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Invictus - Unbezwungen (Kinokritik/Review)

Action:
k.A.
Humor:
Spannung:
Erotik:
k.A.
Anspruch:
Film-Wertung:
Diplomatie per Leder-Ei: Clint Eastwood erzählt, wie Nelson Mandela einst Südafrika beim Rugby einte.

Filmkritik
Invictus [Quelle: siehe Bildergalerie]
Es ist gar nicht so lange her, da haben wir es selbst erlebt: 2006 feierte die ganze Welt das deutsche Sommermärchen. Der globale Freudentaumel rund um die Fußball-Weltmeisterschaft ließ unsere alten nationalen Wunden heilen. Verbrüderung im Kollektiv – Lederball sei Dank! Im Jahr 2010 findet die Kicker-WM nun in Südafrika statt. Auch dort erhofft man sich eine Überbrückung gesellschaftlicher Kluften durch die gemeinschaftliche Fußballleidenschaft. Schon einmal hat im Regenbogenstaat ein Sport-Event die Bevölkerung vereint. 1995 schaffte das südafrikanische Rugby-Team eine Art „Wunder von Johannesburg“.

Gemeinschaftsgefühl
Clint Eastwood schildert in seinem neuen Film, wie sich die denkwürdige Leistung der Außenseiter-Truppe zutrug. Passend im WM-Jahr, zeitlos hingegen in seiner völkerverständigenden Botschaft. Das Besondere an Eastwoods Streifen: Er ist nicht einfach nur ein Sportler-Drama, sondern erzählt zugleich von Nelson Mandelas ersten Amtsjahren als Präsident. Was der Apartheid-Kämpfer mit Rugby zu tun hat? Mandela, der im Film grandios von Morgan Freeman porträtiert wird, erkannte das Potenzial des großen Sportturniers. Nach Jahren der Rassentrennung war Südafrika von Vorurteilen und sozialer Ungerechtigkeit geprägt. Mandela ahnte aber: Ein emotionales Ereignis wie die Rugby-WM würde sein zerrüttetes Volk wieder zusammenführen. Er fand im nationalen Team-Captain Francois Pienaar (Matt Damon) einen Verbündeten und setzte fortan alles daran, um bei Schwarzen wie Weißen ein gemeinschaftliches Klima der Rugby-Euphorie zu schüren.

Angst udn Vergebung
Invictus [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Story schreit natürlich nach Pathos. Doch Eastwood inszenierte leise, weise und mit Augenzwinkern. Typisch. Der Mann hat die Gabe, Kitsch in Herzlichkeit und Humanität umzuwandeln. Seine Filme reißen mit. Dabei ist Invictus im Grunde eine anheimelnd geschilderte Banalisierung der bis heute gravierenden Apartheid-Problematik (siehe Kasten). Eastwood reißt das komplexe Thema nur oberflächlich an; sein filmisches Happy End ist gar naiv. Was aber zählt und letztlich nachhallt, das sind die Stimmung und die Botschaft seines Streifens. „Vergebung befreit und nimmt die Angst. Deshalb ist sie so eine mächtige Waffe“, sagt Mandela in einer Szene zum aufgebrachten schwarzen Mob. Ein Gänsehautmoment. Eastwood, der brillante Märchenonkel, versteht es auch mit seinem 31. Filmwerk mächtig zu packen.

Fazit
Nicht der beste Eastwood-Film, aber ein bewegendes Drama vom Altmeister.




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