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Siegburg (Blu-ray-Kritik/Review)
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Uwe Bolls Ausflug ins Kammerspiel: Eine Gefängniszelle, vier Hauptdarsteller, kein Drehbuch und eine wahre Begebenheit als Grundlage. Kann das gut gehen?
| Filminfos | Filmkritik | DVD | Blu-ray | HD-DVD | Extras |
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| Blue-ray-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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15.01.2010 10:00 Uhr - Dieser Film ist eine Qual, allerdings nicht, weswegen Sie jetzt denken. Regie führte zwar Uwe Boll, aber was sich mit seinen vergangenen Filmen schon abzeichnete, wird mit Siegburg erneut deutlich: Bolls Filme werden immer besser. Seit sich der deutsche Regisseur (vorerst) von Computerspiele-Verfilmungen abgewandt hat, steigt auch die Qualität seiner Arbeiten. Dungeon Siege, der nur lose auf dem gleichnamigen Spiel basierte, machte den Anfang. Das Vietnam-Kriegsdrama Tunnel Rats setzte die qualitative Steigerung fort und mit Siegburg erreichte Boll jetzt sozusagen einen Karrierehöhepunkt.
Aus dem Leben Der Streifen basiert auf wahren Begebenheiten, die sich im November 2006 in der JVA Siegburg abspielten. Drei Gefangene quälten und folterten, unbemerkt von den Gefängniswärtern, über zwölf Stunden lang einen vierten Zellengenossen, bis dieser sich - den anderen hörig - selbst erhängte. Boll verlagerte eine ähnliche Handlung in eine nicht näher beschriebene Haftanstalt. Der deutsche Titel wurde nur aus Marketingzwecken gewählt. Vier junge Männer vertreiben sich beim Kartenspiel die Zeit. Aus Langeweile beginnen sie den Schwächsten unter ihnen zu Mutproben zu animieren. Was mit dem Essen von Zahnpasta beginnt, artet bald in sadistische Attacken aus, die in massiven Übergriffen und Vergewaltigung gipfeln. Erzählt wird der Plot im Grunde anhand von Rückblenden, während die Täter verhört werden. Improvisiertes Kammerspiel Da es keine Aufzeichnungen darüber gab, was sich im echten Siegburg innerhalb der Zelle abspielte, verzichtete Uwe Boll darauf, im Vorfeld ein Drehbuch anzufertigen. Lediglich die durch die Autopsie des Opfers bestätigten Übergriffe wurden festgelegt. Der Rest der Handlung, auch die Dialoge entstanden spontan. Die vier Hauptdarsteller, darunter ein zum fetten Ekelpaket verkommener Edward Furlong (Terminator 2), verbrachten während der Vorbereitung und Dreharbeiten die meiste Zeit in der Gefängniszelle, in der der Streifen spielt. Jede Aktion wurde von ihnen improvisiert. Dadurch entstand ein intensives, kammerspielartiges Psychogramm der vier Männer, die völlig die Kontrolle verlieren. Siegburg wirkt ungemein authentisch, sodass man sich als Zuschauer manchmal gequält abwenden muss. Die Gewaltexzesse und die - auch psychische - Brutalität einiger Szenen wirken lange nach und verkommen nicht zum reinen Spektakel. Qual der Wahl Siegburg erscheint auf Blu-ray nur als um einige Minuten gekürzte FSK-18-Version. Die Verleih-DVD weicht dagegen nur in zwei Szenen vom Director's Cut ab und bekam eine SPIO-JK-Freigabe. So gesehen lohnt sich eher der Griff zum Verleih-Silberling, da die beiden Schnitte kaum auffallen und im Endeffekt das Geschehen noch intensivieren, weil man eben nicht alles sieht. Die Blu-ray bietet allerdings einige sehenswerte Boni. Gesamtfazit Film & DVD Experiment gelungen: Uwe Boll liefert ohne Drehbuch seinen bislang besten Film ab. Beklemmend, eindringlich, aber auf Blu-ray leider geschnitten. (Thomas Raab) |
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