In meinem Himmel [Quelle: siehe Bildergalerie]
Peter Jackson hat eine riesige Karriere hinter sich; vom Enfant terrible des Splatterfilms (
Braindead, 1992) über den Arthouse-Regisseur (
Heavenly Creatures, 1995) bis hin zum
Herrn der Ringe. Aber auch Riesen können fallen und dann ist der Sturz umso tiefer. So ist es mit In meinem Himmel. Der Film basiert auf einem Weltbestseller von Alice Sebold. Die Hauptfigur, Susie Salmon, ist ein junges Mädchen, das nach seiner brutalen Vergewaltigung und Ermordung aus dem Himmel auf die Erde schaut und dabei die Geschichte ihres Lebens erzählt und wie ihre Familie fast an ihrem Tod zerbrochen wäre. Doch am Ende lernen alle etwas dazu, die Lebenden und die Toten - und der Leser kann getrost zum Taschentuch greifen. Das alles ist recht gewöhnungsbedürftig, aber im Kontext des Buchs - und seines Erscheinens nach den Terrorangriffen in New York 2001 - durchaus vertretbar.
In meinem Himmel [Quelle: siehe Bildergalerie]
Kitschig Bei der Adaption hat Jackson entscheidende Veränderungen vorgenommen, sodass der Film teilweise kaum noch Sinn ergibt. Die Handlungen der Charaktere sind oft unverständlich - so entschließt sich die Mutter des toten Mädchens mitten im Film, plötzlich ihre Familie zu verlassen, um in Kalifornien einer Karriere als Orangenpflückerin nachzugehen. Mark Wahlberg und Rachel Weisz sind in den Rollen der Eltern so hölzern, als hätten sie sich gerade zur Leseprobe getroffen, Stanley Tucci spielt den Mörder Mr. Harvey gekünstelt und manieriert. Jackson interessiert sich nicht für die Gefühle der Lebenden, ihn interessieren nur die Effekte im Jenseits. So fließt die irdische Handlung zäh vor sich hin und wird von langen CGI-Sequenzen unterbrochen, die Susie in ihrer Welt nach dem Tode zeigen und dem Film eine eigentümliche Beliebigkeit verleihen. Die Effekte und die Musik erinnern an die Cola-Werbung "Happiness Factory", die vor einigen Monaten für eine Weile im Fernsehen zu sehen war und die die surreale Landschaft im Inneren eines Cola-Automaten darstellte. So ähnlich ist auch der Film. Erst wird ein Mädchen ermordet, dann kommen zwei Stunden kunterbunte Plastikwelt, New-Age-Musik und literweise Zuckerbrause.
Fazit Statt echter Emotionen nur ein Feuerwerk an Effekten.