgelegt und Guillermo del Toro stand mit seiner Crew bereits in den Startlöchern zum Drehbeginn als der Projektstopp durchgegeben wurde. Nun bemüht sich der enttäuschte Regisseur den Film von einem anderen Studio (u.a. Fox zeigte Interesse) produzieren zu lassen - dies wird jedoch nicht passieren, bevor Universal sich bereit erklärt die Rechte an dem Stoff abzugeben.
Die Kluft zwischen dem dem Menschen del Toro und der Institution "Filmstudio" offenbart sich in einem einzigen Satz des Regiemeisters, der anstelle von
At The Mountains Of Madness nun ein (mit PG-13 gewertetes) Monstermovie namens
Pacific Rim für die Studios abfilmen wird:
"As disappointed and heartbroken as I am, for the studio, this is a business decision"PS. Aber mit dem Doom-Reboot hat Universal anscheinend kein Problem. Is ja auch ein toller Film für die ganze Familie, gell?
(Andrej Schenk)
Für weitere aktuelle News, Reviews und Specials folgen Sie uns auf
Twitter.