13.02.2010 11:30 Uhr - Aufrüttelnde Dokumentation über Haie, die wunderschöne Unterwasser-Aufnahmen, aber auch grausame Bilder zeigt. Absolut sehenswert. Sharkwater - Wenn Haie sterben
Sharkwater ist ein Film von einem, der auszog, den Menschen die Angst vor Haien zu nehmen. Dieses Vorhaben des jungen Kanadiers Rob Stewart wirkt im Nachhinein fast schon ein wenig blauäugig, bedenkt man, wie tief sitzend und irrational die Furcht vor diesen majestätischen Geschöpfen ist, denen jedes Jahr weniger als eine Hand voll Menschen zum Opfer fallen. So klärt uns der Filmemacher über die Meeresräuber auf und schwimmt mit ihnen in atemberaubend schönen Sequenzen durchs Wasser, um ihr sanftes Wesen zu demonstrieren. Darüber hinaus patrouilliert er zusammen mit Paul Watson, seines Zeichens Aktivist und Gründer der Organisation Sea Shepherd, und seiner Crew auf den Gewässern Lateinamerikas. Denn hier hat die illegale Jagd den Hai an den Rand seiner Ausrottung getrieben. In diesem Zusammenhang wird dem Zuschauer gezeigt, wie man dem Tier nachstellt, um an seine begehrten Flossen zu kommen, die in bestimmten Teilen der Erde als Delikatesse gelten und für die selbst ernannte Gourmets Unsummen zahlen. Dem sogenannten Shark Finning, also dem Abernten von Haifischflossen, wird viel Platz eingeräumt, um zu verdeutlichen, welch Martyrium das Tier durchleiden muss, wenn es bei lebendigem Leibe verstümmelt und anschließend zurück ins Meer geworfen wird, wo es still und leise vergeht.
Sharkwater - Wenn Haie sterben
Doch wer eine betroffen phlegmatische Dokumentation erwartet, irrt gewaltig. Denn ganz untypisch für das Genre wird in Sharkwater nicht nur passiv beobachtet und dokumentiert. Über weite Strecken ist der mit Auszeichnungen überschüttete Öko-Thriller investigativ und legt mitunter auch an Tempo zu. Einmal fliehen Stewart und Watson sogar vor der guatemaltekischen Justiz, die den mafiaartig organisierten Haiflossenjägern zuspielt. Ein anderes Mal rammen sie illegale Fischerboote, die für gewöhnlich unbehelligt ihrer grausamen und von internationaler Seite geächteten Tätigkeit nachgehen. Der Film besticht nicht nur durch seine imposanten Bilder, sondern auch durch seine kompromisslose Art. Somit ist
Sharkwater ein eindringliches Plädoyer für eine Tierart, die einen schlechten Ruf und keine Lobby hat.