Der verkannte Wissenschaftler Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) wird von der ihn verehrenden Studentin Holly (Anna Friel) zu einem spontanen Feldversuch seiner Quantensprung-Maschine überredet. In einer billigen Abenteuer-Geisterbahn mitten im Nirgendwo der USA werden die beiden Möchtegern-Forscher zusammen mit dem abgehalfterten Funpark-Betreiber Will (Danny McBride) durch eine Art Wurmloch in eine Parallelwelt gesaugt, in der sich halbintelligente Affenmenschen, schuppige Echsenwesen und hungrige Dinosaurier ein Stelldichein geben. Fortan gilt es, Ricks beim Sturz in die neue Welt verloren gegangenen Apparat wiederzufinden, um in die gewohnte Welt zurückzugelangen.
Die fast vergessene Welt Bild (16)
Mit zwei überaus feinfühligen Filmen, der zu Tränen rührenden Romanze Stadt der Engel und der pointierten Tragikomödie Moonlight Mile, hatte sich Jung-Regisseur Brad Silberling um die Jahrtausendwende einen Namen gemacht. Nun verdirbt er sich seinen guten Ruf durch mehr und mehr ins plumpe Mainstream-Fach abgleitende Regiearbeiten. Während sein Lemony Snicket 2004 schon daran krankte, mehr auf Effekte und Jim Carreys Kostümierungen zu setzen als auf eine zusammenhängende Story, sinkt das Niveau mit Die fast vergessene Welt noch ganze zwei Stufen tiefer. Basierend auf der Siebzigerjahre-Serie Land of the Lost (lief bei uns unter Im Land der Saurier), inszenierte er eine beliebig wirkende Ansammlung von Slapstick-Szenen, in denen Will Ferrell gefühlte Stunden vor nur wenige Meter hinter ihm hertrampelnden Sauriern davonrennt oder die drei "Abenteurer" mit einem Schauspieler im Affenfell Konversation betreiben: Edgar Rice Burroughs (Erfinder der Caprona-Reihe) und Arthur Conan Doyle (Autor der The Lost World-Romane) würden sich im Grab umdrehen.
Unter großem Einsatz von CGI wurden zwar viele der Effekte höchst aufwendig kreiert, Typen in Kostümen und Jim-Henson-Gedächtnis-Puppen wirken jedoch wiederum so trashig, dass man sie spontan als satirische Anspielung auf den simplen Charme der alten Serie zu verstehen glaubt - würde es dem Film nicht ansonsten zu sehr an hintergründigem Humor fehlen, um als Satire durchzugehen. Eine Komödie mit billigem Schenkelklopfer-, Bad-Taste- und dem üblichen Homoerotik-Humor, die manchen Teenager zum popcornverschüttenden Grölen verleiten mag, aber vom Niveau her das ähnlich gelagerte Sci-Fi-Abenteuer Reise zum Mittelpunkt der Erde keinen Deut toppen kann - und Letzteres ist zumindest in 3D.
(Chris Knight)
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