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Ist man jemals zu alt zum Träumen? Keinesfalls, allerdings lässt einem der Lauf des Lebens nicht immer die Zeit, seine Träume zu erfüllen. Die Frage, die Sie sich jetzt sicherlich stellen, lautet: Was um Himmels willen haben die vorangegangenen Sätze mit einem Pixar-Film zu tun? Nun, sehr viel. Denn das Animationsstudio liefert inzwischen nicht mehr nur technisch einzigartige Filme ab, sondern versteht es auch, deren Geschichten eine besondere Tiefe und Bedeutung zu verleihen. Während zu
Toy-Story-Zeiten die Schauwerte und der Spaß im Vordergrund standen, gelang es Pixar spätestens mit
WALL-E, auch eine emotionale Ebene zu erreichen, die man bei Zeichentrick- oder computeranimierten Filmen nicht immer findet. Mit einer auf den ersten Blick sehr ungewöhnlichen Story kam Pixar nun - sowohl was die technischen Aspekte als auch was die eigentliche Geschichte angeht - im wahrsten Sinne des Wortes ganz oben an.
Miesepeter macht Abflug
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Im Zentrum des zehnten Pixar-Streifens steht Carl Fredricksen, der bereits als unscheinbarer, schüchterner, kleiner Junge in der aufgeweckten Ellie die Liebe seines Lebens findet. Die beiden Kinder verbindet auf Anhieb nicht nur eine innige Freundschaft, sondern vor allem ihre Abenteuerlust. Sei träumen davon, eines Tages die Welt zu bereisen. Fortan sind die beiden unzertrennlich. Einige Jahre später heiraten sie, bauen sich ein gemeinsames Zuhause und Leben auf, immer mit dem Gedanken und Wunsch im Hinterkopf, eines Tages auf große Reise zu gehen. Doch wie das Leben so spielt, vergehen die Jahre, Arbeit und Alltag rauben die Zeit und Schicksalsschläge erschüttern das Glück von Ellie und Carl, bis es letztlich zu spät ist. Ellie erkrankt und stirbt kurze Zeit später. Sie lässt Carl als einsamen, verbitterten, alten Mann zurück. Ihm bleiben lediglich sein Häuschen und die Erinnerung an die gemeinsame Zeit und den lebenslangen, nie erfüllten Traum.
Doch als Carl auch noch aus seinem Zuhause vertrieben und ins Altenheim abgeschoben werden soll, reicht es dem rüstigen Rentner. Der ehemalige Ballonverkäufer geht in die Luft - und zwar mitsamt seinem Haus. An tausenden Heliumballons befestigt, entschwebt Carl seinem tristen Alltag und hat nur noch ein Ziel vor Augen: die Paradiesfälle in Südamerika, die er und seine Ellie ein Leben lang besuchen wollten. Befreit und glücklich steigt Carl mit seinem schwebenden Haus ihn luftige Höhen, als es plötzlich an der Tür klopft.
Kurz vor seinem Abflug hat sich der kleine Pfadfinderjunge Russell auf Carls Veranda verirrt. Widerwillig lässt Carl den kleinen Quälgeist in sein trautes Heim. Zu zweit geht es Richtung Südamerika, wo ein unglaubliches Abenteuer auf Carl und Russell wartet. Neben sprechenden Hunden, einem schokoladensüchtigen Riesenvogel und einem finsterer Widersacher finden die beiden aber vor allem zu sich selbst.
Metapher des Lebens
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Mag sein, dass Sie jetzt das Gefühl haben, sich mit
Oben einen eher traurigen und nachdenklichen Film nach Hause zu holen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Oben strotzt vor Leben und ansteckender Abenteuerlust, was auch Carl am eigenen Leib erfährt. Nach einem für Pixar eher ungewöhnlichen Prolog, der unheimlich rührend und reduziert das Leben von Carl bis zu seiner Abreise zusammenfasst, nimmt der Streifen wie der Hauptcharakter Fahrt auf. Spaß und Gags kommen nicht zu kurz, drängen die eigentliche Geschichte aber niemals in den Hintergrund. Mit
Oben beweist Pixar ein weiteres Mal, wie wundervoll, aber auch tiefgründig ein Animationsfilm sein kann, der nicht nur von dem Abenteuer der beiden Protagonisten, sondern vor allem von deren Entwicklung lebt. Gleichzeitig zeichnet sich
Oben durch die liebevollen Ideen, die atemberaubenden Animationen und die vielen Details aus, die den Film noch sehenswerter und überraschend machen und ihn einfach zu Herzen gehen lassen.