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Auftrag Rache, Interview, Mel Gibson
"Es gibt keine stärkere Antriebskraft als diesen Schmerz": Mel Gibson im Interview
Mit Auftrag Rache kehrt Mel Gibson nach rund sieben Jahren wieder auf die Leinwand zurück. WIDESCREEN traf ihn in Paris zu einer Plauderstunde über Routine, Süchte und den Albtraum jeden Elternteils.
09.04.2010 08:14 Uhr -
Mr. Gibson, erstmals seit Signs sind Sie in Auftrag Rache wieder in einer Hauptrolle zu sehen. Warum die lange Pause?
Während der Dreharbeiten zu Signs wurde mir schlagartig klar, wie entsetzlich öde ich mich fühlte. Wer sich selbst langweilt, langweilt auch andere. Also sagte ich mir: „Ich gönne der Welt jetzt mal eine Auszeit von Mel Gibson.” Sie wissen schon: Das ist wie bei einer Party – die Gäste mit dem dicksten Sitzfleisch sind die unerwünschtesten. Man sollte immer wissen, wann man gehen muss.
Sie haben sich ganz still und leise zurückgezogen.
Richtig. Wäre ja albern gewesen, wenn ich eine Pressekonferenz dazu einberufen hätte (lacht). Ich bin nicht Barbra Streisand, die hundertmal ihr letztes Abschiedskonzert gibt. Was mir allerdings schmeichelte: Die Leute haben ziemlich schnell gemerkt, dass ich nicht mehr vor der Kamera mitmische.
Kam je der Gedanke, gar nicht mehr auf die Leinwand zurückzukehren?
Klar. Aber das Leben verläuft eben immer anders, als man es plant.
Sie sagten mal in einem Interview, dass Sie selbst erstaunt sind, dass Sie noch leben. Was für wilde Sachen haben Sie denn in Ihrer Vergangenheit getrieben?
Auto fahren (lacht schallend). Hey, jeder macht mal Fehler (Anmerkung der Redaktion: Gibson bezieht sich hier auf einen Vorfall im Jahre 2006: Der Star wurde betrunken am Steuer erwischt und beschimpfte die Polizisten mit antisemitischen Äußerungen. Er erhielt daraufhin eine Haftstrafe von drei Jahren und musste sich einer Entziehungskur unterziehen).
Sind Sie ein exzessiver Mensch?
Exzessiv? Das Wort kenne ich nicht (schaut gespielt unschuldig). Sie meinen Zigaretten und das ganze andere Teufelszeug? Tja, Sie werden staunen, aber ich habe vor vier Wochen mit dem Rauchen aufgehört. Ich bin richtig stolz auf mich.
Keine Süchte mehr?
Nur noch Kaffee. Oh, und ich singe Werbe-Jingles im Fernsehen mit, wenn ich alleine bin. Am liebsten mag ich Putzmittel-Werbung (lacht).
Sind Sie heute glücklicher?
Im Gegensatz zu gestern schon. Ich kann Ihnen sagen: Gestern war ich echt mies gelaunt (lacht).
Scherz beiseite: Haben Sie sich während Ihrer Auszeit verändert?
Ich fühlte mich damals ausgebrannt. Es tat gut, das Business eine Zeit lang hinter sich zu lassen. Natürlich verändert man sich im Laufe der Jahre. Das Leben zieht ja nicht spurlos an einem vorbei. Ich habe heute mehr Falten und acht Jahre mehr Erfahrung auf dem Buckel (grinst). Aber ansonsten bin ich ganz der Alte.
Warum haben Sie ausgerechnet Auftrag Rache für Ihr Comeback ausgewählt?
Weil mich das Drehbuch einfach gepackt hat. Es kam zum richtigen Zeitpunkt. Ich wollte wieder vor die Kamera, es juckte mich förmlich. Nach acht Jahren Pause war ich am ersten Drehtag richtig aufgeregt. Am Anfang fühlte ich mich etwas eingerostet, aber nach ein paar Stunden war es, als hätte ich nie aufgehört.
Was hat Sie an Auftrag Rache besonders fasziniert?
Die psychologische Entwicklung der Hauptfigur hat mich gereizt: Thomas Craven erleidet nach dem Mord an seiner Tochter einen Nervenzusammenbruch. Er zieht daraufhin aus, um ihren Tod zu rächen. Sein einziger Halt ist seine Routine. Er funktioniert wie ein Roboter.
Sind Sie ein Routinemensch?
Sind wir nicht alle Routinemenschen? Jeder hat doch irgendwelche merkwürdigen Gewohnheiten, die nach außen bizarr wirken mögen, aber die einem das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Mahatma Ghandi trank zum Beispiel jeden Morgen nach dem Aufwachen seinen eigenen Urin. Klingt seltsam, aber wenn es ihm geholfen hat – warum nicht?
Auftrag Rache ist ein Film über Wut. Wie viel Wut steckt in Ihnen selbst?
Eine ganze Menge (lacht). Jeder Mensch hat Wut in sich. Außer Mutter Theresa.
Sie haben zwei Töchter und sechs Söhne. Konnten Sie sich dadurch besonders gut in die Rolle des verzweifelten Vaters hineinversetzen?
Ja. Ich habe mir permanent vorgestellt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich ein Kind verlieren würde. Das ist der größte Albtraum eines jeden Elternteils. Den Mord an seinem Kind zu rächen ist die ultimative Rache. Es gibt wohl keine stärkere Antriebskraft als diesen unendlichen Schmerz.
Was für ein Vater sind Sie?
Der strenge Typ (schaut gespielt böse). Im Laufe der Jahre wird man natürlich nachgiebiger. Meine jüngeren Kinder profitieren davon. Je erfahrener man als Vater wird, desto entspannter ist man mit den Kindern. Bis man sie irgendwann nur noch verwöhnt (lacht).
Mr. Gibson, erstmals seit Signs sind Sie in Auftrag Rache wieder in einer Hauptrolle zu sehen. Warum die lange Pause?
Während der Dreharbeiten zu Signs wurde mir schlagartig klar, wie entsetzlich öde ich mich fühlte. Wer sich selbst langweilt, langweilt auch andere. Also sagte ich mir: „Ich gönne der Welt jetzt mal eine Auszeit von Mel Gibson.” Sie wissen schon: Das ist wie bei einer Party – die Gäste mit dem dicksten Sitzfleisch sind die unerwünschtesten. Man sollte immer wissen, wann man gehen muss.
Sie haben sich ganz still und leise zurückgezogen.
Richtig. Wäre ja albern gewesen, wenn ich eine Pressekonferenz dazu einberufen hätte (lacht). Ich bin nicht Barbra Streisand, die hundertmal ihr letztes Abschiedskonzert gibt. Was mir allerdings schmeichelte: Die Leute haben ziemlich schnell gemerkt, dass ich nicht mehr vor der Kamera mitmische.
Kam je der Gedanke, gar nicht mehr auf die Leinwand zurückzukehren?
Klar. Aber das Leben verläuft eben immer anders, als man es plant.
Sie sagten mal in einem Interview, dass Sie selbst erstaunt sind, dass Sie noch leben. Was für wilde Sachen haben Sie denn in Ihrer Vergangenheit getrieben?
Auto fahren (lacht schallend). Hey, jeder macht mal Fehler (Anmerkung der Redaktion: Gibson bezieht sich hier auf einen Vorfall im Jahre 2006: Der Star wurde betrunken am Steuer erwischt und beschimpfte die Polizisten mit antisemitischen Äußerungen. Er erhielt daraufhin eine Haftstrafe von drei Jahren und musste sich einer Entziehungskur unterziehen).
Sind Sie ein exzessiver Mensch?
Exzessiv? Das Wort kenne ich nicht (schaut gespielt unschuldig). Sie meinen Zigaretten und das ganze andere Teufelszeug? Tja, Sie werden staunen, aber ich habe vor vier Wochen mit dem Rauchen aufgehört. Ich bin richtig stolz auf mich.
Keine Süchte mehr?
Nur noch Kaffee. Oh, und ich singe Werbe-Jingles im Fernsehen mit, wenn ich alleine bin. Am liebsten mag ich Putzmittel-Werbung (lacht).
Sind Sie heute glücklicher?
Im Gegensatz zu gestern schon. Ich kann Ihnen sagen: Gestern war ich echt mies gelaunt (lacht).
Scherz beiseite: Haben Sie sich während Ihrer Auszeit verändert?
Ich fühlte mich damals ausgebrannt. Es tat gut, das Business eine Zeit lang hinter sich zu lassen. Natürlich verändert man sich im Laufe der Jahre. Das Leben zieht ja nicht spurlos an einem vorbei. Ich habe heute mehr Falten und acht Jahre mehr Erfahrung auf dem Buckel (grinst). Aber ansonsten bin ich ganz der Alte.
Warum haben Sie ausgerechnet Auftrag Rache für Ihr Comeback ausgewählt?
Weil mich das Drehbuch einfach gepackt hat. Es kam zum richtigen Zeitpunkt. Ich wollte wieder vor die Kamera, es juckte mich förmlich. Nach acht Jahren Pause war ich am ersten Drehtag richtig aufgeregt. Am Anfang fühlte ich mich etwas eingerostet, aber nach ein paar Stunden war es, als hätte ich nie aufgehört.
Was hat Sie an Auftrag Rache besonders fasziniert?
Die psychologische Entwicklung der Hauptfigur hat mich gereizt: Thomas Craven erleidet nach dem Mord an seiner Tochter einen Nervenzusammenbruch. Er zieht daraufhin aus, um ihren Tod zu rächen. Sein einziger Halt ist seine Routine. Er funktioniert wie ein Roboter.
Sind Sie ein Routinemensch?
Sind wir nicht alle Routinemenschen? Jeder hat doch irgendwelche merkwürdigen Gewohnheiten, die nach außen bizarr wirken mögen, aber die einem das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Mahatma Ghandi trank zum Beispiel jeden Morgen nach dem Aufwachen seinen eigenen Urin. Klingt seltsam, aber wenn es ihm geholfen hat – warum nicht?
Auftrag Rache ist ein Film über Wut. Wie viel Wut steckt in Ihnen selbst?
Eine ganze Menge (lacht). Jeder Mensch hat Wut in sich. Außer Mutter Theresa.
Sie haben zwei Töchter und sechs Söhne. Konnten Sie sich dadurch besonders gut in die Rolle des verzweifelten Vaters hineinversetzen?
Ja. Ich habe mir permanent vorgestellt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich ein Kind verlieren würde. Das ist der größte Albtraum eines jeden Elternteils. Den Mord an seinem Kind zu rächen ist die ultimative Rache. Es gibt wohl keine stärkere Antriebskraft als diesen unendlichen Schmerz.
Was für ein Vater sind Sie?
Der strenge Typ (schaut gespielt böse). Im Laufe der Jahre wird man natürlich nachgiebiger. Meine jüngeren Kinder profitieren davon. Je erfahrener man als Vater wird, desto entspannter ist man mit den Kindern. Bis man sie irgendwann nur noch verwöhnt (lacht).
(Dörte Langwald)
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