21.11.2009 12:12 Uhr -
Gesetz der Rache [Quelle: siehe Bildergalerie]
Was würdest du tun, wenn vor deinen Augen Frau und Kind massakriert würden und der Täter wenig später breit grinsend dem Staatsanwalt die Hände schüttelt? Der Familienvater Clyde Shelton (Gerard Butler) erlebt dieses doppelte Trauma und versteht die Welt nicht mehr. Nachdem Clarence Darby, ein menschenverachtender Raubmörder, Sheltons Frau und Tochter bestialisch ermordet hat, macht der junge, aufstrebende Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) einen Deal mit dem Killer: Darby liefert seinen Mittäter Rupert Ames ans Messer, dafür bekommt er mildernde Umstände.
Rache aus dem Knast Zehn Jahre später wird Ames die Giftspritze gesetzt. Zum Entsetzen der Zuschauer durchlebt der gefesselte Mörder Höllenqualen, bevor er stirbt. Jemand hat die Giftampullen manipuliert. Bald darauf findet die Polizei in einem verlassenen Lagerhaus die wie auf eine Hinrichtungsbank gekettete, zerstückelte Leiche von Clarence Darby. Sofort gerät Clyde Shelton ins Visier der Fahnder und wird verhaftet. Und Shelton verspricht dem ihn befragenden Nick Rice schon bald ein Geständnis - im Gegenzug für ein besseres Bett im Knast. Anfänglich glaubt Rice noch an einen gewissen Wahnsinns des ehemaligen Familienvaters. Doch bald muss der erfolgsverwöhnte Staatsanwalt erkennen, dass er es mit einem durchtriebenen Gegner und dessen perfidem Plan zu tun hat. Denn Shelton beginnt aus dem Gefängnis heraus Attentate zu lenken, denen einer nach dem anderen, der am Prozess vor zehn Jahren Beteiligten zum Opfer fällt.
Hightech-Feldzug
Gesetz der Rache [Quelle: siehe Bildergalerie]
Ob Gregory Peck in
Bravados Cowboys zu Tode hetzt, Charles Bronson in
Ein Mann sieht rot zur Selbstjustiz greift oder Arnold Schwarzenegger in
Collateral Damage einen Feldzug gegen Terroristen führt: Rachethriller sind seit Jahrzehnten nicht aus dem Kino wegzudenken.
Gesetz der Rache ist aber in einer Hinsicht anders, denn hier geht es nicht nur darum, die Übeltätet zur Strecke bringen. Clyde Shelton - eigentlich eine rechtstreuer Bürger, wie er selber sagt ("Law Abiding Citizen", so der Originaltitel) - will vielmehr Rache am System nehmen. Das Prinzip, Tätern im Ausgleich gegen eine umfassende Aussage Strafmilderung zuzugestehen, kennen wir auch in Deustchland und es wird auch hier regelmäßig heftig kritisiert. Nun schießt Regisseur F. Gary Gray scharf auf das in dieser Hinsicht ähnliche, von vielen als noch unverständlicher angesehene, amerikanische Justizwesen und tut das, was Rachethriller schon immer taten: Lynchjustiz als in bestimmten Fällen vertretbar darstellen.
Man mag diesen Aspekt kritisch betrachten, seinen Job versteht der Action-Spezialist (
Extreme Rage,
The Italien Job) jedoch. Dank des Geheimnisses, wie Shelton seine Taten vom Gefängnis aus verübt, vor allem aber der Frage, wen es als nächsten trifft, hält Gray stets die Spannung hoch. Zwar hat man schon cleverere Katz-und-Maus-Spiele auf der Leinwand gesehen und die Auflösung wirkt relativ an den Haaren herbeigezogen. Doch da sich auch in puncto Rachethriller das Rad nicht immer neu erfinden lässt, hat Gray mit seinem handwerklich grundsoliden Hitech-Feldzug das Beste aus der Sache gemacht.
Fazit Über weite Strecken spannende Rächer-Story, aber ohne echten Hammer-Clou.