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Horst Schlämmer - Isch kandidiere! (DVD-Kritik/Review)
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Trotz Rücken und Schnappatmung will Horst Schlämmer Bundeskanzler werden. Als bissige Polit-Satire funktioniert der Film-Wahlkampf aber nur ansatzweise.
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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07.01.2010 13:06 Uhr -
Borat hat es vorgemacht: Durch scham-, hemmungs- und rücksichtsloses Verhalten gelang es Sacha Baron Cohen, Politiker und andere Interviewpartner dazu zu bringen, ihr wahres, oft erschreckend engstirniges Gesicht zu zeigen. Hape Kerkeling hatte bei seinem neuesten Filmprojekt eine ähnliche Idee. Mit seiner omnipräsenten und polarisierenden Kunstfigur des Horst Schlämmer nahm er im Superwahljahr die deutsche Politiklandschaft auf die Schippe. Der Fehler bei der ganzen Sache war, Schlämmer nicht Schlämmer sein zu lassen. Kerkeling presste Grevenbroichs Exportschlager zu stark in ein recht starres Komödien-Korsett, das lediglich von einer sehr dünnen Story gestützt wird.
Isch hab Kreislauf Als stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroichers Tagblatts hat es Schlämmer langsam satt, immer nur die zweite Geige zu spielen. Der Mann mit der markanten Stimme strebt Höheres an. Als sein Vorgesetzter aufgrund einer Lebensmittelvergiftung außer Gefecht gesetzt wird, darf Schlämmer sogar über das Superwahljahr berichten. In Gesprächen mit örtlichen Politikgrößen - hier bewegt sich der Streifen auf realem Terrain - kommt dem röchelndem Reporter bald die Erleuchtung: "Was die nicht können, kann ich auch!" Kurzerhand wird die Horst-Schlämmer-Partei gegründet und der Grevenbroicher im stramm sitzenden Trenchcoat zieht in den Wahlkampf, bei dem er prominente Unterstützung erhält. [ b]Witzigkeit kennt Grenzen Kerkelings populäre Schlämmer-Figur funktioniert am besten in spontanen Gesprächen unter vier Augen. Deswegen macht das Filmdebüt des liebenswert-naiven Schnappatmers auch am meisten Spaß, wenn er Passanten, Politiker oder Prominenz auf den Zahn fühlt und sie in Verlegenheit bringt. Beim Bekanntheitsgrad Schlämmers stellt sich allerdings die Frage, wie viele Situationen im Film nur gestellt sind. Auf satirischer Ebene bleiben Kerkeling und sein Regisseur Angelo Colagrossi insgesamt zu brav und oberflächlich. Zudem integrierten sie Schlämmers Polit-Tour in einen seichten, zum Teil schon peinlichen Komödien-Plot. Heraus kam am Ende nichts Halbes und nichts Ganzes: Als Komödie ist Isch kandidiere zu platt, als Polit-Satire über die gesamte Laufzeit zu harmlos. Weisse Bescheid Die Extras der DVD sind ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Schlämmer-Figur für kurze Aktionen hervorragend eignet, aber keinen ganzen Film tragen kann. So sind eine Pressekonferenz zum Film, einige entfallene und erweiterte Szenen sowie Interviews mit den Protagonisten in ihren Rollen größtenteils unterhaltsamer als der gesamte Streifen. Wahre Horst-Fans dürften aber mit beidem voll auf ihre Kosten kommen. Fazit Nettes Filmwxperiment mit der Kultfigur Horst Schlämmer, das am besten funktioniert, wenn Schlämmer bissig und spontan agiert. Als Polit-Satire aber zu brav. (Thomas Raab) |
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