Eine swingende, schwarze Prinzessin. Ein Krötenkuss mit haarsträubenden Folgen. Und die Moral von der Geschicht: ein Disney-Film, der Kitsch-Klischees aufbricht!
Es war einmal vor langer Zeit. Raider hieß noch nicht Twix. In Deutschland zahlte man mit der D-Mark. Und die Postleitzahlen waren vierstellig. In jener Ära pilgerte man jedes Jahr zu Weihnachten ins Kino, um sich den neuen Disney-Trickfilm anzuschauen. Man staunte über magische Tierchen und trällernde Prinzessinnen in prä-digitaler Animationsqualität. Dann kam Pixar und verdrängte das Haus der Maus aus seiner Monopolstellung. Viele Toys Storys, Nemos und Wall-Es später wagt Disney nun ein überraschendes Comeback: Ihre Neuinterpretation der Froschkönigmär stellt sämtliche Klischees des Kitschklassikers auf den Kopf. Statt holder Prinzessin gibt eine dunkelhäutige Kellnerin der verwunschenen Kröte einen Schmatz. Das Bussi fördert jedoch keinen stattlichen Monarchen zutage, sondern verwandelt die Küsserin selbst in einen Frosch. Auf der Suche nach einem erlösenden Gegenmittel erleben die beiden glubschäugigen Viecher fortan allerhand irre Turbulenzen, die natürlich eine trickfilmtypische Läuterung mit sich bringen.
Küss den Frosch (3) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Es geht um den Zauber der Liebe, die Kraft der Freundschaft und die Macht von Wünschen. Diesmal packte Disney aber noch eine recht nüchterne Botschaft mit in den Topf: Nur wer hart arbeitet, hat die Erfüllung seiner Träume auch verdient. Das mag zynisch klingen vor dem Hintergrund, dass die Heroin diesmal ein afroamerikanisches Fräulein ist (siehe Kasten). Doch Disney will vielmehr Aufbruchsstimmung vermitteln - und zugleich demonstrieren, dass Traditionen nicht verstaubt sein müssen. Küss den Frosch vereint zeitgenössischen Humor und aktuellen Sozialrealismus mit klassischer Animationskunst und historischem Jazz-Soundtrack. Der Mix zeigt: Old-School-Trickfilme können auch im Jahre 2009 Spaß machen. Großen Spaß sogar. Respekt!
Fazit Mitreißende Märchenpersiflage mit tollem Jazz-Soundtrack und liebenswerten Gags