Mit
The Day After Tomorrow inszenierte Roland Emmerich vor fünf Jahren schon einmal den globalen Kollaps. In spektakulären Bildern ließ Deutschlands erfolgreichster Regie-Export den halben Erdball im ewigen Eis versinken. Umweltverschmutzung und der Raubbau an den natürlichen Ressourcen waren der Auslöser. In seinem jüngsten Spektakel ist die Menschheit voll und ganz einer kosmischen Anomalie und deren katastrophalen Folgen ausgeliefert. Und während
The Day After Tomorrow noch ein leichter Schneesturm war, wird in
2012 das ultimative Desaster für Mutter Erde entfesselt.
Böse Vorzeichen In einem kurzen Prolog, in dem ein indischer Wissenschaftler und sein amerikanischer Freund und Kollege eine seltene Planetenkonstellation entdecken, die eine ungeheure Sonneneruption zur Folge hat, werden die Weichen für den Weltuntergang gestellt. Die von der Sonne ausgestoßenen Neutrinos haben auf der Erde die gleiche Wirkung wie Mikrowellen und bringen den Erdkern langsam zum Kochen. Der Vorgang lässt sich nicht aufhalten, weshalb die Wissenschaftler ihrem Heimatplaneten noch drei Jahre Überlebenschance geben. Unter amerikanischer Führung schließen sich daraufhin die fünf größten Nationen der Welt zusammen, um den Fortbestand der Menschheit nach der voraussichtlichen Katastrophe im Jahr
2012 zu planen.
It’s the end of the world Von all dem wissen und ahnen Millionen anderer Bewohner des blauen Planeten nichts. Einer von ihnen ist der erfolglose Romanautor und Gelegenheits-Chauffeur Jackson Curtis. Der geschiedene Familienvater will eigentlich nur ein Camping-Wochenende mit seinen Kindern verbringen. Dabei gerät er jedoch eher zufällig an den Endzeit-Spinner und Hobby-Radiomoderator Charlie, der ihm von einer globalen Regierungsverschwörung erzählt, die die bevorstehende Apokalypse vertuschen will. Um ausgewählten Menschen und Tierarten das Überleben zu sichern, sollen sich sogar riesige Archen im Bau befinden.
Jackson glaubt Charlie kein Wort, doch dann häufen sich in den USA und rund um den Erdball die Katastrophen. Als ein gigantisches Erdbeben Los Angeles verschlingt und Jackson mit seiner Familie und dem neuen Lebensgefährten seiner Ex gerade noch via Flugzeug dem Tod entrinnen, steht fest, dass Charlie Recht hatte. Auf Regierungsebene bricht ebenfalls Chaos und Schrecken aus, denn das Ende der Welt vollzieht sich schneller als geplant. Der Menschheit droht innerhalb weniger Tage der Exodus.
Erwartungen voll erfüllt Nach dem inhaltlich bescheidenen Steinzeit-Epos
10.000 B.C. waren die Erwartungen an Roland Emmerichs Nachfolgeprojekt enorm. Wenn Emmerich etwas kann, dann die Welt ins Chaos stürzen. 45 Minuten lang baut sich der Streifen langsam auf, führt die Charaktere ein und bereitet der Apokalypse den Weg. Bereits hier wurden beeindruckende Effekte eingestreut, die dann aber mit dem Ausbruch des Weltuntergangs in allen Belangen getoppt werden. In einer spektakulären Sequenz versinkt Los Angeles im wahrsten Sinne des Wortes im Erdboden. Ein gigantischer Vulkanausbruch lässt Streifen wie
Dante‘s Peak völlig erblassen und gigantische Tsunamis überfluten die Kontinente. Allein die Schauwerte machen
2012 also schon sehenswert.