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Zum DVD-Start von Radio Rock Revolution: Interview mit Bill Nighy
27.09.2009 00:02 Uhr -
Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit, als die Piratensender an den Start gingen?
Das unterschied sich nicht sehr von dem, was der Junge im Film erlebt. Ich ging noch zur Schule und wartete immer, bis meine Eltern im Bett und alle Lichter gelöscht waren. Dann schaltete ich das Radio an und versuchte Radio Caroline zu empfangen, um die neue Musik zu hören. Das war eine entscheidende Entwicklung. Schließlich entfernte man sich von der Musik der Eltern, die meistens von Damen und Herren in Abendkleidern und Anzügen vorgetragen wurde und vom Mond handelte. Wir hörten plötzlich Jimi Hendrix, die Stones, The Who und schwarze Soul-Musik aus Amerika. Das war damals eine radikale Veränderung, wie sie wohl auch nie mehr passieren wird. Ich hatte auch keine Ahnung, was damals der Auslöser war. Aber man war jung, als es passierte, ich liebte diese Entwicklung. Als die Sender für illegal erklärt wurden, war man sogar so eine Art Gesetzloser. Man musste nur einschalten.
Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?
Sie ist mir sehr wichtig. Am besten wird die Bedeutung von Musik deutlich, wenn man sich eine Welt ohne sie vorstellt. Selbst das fällt mir schon schwer. Ich höre ständig Musik, es ist eine Freude. Ohne Musik wäre ich nur ein halber Mensch und könnte nicht leben.
Was dachten Sie, als Sie hörten, dass Nick Frost vor den Dreharbeiten zu Radio Rock Revolution noch kein einziges Album der Stones gehört hat?
Na ja, das können Sie sich vermutlich vorstellen. Er ist schon ziemlich abgedreht. Die Tatsache, dass Nick Frost die Musik der Stones nicht kennt, hat mich so gesehen nicht wirklich überrascht. Er ist ein unheimlich netter Kerl, der sich auf vielen anderen Gebieten hervorragend auskennt, aber wie er es geschafft hat, sein Leben lang keinen Track von den Stones zu hören, ist für mich ein Rätsel. Es ist eine witzige Vorstellung, dass diese Generation die Stones nicht kennt. Aber warum sollte sie auch? Jede Generation braucht ihre eigenen Vorbilder. Sie müssen frisch und neu sein und sich zum Ausdruck bringen. Etwas schon Dagewesenes erfüllt diese Aufgabe nicht. Geben Sie Nick Zeit, irgendwann kommt auch er zu den Stones.
Was sind Ihre Lieblingssongs aus Radio Rock Revolution?
Ich würde sagen - und das ist schon überraschend, obwohl es eigentlich nicht überraschen dürfte, weil ich den Song damals schon bei der Veröffentlichung gekauft habe - es ist "I Can See For Miles” von The Who. Ein großartiger Song, der gerne innerhalb ihres Schaffens übersehen wird. Dann natürlich beide Tracks von den Stones. Zu Beginn der Dreharbeiten bekamen wir alle kleine MP3-Player mit Playlisten der Songs. Ich habe sie alle noch. Einen davon hatte ich komplett vergessen: "Stone Free” von Jimi Hendrix. Das ist so ein cooler Titel, dass ich mir nicht erklären kann, warum ich mich nicht mehr an ihn erinnerte.
Wie haben Sie Ihre Rolle angelegt? Gab es Vorbilder aus dem wahren Leben?
Nein, nicht wirklich, so etwas mache ich nicht. Im Grunde hängt alles von den Anforderungen ab, die im Drehbuch stehen. Ich betreibe keine Recherche und kann mich nicht bei jedem Part auf meine Vergangenheit beziehen. Aber in meinem Alter eine Rolle zu spielen, die 1967 lebt, versetzt einen in eine seltsame Situation. Schließlich hätte man dann den Zweiten Weltkrieg noch voll erlebt und darin gekämpft. In diesem Fall war mein Alter Ego Kampfpilot und Jahre später springt er plötzlich in jeder Menge Chiffon herum und leitet einen Piratensender. Das erfordert schon einen kleinen Spagat.
Hatten Sie Seeerfahrung, bevor Sie bei Radio Rock Revolution anheuerten?
Ich bin ein Pirat! Vergessen Sie das nicht. Ich bin sogar Krake und Pirat in einem. Da wird man nicht mehr seekrank. [schmunzelt]. Nein, ehrlich, mir ging es gut. Es war Frühling und die See ziemlich ruhig.
(Interview: Thomas Raab)
Das unterschied sich nicht sehr von dem, was der Junge im Film erlebt. Ich ging noch zur Schule und wartete immer, bis meine Eltern im Bett und alle Lichter gelöscht waren. Dann schaltete ich das Radio an und versuchte Radio Caroline zu empfangen, um die neue Musik zu hören. Das war eine entscheidende Entwicklung. Schließlich entfernte man sich von der Musik der Eltern, die meistens von Damen und Herren in Abendkleidern und Anzügen vorgetragen wurde und vom Mond handelte. Wir hörten plötzlich Jimi Hendrix, die Stones, The Who und schwarze Soul-Musik aus Amerika. Das war damals eine radikale Veränderung, wie sie wohl auch nie mehr passieren wird. Ich hatte auch keine Ahnung, was damals der Auslöser war. Aber man war jung, als es passierte, ich liebte diese Entwicklung. Als die Sender für illegal erklärt wurden, war man sogar so eine Art Gesetzloser. Man musste nur einschalten.
Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?
Sie ist mir sehr wichtig. Am besten wird die Bedeutung von Musik deutlich, wenn man sich eine Welt ohne sie vorstellt. Selbst das fällt mir schon schwer. Ich höre ständig Musik, es ist eine Freude. Ohne Musik wäre ich nur ein halber Mensch und könnte nicht leben.
Was dachten Sie, als Sie hörten, dass Nick Frost vor den Dreharbeiten zu Radio Rock Revolution noch kein einziges Album der Stones gehört hat?
Na ja, das können Sie sich vermutlich vorstellen. Er ist schon ziemlich abgedreht. Die Tatsache, dass Nick Frost die Musik der Stones nicht kennt, hat mich so gesehen nicht wirklich überrascht. Er ist ein unheimlich netter Kerl, der sich auf vielen anderen Gebieten hervorragend auskennt, aber wie er es geschafft hat, sein Leben lang keinen Track von den Stones zu hören, ist für mich ein Rätsel. Es ist eine witzige Vorstellung, dass diese Generation die Stones nicht kennt. Aber warum sollte sie auch? Jede Generation braucht ihre eigenen Vorbilder. Sie müssen frisch und neu sein und sich zum Ausdruck bringen. Etwas schon Dagewesenes erfüllt diese Aufgabe nicht. Geben Sie Nick Zeit, irgendwann kommt auch er zu den Stones.
Was sind Ihre Lieblingssongs aus Radio Rock Revolution?
Ich würde sagen - und das ist schon überraschend, obwohl es eigentlich nicht überraschen dürfte, weil ich den Song damals schon bei der Veröffentlichung gekauft habe - es ist "I Can See For Miles” von The Who. Ein großartiger Song, der gerne innerhalb ihres Schaffens übersehen wird. Dann natürlich beide Tracks von den Stones. Zu Beginn der Dreharbeiten bekamen wir alle kleine MP3-Player mit Playlisten der Songs. Ich habe sie alle noch. Einen davon hatte ich komplett vergessen: "Stone Free” von Jimi Hendrix. Das ist so ein cooler Titel, dass ich mir nicht erklären kann, warum ich mich nicht mehr an ihn erinnerte.
Wie haben Sie Ihre Rolle angelegt? Gab es Vorbilder aus dem wahren Leben?
Nein, nicht wirklich, so etwas mache ich nicht. Im Grunde hängt alles von den Anforderungen ab, die im Drehbuch stehen. Ich betreibe keine Recherche und kann mich nicht bei jedem Part auf meine Vergangenheit beziehen. Aber in meinem Alter eine Rolle zu spielen, die 1967 lebt, versetzt einen in eine seltsame Situation. Schließlich hätte man dann den Zweiten Weltkrieg noch voll erlebt und darin gekämpft. In diesem Fall war mein Alter Ego Kampfpilot und Jahre später springt er plötzlich in jeder Menge Chiffon herum und leitet einen Piratensender. Das erfordert schon einen kleinen Spagat.
Hatten Sie Seeerfahrung, bevor Sie bei Radio Rock Revolution anheuerten?
Ich bin ein Pirat! Vergessen Sie das nicht. Ich bin sogar Krake und Pirat in einem. Da wird man nicht mehr seekrank. [schmunzelt]. Nein, ehrlich, mir ging es gut. Es war Frühling und die See ziemlich ruhig.
(Interview: Thomas Raab)
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