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22 Bullets (Kinokritik / Review)

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:
Der Profi kehrt zurück: In 22 Bullets spielt Jean Reno einen Mafioso auf Rachefeldzug. Der blutige Actionthriller ist zwar keine Revolution, aber sehr solide und nie langweilig.

Filmkritik
01.12.2010 12:33 Uhr -
22 Bullets (4) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Der Profi ist gealtert – doch keineswegs zu alt für das, was er am besten kann. In 22 Bullets schlüpft Jean Reno in die Art Rolle, die ihn populär machte: Die der knallharten Killermaschine. Sein Charly Matteï steht weit höher in der Hierarchie, als es Léon, der Profi, einst tat. Matteï ist der Pate von Marseille, der eiskalte, unberechenbare Kopf der Mafia der südfranzösischen Hafenstadt. Doch vor drei Jahren hat sich Matteï zur Ruhe gesetzt und lebt ein bürgerlich-beschauliches Leben mit Gattin Nummer 2 sowie den beiden Kindern. Bis zu dem Tag, an dem ihm ein vermummtes Mordkommando auflauert und mit 22 Kugeln niederstreckt.

Rachefeldzug
Doch Matteï überlebt wie durch ein Wunder. Und erfährt von seinen Handlangern schon bald, wer hinter dem Anschlag steckt: Sein einstiger Jugendfreund und ehemaliger Partner Tony Zacchia scheint die Finger im Spiel zu haben. Anfangs ist Matteï noch versucht, mit Rücksicht auf seine Familie nicht Blut mit Blut zu vergelten, wie er es einst getan hätte. Doch die Stimmung des Paten kippt, als auch seine letzten Getreuen Opfer des mörderischen Wahnsinns werden und seine Frau und Kinder in Gefahr geraten. Jetzt dreht Matteï den Spieß um. Fortan sind Zacchias Schergen diejenigen, die einer nach dem anderen ins Gras beißen. Und während Matteï seinen Rachefeldzug weiterführt, wird das Tun der Unterwelt-Klans von einer taffen Kommissarin genau verfolgt, die selbst ein Hühnchen mit der Mafia zu rupfen hat.

Blei und Blut
L'Immortel ("Der Unsterbliche"), so der Originaltitel des Films, ist die Adaption eins Romans, der lose auf der wahren Geschichte des als "der letzte Pate" bezeichneten Mobsters Jacky Imbert aus Marseille basiert. Imbert überlebte 1977 ein blutiges Attentat mit lediglich einem gelähmten rechten Arm. Die Zeitschrift Le Monde schrieb damals lapidar: "Daraufhin lernte er eben, mit der Linken zu schießen." Regisseur Richard Berry schuf daraus einen Gangsterthriller, der im Stil ähnlicher französischer Filme wie Transporter und Hitman auf den Pfaden des US-Action-Kinos wandelt. Im Mittelpunkt von viel Blei und Blut steht natürlich Jean Reno, der seine oben erwähnte Killer-Kultrolle über die rund 15 Jahre hinübergerettet hat. Anfangs dem höheren Alter seiner Figur Tribut zollend, agiert sein Matteï mit der Zeit fast genauso agil wie einst sein Lèon, der Profi, was stellenweise ein wenig unrealistisch wirkt. Zudem bleibt die Story trotz kleiner Seitenstränge, etwa der Kommissarin, die ihre Probleme mit dem Chauvi-Vorgesetzten hat, weitestgehend geradlinig und hält keinerlei Überraschungen bereit. Doch im Rahmen dessen, was man sich von einem Jean-Reno-Actioner erwartet, ist 22 Bullets mit seinem Milieu und seiner Härte sehr unterhaltsam.



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(Tim Sünderhauf)

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