Filmplakat: Das Kabinett des Dr. Parnassus [Quelle: siehe Bildergalerie]
Es ist der letzte Film von Heath Ledger. Als der Australier Anfang 2008 mitten in den Dreharbeiten zu Dr. Parnassus verstarb, war Regisseur und Monty-Python-Urgestein Terry Gilliam gezwungen, den Star durch einen anderen Darsteller zu ersetzen. Gilliam verkündete bald darauf, dass er gleich drei Ersatz-Akteure eingesetzt habe (Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell). Das steigerte natürlich die Neugierde auf seinen Streifen. Doch auch abgesehen von den tragischen Umständen der Entstehung ist Dr. Parnassus ein wirklich sehenswerter Film. Gilliam schildert mit überbordender Fantasie eine Fabel über den uralten Konflikt zwischen Fortschritt und Tradition, über menschliche Eitelkeit, über die Angst vor der Vergänglichkeit - und über die ewig lockende Versuchung. Letzterer konnte der abgewrackte Schausteller Dr. Parnassus im Laufe seines Lebens leider nur selten widerstehen. Er ließ sich sogar mit dem Teufel ein und versprach diesem seine Tochter Valentina. Doch ehe es zum Austausch kommt, stößt der zwielichtige Tony (Ledger) zu Parnassus‘ Truppe und durchkreuzt des Teufels Pläne.
Szene aus Das Kabinett des Dr. Parnassus [Quelle: siehe Bildergalerie]
Gilliam lässt in seinem Film Kontraste aufeinanderprallen. Moderne trifft Vergangenheit. Liebe kontrastiert mit Lust. Ideale werden verraten und Verräter werden idealistisch. Manchmal wirken diese allegorischen Tableaus arg überkandidelt. Insgesamt aber machen die poetische Inszenierung und die tiefschichtige Weisheit, die in der Handlung steckt, das Werk zu einem Pflichttermin für Arthouse-Fans. Übrigens: Warum Gilliam drei Darsteller für den verstorbenen Heath Ledger einsetzte, verraten wir hier nicht. Am Ende ergibt alles einen wunderbaren Sinn.