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Slumdog Millionär - Millionärs-Edition (DVD-Kritik)

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Danny Boyles Oscar-Meisterwerk verknüpft auf eindrucksvolle Weise ein hartes Kinderschicksal, eine tragische Liebesgeschichte und eine Game-Show.

DVD-Infos
Name Slumdog Millionär
Publisher Prokino Filmverleih
Verkauf 26.10.2009
Verleih keine Angaben
FSK ab 12 Jahren
DVDs 2
Laufzeit ca. 115 Minuten
Fassung keine Angaben
Bild 2.35:1 Widescreen
Untertitel Deutsch
Ton Dolby Digital 5.1 (Deutsch)
Dolby Digital 5.1 (Englisch)
Ausstattung Slumdog Dreams: Danny Boyle und die Entstehung von Slumdog Millionär (ca. 25 Min.) Entfallene Szenen (ca. 34 Min.) Von der Idee zum Film: Die Toilettenszene (ca. 5,5 Min.) Interviews (ca. 44 Min.) Slumdog Cutdown - Jai-Ho-Remix (ca. 5,5 Min.) Original-Trailer (ca. 2 Min.) Deutscher Trailer (ca. 2 Min.)
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DVD-Kritik
24.10.2009 00:03 Uhr -
Slumdog Millionär Bild (11) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wenn das Leben nur immer so einfach wie ein Fernsehquiz wäre ... Vier Entscheidungsmöglichkeiten und eine davon ist hundertprozentig richtig. Doch das Schicksal lässt sich nicht wie ein TV-Format in seine Schranken weisen. Es hält für jeden im Leben unvorhersehbare Wendungen bereit, die im ersten Moment nicht immer als richtig empfunden werden.
Regisseur Danny Boyle hatte nicht im Traum daran gedacht, irgendwann einmal einen Film über Wer wird Millionär? zu drehen. Doch dann fiel ihm das Drehbuch von Slumdog Millionär in die Hände. Bereits nach wenigen Seiten war ihm klar: Dieser Film wird etwas Besonderes. Der Rest der Geschichte ist hinlänglich bekannt und erreichte den Höhepunkt mit dem Gewinn von acht Oscars inklusive der Trophäen für den Besten Film und die Beste Regie.

Slumdog Millionär Bild (12) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Erste Frage
Viele, die Slumdog noch nicht gesehen haben, fragen sich allerdings immer noch, wie ein Film funktionieren kann, der sich um Wer wird Millionär? dreht. Aber die Spielshow dient im Grunde nur als Verknüpfungsanker zwischen einem bewegenden Kinderschicksal und einer großen Liebesgeschichte.
Im Mittelpunkt steht der junge Jamal Malik, ein eher ungebildetes Slum-Kind aus der indischen Metropole Mumbay, der es in der beliebten Fernsehshow Wer wird Millionär? tatsächlich bis zur letzten Frage geschafft hat. Diese soll in der nächsten Sendung gespielt werden. Für die Macher steht jedoch fest, dass das Ghettokid betrogen haben muss. Sie lassen ihn verhaften. Unter Anwendung von brutalster Gewalt verhören ihn die Beamten. Doch Jamal hat nicht geschummelt, er wusste die Antworten. Als sich ein Polizei-Inspektor einschaltet, wird das Verhör für ihn und den durchs Fernsehen längst zur Berühmtheit avancierten Jungen zu einer Aufarbeitung von Jamals schrecklicher Vergangenheit. In Rückblenden wird deutlich, warum Jamal die Antworten kannte und dass er auch nicht wegen des Geldes bei Wer wird Millionär? mitspielt. Ihm geht es vielmehr um seine große Liebe Latika, die er schon als Kind in den Slums kennengelernt hatte. Das Schicksal trennte die beiden immer wieder, seit Jahren hat er sie nicht mehr gesehen.

Slumdog Millionär Bild (3) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Klare Antwort
Auch wenn sich Slumdog Millionär im Grunde um eine Liebesgeschichte dreht und in Indien spielt, mit einem Bollywood-Streifen hat Danny Boyles Werk nicht das Geringste zu tun - einmal abgesehen vom Abspann. Boyle schuf einen tiefgründigen Film über menschliche Schicksale und eine universelle Geschichte über die Suche nach der großen Liebe im Leben.
In eindrucksvollen und authentischen Bildern zieht einen Slumdog Millionär mitten in die indische Millionen-Metropole hinein. Die bewegende Geschichte von Jamal, der sich durch sein hartes Leben gekämpft hat und dessen einziges Ziel Latika heißt, berührt tief. Der geschickte Handlungsaufbau verknüpft gekonnt Jamals Antworten auf dem Millionenstuhl mit den Erlebnissen aus seiner Kindheit und Jugend. Allein aus handwerklicher Sicht gelang Boyle damit bereits ein Meisterwerk. Man kann dem Streifen allerdings vorwerfen, gegen Ende etwas abzuflachen und die ihm innewohnende Dynamik und Dramatik durch ein allzu schönes Schmachtende zu ersetzen. Das Ergebnis ist sicherlich Geschmackssache und dürfte viele Zuschauer auch begeistern, beraubt Slumdog Millionär aber genau genommen seiner absoluten Ausnahmestellung in der Riege der herausragenden Filme.



Zweite Frage
Wie sich Slumdog Millionär im Heimkino schlägt, konnten wir anhand einer Vorab-Presse-DVD begutachten. An der finalen Bild- und Tonqualität wird daher vielleicht noch etwas geschraubt, doch bereits jetzt zeigte sich deutlich, dass der Streifen extrem authentisch wirkt. Durch den teils ungewöhnlichen Kameraeinsatz, der zum Teil dokumentarische Züge annimmt, fielen Detailschäfe und Kontraste nicht immer perfekt aus. Auch leichtes Hintergrundrauschen war auszumachen. Der besonderen Atmosphäre des Streifens kommen diese subjektiven Qualitätsmängel jedoch zu Gute.
Auf tonaler Ebene wurde ebenfalls sehr viel Wert auf Realismus gelegt. Das pulsierende Leben Mumbays breitet sich bis ins Heimkino aus. Allerdings überdeckt der oft sehr laut einsetzende Soundtrack manchmal Dialoge und Hintergrundatmosphäre. In auditiver Gesamtheit ist dieses kleine Manko aber vernachlässigbar.

Slumdog Millionär Bild (4) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Joker
Den endgültig richtigen Eindruck von Slumdog Millionär und vor allem von dessen Dreharbeiten vermittelt dann das Bonusmaterial. Dabei lohnt die Anschaffung der Millionärs Edition oder der Blu-ray, die, was die Extras betrifft, nahezu identisch sind. Die Einzel-Disc enthält nur verkürzte und ausgewählte Features.
Während Interviews bei anderen DVDs meist zu den eher langweiligen Inhalten gehören, fesseln einen insbesondere die Ausführungen von Danny Boyle ungemein. Aber auch die Darsteller, der Drehbuchautor und der Produzent haben jede Menge interessante Dinge zu erzählen. In einem inhaltlich ausführlichen Making-of (Slumdog Dreams) und einem weiteren Featurette über die Entstehungsgeschichte des Films (Die Toilettenszene) werden noch einmal die besonderen Umstände der Dreharbeiten, des Castings und der Hintergründe des Films deutlich gemacht. Dazu kommt noch über eine halbe Stunde entfallene Szenen und eine Art Musikvideo. Auf der quantitativen Seite also nicht einmal so viele Extras, aber entscheidend sind die eigentliche Inhalte.

Fazit
Ein lebendiger Bilderrausch, eine bewegende Liebesgeschichte, ein großartiger Film, der mit tollen Extras ausgestattet wurde.


Slumdog Millionär Bild (13) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bild
Der authentische, zum Teil schon beinahe dokumentarische Look des Films hat zur Folge, dass in manchen Szenen deutliches Hintergrundrauschen zu erkennen ist.

Ton
Sehr lebendiger und realistisch-natürlicher Sound, der durch den oftmals sehr lauten Musikeinsatz manchmal etwas übertüncht wird.

Ausstattung
Auch wenn sich die Laufzeit in Grenzen hält, ziehen einen vor allem die Specials über die Dreharbeiten in ihren Bann. Danny Boyles Ausführungen sind absolut fesselnd.

(Thomas Raab)


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Kinostart: 19.03.2009
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