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Surrogates - Mein zweites Ich (Kinokritik/Review)

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:
Schöne neue Welt? Bruce Willis ermittelt als desillusionierter Cop in einer futuristischen Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr auf die Straße gehen.

Filmkritik
Surrogates [Quelle: siehe Bildergalerie]

1981 sangen die Einstürzenden Neubauten: "Draußen ist feindlich. Schließ dich ein mit mir, hier sind wir sicher". Die außerhäusliche Paranoia der Achtzigerjahre - bedingt durch Kalten Krieg und technologische Umwälzungen - fand in der Nuller-Dekade des neuen Millenniums ihr Pendant. Ein Klima der globalen Verunsicherung war und ist zu spüren. Wirtschaft, Technik und Soziales werden als unkalkulierbare Faktoren empfunden. Diesbezüglich trifft das düstere Sci-Fi-Epos Surrogates den Nerv der Zeit. Basierend auf dem gleichnamigen Comic, schildert der Film eine futuristische Gesellschaft, in der Panik zur Parole geworden ist. Aus Angst vor Krankheiten und Kriminalität verlässt niemand mehr die eigenen vier Wände. Stattdessen schicken die Menschen sogenannte "Surrogaten" auf die Straße, um an ihrer Stelle am öffentlichen Leben teilzunehmen. Vom Wohnzimmer aus können die Roboter-Pendants in jedes erdenkliche Abenteuer gesteuert werden. Ob One-Night-Stand oder Bungee-Jumping - alles ist möglich, ohne gesundheitliche Konsequenzen zu befürchten. Obendrein sehen die humanoiden Maschinen meist besser aus als ihre menschlichen Besitzer - was für eine schöne neue (Schein-)Welt!

Mischmasch
Surrogates [Quelle: siehe Bildergalerie]
Doch irgendjemandem stinkt es offenbar gewaltig, dass sich die Erdbevölkerung hinter virtuellen Identitäten versteckt. Denn plötzlich häufen sich brutale Anschläge auf Surrogaten und ihre humanen Lenker. Der abgehalfterte FBI-Agent Tom Greer (Bruce Willis mit blonder Schmalzperücke) soll die Mordserie aufklären. Aber die Jagd auf den Täter scheint in einer Welt, in der man zwischen maschinellen Kreaturen und ihren menschlichen Alter Ego nicht unterscheiden kann, schier aussichtslos. Was für grandiose Grundvoraussetzungen für einen Sci-Fi-Kracher! Einen derart vielschichtigen Plot hätte man für alle möglichen Arten der Verfilmung nutzen können. Sei es als beinharter Roboter-Actioner, als philosophisches Drama oder als düsteren Endzeit-Thriller. Die Adaption von Regisseur Jonathan Mostow (Terminator 3 - Rebellion der Maschinen, U-571) wäre gern von allem etwas, verzettelt sich dabei aber im Genre-Mischmasch. Als Parabel auf Sozialparanoia und humane Eitelkeit liefert der Streifen zu wenig Tiefgang. In der Abteilung Action wird erst in einer späten Verfolgungsjagd so richtig was geboten und die gefühligen Momente sind emotional nicht ausreichend unterfüttert, um wirklich zu berühren. Sci-Fi-Fans bekommen hier mediokre Hausmannskost geboten. Dabei hätte aus diesem Material ein echtes Genre-Gourmet-Stück werden können.


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