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District 9 (Blu-ray- / DVD-Kritik)
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Der Science-Fiction-Film als Spiegelbild der Gesellschaft: eine brutal-realistische und dennoch fantastische soziopolitische Satire mit Thrill und Action.
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| Blue-ray-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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Nicht einmal mehr 100 Tage sind es bis zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, einem Land, das mit immensen gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen hat. Aus Südafrika stammt aber auch ein neuer Stern am Regie-Himmel, der mit seinem Langfilm-Debüt nicht nur mit den üblichen Konventionen einer Hollywood-Produktion brach, sondern auch inhaltlich einen gewagten Spagat vollzog, der sich auszahlen sollte.
Neill Blomkamp, der von Peter Jackson für Halo, eine groß angekündigte Computerspiel-Adaption, als Regisseur vorgesehen war, wurde von seinem neuseeländischen Förderer nicht fallen gelassen, als das Halo-Projekt wie eine Seifenblase zerplatzte. Ganz im Gegenteil: Jackson bot Blomkamp die Chance, einen eigenen Film auf die Beine zu stellen. Und dieser ließ sich nicht lange bitten. Basierend auf seinem Kurzfilm Alive in Joburg aus dem Jahr 2005, erarbeitete der knapp 30-jährige Blomkamp das Drehbuch zu District 9 und machte sich gleichzeitig an die filmische Umsetzung. Das Resultat ist ein außergewöhnlicher Science-Fiction-Film, der sowohl als menschliches Drama als auch als gesellschaftskritische Satire zu verstehen ist und bei den diesjährigen Oscars sogar als „Bester Film“ nominiert war. Aliens unerwünscht Blomkamp siedelte seinen Film in seiner südafrikanischen Heimat an. Vor 20 Jahren herrschte dort noch eine institutionalisierte Rassentrennung vor, die sich als Apartheid in das Gedächtnis der Bevölkerung gebrannt hat und deren Auswirkungen noch heute zu spüren sind. Blomkamp kam als Kind mit den Rassenkonflikten seines Landes in Berührung und verarbeitete die Angst und den Hass gegenüber anderen jetzt in seinem spektakulären Science-Fiction-Drama. In einem gelungenen Mix aus gestellter Dokumentation – ähnlich wie in Cloverfield – und Drama befasst sich District 9 mit einer auf der Erde gestrandeten Alien-Rasse. Vor fast dreißig Jahren blieb am Himmel über Johannesburg ein riesiges Raumschiff einfach stehen. Unter größten Sicherheitsvorkehrungen nahmen sich Militär und Politik der hilflosen Fremden an und brachte sie in einem eigens am Rande von Johannesburg eingerichteten Auffanglager unter. Drei Jahrzehnte später leben in dem als District 9 bezeichneten Township Hunderttausende der Wesen in erbärmlichen Verhältnissen, ohne jegliche soziale Strukturen. Der gegenseitige Hass, die Abneigung und die Übergriffe zwischen Menschen und unerwünschten Aliens nehmen mehr und mehr zu. Deportation Um das gesellschaftliche Konfliktpotenzial zu entschärfen, wird beschlossen, die Alien-Population 100 Kilometer außerhalb von Johannesburg neu anzusiedeln. Mit der Durchführung der Räumung von District 9 wird der rückgratlose Bürokrat Wikus van der Merwe beauftragt, der seinen Auftrag nicht weiter hinterfragt. Er soll zusammen mit Militärs in District 9 eindringen und von jedem einzelnen Bewohner – zur Not mit Gewalt – die schriftliche Einwilligung zur Räumung des Alien-Slums einholen. Neben jeder Menge Feindseligkeit stoßen Wikus und seine Begleiter bei der Aktion auch auf unzählige Waffen und illegale Alien-Technologie, die konfisziert wird. Dabei kommt Wikus mit einer seltsamen Flüssigkeit in Berührung, die einen unaufhaltsamen Mutationsprozess in seinem Körper auslöst. Nach und nach verändert sich die DNA von Wikus und aus dem unscheinbaren Regierungsagenten wird nach und nach ein Prawn, wie die Aliens abfällig genannt werden. Plötzlich gerät Wikus selbst ins Visier der Regierung. Denn seine veränderten Zellen eröffnen den Militärs plötzlich die Gelegenheit, sich die Waffentechnik der Aliens zunutze zu machen. Wikus wird zum rechtlosen Gejagten und Aussätzigen und findet ausgerechnet in District 9 bei einem der Aliens Unterschlupf. Übertragene Realität Neill Blomkamp schuf mit District 9 eine grandiose Metapher auf die unzähligen Flüchtlingslager dieser Welt. Sein inhaltlich hintergründiges Hauptaugenmerk lag zwar spürbar auf der Apartheid-Problematik seines eigenen Landes, aber die Thematik von District 9 ist problemlos auf die vielen soziopolitischen und gesellschaftlichen Brennpunkte unseres Heimatplaneten übertragbar. Unzählige Menschen sind dort - wie die Aliens in District 9 - der kaltblütigen Willkür einiger weniger Entscheidungsträger ausgeliefert. |
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