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Benicio Del Toro, Che - Teil 2, Che: Part One / Che - Revolucion, Kino, Steven Soderbergh
Benicio Del Toro im Interview: "Der Mann hinter dem T-Shirt"
Zwischen Genie und Wahnsinn: Benicio Del Toro und seine Rolle als Che Guevara. WIDESCREEN Vision sprach mit dem Oscar-Preisträger, der diesmal vor und hinter der Kamera agierte.
Wenn Hollywood etwas kann, dann sicherlich das Recyceln von Geschichte, meist breit getreten für den Massengeschmack. Ein Hollywood-Epos über Guevara, konnte das also gut gehen? Womöglich schon. Weder Che Guevara noch sein Mitstreiter Fidel Castro galten je als sonderlich kamerascheu. So trat Castro 1946 in zwei amerikanischen Musical-Produktionen, die in Mexiko gedreht wurden, als Komparse auf, Holiday in Mexico und Easy to Wed. Sowohl Castro als auch Guevara waren sich der Bedeutung und der effektiven Nutzung der Massenmedien durchaus bewusst. Man denke nur an das berühmte Foto von Guevara, das Alberto Korda bei dessen Besuch bei den Vereinten Nationen in New York 1960 gemacht hat: Der Guerillero wurde zum weltberühmten Symbol für den Kampf gegen Unterdrückung und ist heute noch auf Tausenden von T-Shirts zu sehen.
Im Jogginganzug
Es ist ein warmer Abend in Los Angeles. Benicio Del Toro ist hier, um einem kleinen Kreis von Kollegen seinen Zweiteiler zu zeigen. Er gilt als einer der besten Schauspieler seiner Generation. Geboren wurde er 1967 in Puerto Rico. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Die üblichen Verdächtigen (1994), Fear and Loathing in Las Vegas (1998) und Sin City (2005). Doch er sieht nicht so aus, wie man sich einen Filmstar vorstellt. Unrasiert, unausgeschlafen, in einem knallbunten Jogginganzug und mit einem Pappbecher in der Hand, so steigt er aus einer schwarzen Limousine und betritt den Vorführraum.
Bewegung des 26. Juli
Soderberghs Che sollte anders werden als der typische Hollywood-Schinken. "Steven interessierte sich für den Mann hinter dem T-Shirt", meint Del Toro. "Für mich begann das Projekt 1997, als ich eine Biografie von John Lee Anderson über Che las. Ich fand, dass man daraus einen Film machen sollte." Und weiter: "Wir haben das Buch verschiedenen Drehbuchautoren gegeben, aber keinem ist es gelungen, daraus einen Kinofilm zu machen. Schließlich kam Steven Soderbergh mit an Bord. Wir überlegten, uns auf Guevaras letztes Lebensjahr zu konzentrieren, seine Zeit in Bolivien."
Doch Del Toro erklärt, dass es ihm wichtig war, auch Ches erste Erfolge als Revolutionär zu zeigen. Zwischen 1956 und 1959 war es ihm und der "Bewegung des 26. Juli" gelungen, das brutale Regime Fulgencio Batistas in Kuba zu entmachten. "Wenn man nur das letzte Jahr seines Lebens sieht", so Del Toro, "versteht man nicht, wer er wirklich ist. Man könnte meinen, er sei wahnsinnig. Der Film sollte eine Skizze seines Lebens werden. Und so kamen wir auf die Idee, daraus zwei Filme zu machen."
Der erste Teil zeigt sozusagen die Lehrjahre des jungen Che. Zusammen mit Fidel Castro (wunderbar gespielt von Demián Bichir) gelingt es den Guerilleros, Kuba zu befreien. Der zweite Teil des Films zeigt den bereits alternden Che in Bolivien, nur wenige Monate vor seinem gewaltsamen Tod, verraten vom CIA und hingerichtet von der bolivianischen Regierung. Was im ersten Film noch wie jugendlicher Enthusiasmus wirkte, scheint im zweiten wie Besessenheit. Che wird als Mann dargestellt, der keinen Frieden findet, der von etwas Unerklärlichem angetrieben wird, der nur für den und im Kampf existiert und schließlich auch im Kampf stirbt. Che zeigt den Aufstieg und Fall eines Mannes, der für Abertausende ein Erlöser war, von anderen wiederum bis heute verteufelt wird. Doch Soderbergh und Del Toro weigern sich, Stellung zu nehmen. Sie werten nicht, sie zeigen nur, sie berichten.
Im Jogginganzug
Es ist ein warmer Abend in Los Angeles. Benicio Del Toro ist hier, um einem kleinen Kreis von Kollegen seinen Zweiteiler zu zeigen. Er gilt als einer der besten Schauspieler seiner Generation. Geboren wurde er 1967 in Puerto Rico. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Die üblichen Verdächtigen (1994), Fear and Loathing in Las Vegas (1998) und Sin City (2005). Doch er sieht nicht so aus, wie man sich einen Filmstar vorstellt. Unrasiert, unausgeschlafen, in einem knallbunten Jogginganzug und mit einem Pappbecher in der Hand, so steigt er aus einer schwarzen Limousine und betritt den Vorführraum.
Bewegung des 26. Juli
Soderberghs Che sollte anders werden als der typische Hollywood-Schinken. "Steven interessierte sich für den Mann hinter dem T-Shirt", meint Del Toro. "Für mich begann das Projekt 1997, als ich eine Biografie von John Lee Anderson über Che las. Ich fand, dass man daraus einen Film machen sollte." Und weiter: "Wir haben das Buch verschiedenen Drehbuchautoren gegeben, aber keinem ist es gelungen, daraus einen Kinofilm zu machen. Schließlich kam Steven Soderbergh mit an Bord. Wir überlegten, uns auf Guevaras letztes Lebensjahr zu konzentrieren, seine Zeit in Bolivien."
Doch Del Toro erklärt, dass es ihm wichtig war, auch Ches erste Erfolge als Revolutionär zu zeigen. Zwischen 1956 und 1959 war es ihm und der "Bewegung des 26. Juli" gelungen, das brutale Regime Fulgencio Batistas in Kuba zu entmachten. "Wenn man nur das letzte Jahr seines Lebens sieht", so Del Toro, "versteht man nicht, wer er wirklich ist. Man könnte meinen, er sei wahnsinnig. Der Film sollte eine Skizze seines Lebens werden. Und so kamen wir auf die Idee, daraus zwei Filme zu machen."
Der erste Teil zeigt sozusagen die Lehrjahre des jungen Che. Zusammen mit Fidel Castro (wunderbar gespielt von Demián Bichir) gelingt es den Guerilleros, Kuba zu befreien. Der zweite Teil des Films zeigt den bereits alternden Che in Bolivien, nur wenige Monate vor seinem gewaltsamen Tod, verraten vom CIA und hingerichtet von der bolivianischen Regierung. Was im ersten Film noch wie jugendlicher Enthusiasmus wirkte, scheint im zweiten wie Besessenheit. Che wird als Mann dargestellt, der keinen Frieden findet, der von etwas Unerklärlichem angetrieben wird, der nur für den und im Kampf existiert und schließlich auch im Kampf stirbt. Che zeigt den Aufstieg und Fall eines Mannes, der für Abertausende ein Erlöser war, von anderen wiederum bis heute verteufelt wird. Doch Soderbergh und Del Toro weigern sich, Stellung zu nehmen. Sie werten nicht, sie zeigen nur, sie berichten.
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