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Illuminati - Extended Version (DVD-Kritik)
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Der Vatikan steht vor der Vernichtung. Die zweite Verfilmung eines Dan-Brown-Bestsellers besitzt alles, was ein spannender Verschwörungsthriller benötigt.
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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24.10.2009 00:02 Uhr -
Dan Brown gehört zu den Autoren, deren Werke in vielerlei Hinsicht umstritten sind. Inhaltlich gehen sie immer wieder auf Konfrontation mit der katholischen Kirche und deren Lehren, doch auch die Wissenschaft spielt eine große Rolle. Wahre Literaturkenner oder solche, die sich dafür halten, verschreien seine Romane als pseudowissenschaftlichen Nonsens auf Groschenromanniveau. Doch der Erfolg gibt Brown recht. Insbesondere seine Werke Illuminati und Sakrileg verkauften sich weltweit millionenfach. Brown versteht es, seine Leserschaft von der ersten Seite an zu fesseln und mit seinen Verschwörungstheorien tief in seine Geschichten hineinzuziehen. Ob er sich dabei auf Halbwahrheiten oder Fakten stützt, spielt dabei absolut keine Rolle. Ähnlich wie Michael Crichton gelingt es ihm dabei, seine Fiktion beinahe als Film im Kopf des Lesers abspielen zu lassen. Die besten Voraussetzungen also für eine Kino-Adaption.
In nomine patris Nach dem großen Erfolg von Sakrileg - Der Da Vinci Code wurde der chronologisch eigentlich vor Sakrileg angesiedelte Roman Illuminati verfilmt. Das Team des ersten Films blieb dabei in den Hauptpositionen gleich besetzt. Ron Howard übernahm die Regie, Tom Hanks schlüpfte in die Rolle des Symbologen Robert Langdon. In Illuminati sieht er sich einer ganz besonderen Bedrohung ausgesetzt: Der Vatikan steht kurz vor der Vernichtung durch einen seiner Erzfeinde, den Geheimbund der Illuminati. Kurz nach dem Tod des Papstes scheint die mächtige Untergrundbewegung zum ultimativen Schlag auszuholen. Während die Kardinäle zum Konklave zusammenfinden und der Stuhl Petri leersteht, entwenden die Illuminati einen Behälter Antimaterie, deren Herstellung kurz zuvor in einem gigantischen Forschungskomplex in der Schweiz erstmals gelingt. Irgendwo innerhalb der Mauern des Vatikans versteckt, bleiben noch 24 Stunden, bis das Energiefeld des Behälters versagen und der Kirchenstaat in einer gigantischen Explosion ausgelöscht werden würde. Gleichzeitig wurden die vier aussichtsreichsten Kandidaten für das Papstamt entführt und sollen bis Mitternacht öffentlich hingerichtet werden. Zusammen mit der Physikerin Vittoria Vetra, Mitgliedern der Schweizer Garde, der Polizei und dem Camerlengo, dem päpstlichen Kämmerer, dem nach dem Tod des Papstes die Verwaltung der Kirche obliegt, soll Langdon die Hinweise auf die Illuminati entschlüsseln, den Antimaterie-Behälter finden und letztlich die Kirche vor ihrem Untergang retten. Der Verschwörungauf der Spur Zugegeben, einige Elemente in Illuminati wirken äußerst fantastisch, werden insgesamt aber schlüssig dargestellt, was den Streifen durchaus glaubhaft wirken lässt. Wer jedoch mit Sakrileg nicht viel anfangen konnte, die Story unlogisch, die wissenschaftlichen und geschichtlichen Ausführungen zu dröge und die Schnitzeljagd nach Hinweisen nicht sonderlich erbaulich fand, der wird mit Illuminati definitiv ähnliche Probleme haben. Das Tempo wurde bei Illuminati zwar deutlich angezogen, bedächtige Ausführungen zu Hintergründen, die für den Verlauf der Story wichtig sind, gibt es aber dennoch. Gerade sie sind aber das Salz in der Suppe und machen die Suche nach weiteren Hinweisen auf den Verbleib der Kardinäle und der Bombe interessant. Rom als überwiegender Schauplatz der Ereignisse kann sich beeindruckend entfalten. Mit dem Wissen, dass auf vatikanisches Verbot hin an nahezu keinem Original-Schauplatz gedreht werden durfte, erscheinen Ron Howards Bilder und seine Inszenierung umso beeindruckender. Überhaupt kann der Streifen in visueller und inszenatorischer Sicht völlig überzeugen. Das bessere Sakrileg Wie schon bei den Buchvorlagen erweist sich Illuminati als die bessere und spannendere Story. Wer allerdings eine hundertprozentige Umsetzung des literarischen Stoffes erwartet, muss sich mit einigen Veränderungen anfreunden. So wurden zum Beispiel zwei Charaktere aus dem Buch zu einer neuen Figur zusammengefasst, auch Vittorias Biografie wurde modifiziert. All das wirkt sich aber zu keinem Zeitpunkt negativ auf den eigentlichen Plot aus. Der entscheidenden Rahmenhandlung blieb man absolut treu. Auf schauspielerischer Ebene können vor allem Ewan McGregor als Camerlengo, aber auch Tom Hanks überzeugen. Ayelet Zurer wirkt in ihrer Rolle der Vittoria allerdings immer wie eine hübsche Beigabe, die neben Langdon herläuft. Entscheidend in Szene kann sie sich kaum setzen. Auch die Charaktere der vier entführten Kardinäle lösen in ihrer Opferrolle selten Emotionen beim Publikum aus. Hier wäre etwas mehr Tiefe wünschenswert gewesen. Einige kritische Passagen aus dem Buch wurden für den Film eindeutig entschärft, was wohl mit Hinblick auf möglicherweise heftige Kritik vonseiten der Kirche und christlichen Glaubensgemeinschaften geschah. Dieser Umstand macht den Film aber nicht schlechter. In der nun erscheinenden Extended Edition hat sich daran nichts geändert. Die Kinoversion war zwar um einige Szenen, zum Teil auch drastischer Natur, gekürzt worden. Die insgesamt um gut acht Minuten längere Fassung verändert das Filmerlebnis nur in Details. Die Handlung oder Aspekte davon werden so gut wie gar nicht beeinflusst. Nuschel-Hanks Bis Redaktionschluss lag uns leider nur die Verleihversion vor. Diese beinhaltet keinerlei Boni der Kauf- oder Blu-ray-version, weswegen nähere, vor allem wertende Aussagen über die Extras leider noch nicht möglich waren. Technisch überzeugte der Silberling auf ganzer Linie. Sowohl in den eher spannungsgeladenen, ruhigeren, als auch in den actionreichen Szenen begeistert die Klangweite, -fülle und -dynamik. Auch optisch macht die Arbeit von Ron Howard einen exzellenten Eindruck. Echter und einzig großer Kritikpunkt ist und bleibt die deutsche Synchronisation des Films. Über die ständig in Schwyzerdütsch sprechenden Gardisten kann man noch gnädig hinweghören, bei der Stimme von Tom Hanks hakt es dann aber gewaltig. Die genauen Umstände konnten bis heute nicht geklärt werden. Fakt ist aber, dass Hanks von seiner deutschen "Standardstimme" Arne Elsholtz gesprochen wurde, auch wenn es sich zeitweise kein bisschen danach anhört. Vor knapp zwei Jahren musste dieser aus gesundheitlichen Gründen sein Stimm-Engagement eine Zeit lang unterbrechen. Vielleicht sind es Nachwirkungen dieser Erkrankung, dass Hanks in Illuminati klingt, als ob er gerade vom Zahnarzt kommen würde. Fazit Keine 1:1-Buchumsetzung, aber eine gute Adaption und vor allem ein spannender und großartig inszenierter Verschwörungsthriller. Bild Äußerst stimmige, atmosphärische und realistische Hochglanz-Optik mit viel Tiefe und Kontrast. Minimales Hintergrundrauschen stört kaum. Ton Kraftvoll, geheimnisvoll und dynamisch. Spannungsgeladene Atmosphäre mit druckvollem Bassfundament und perfektem Score. Ausstattung Bis Redaktionsschluss lag nur die Verleihversion vor, die lediglich Werbetrailer enthält. Die Kaufversion beinhaltet eine Bonus-Disc mit umfangreichen Extras. (Thomas Raab) |
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