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Radio Rock Revolution (DVD-Kritik)
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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27.09.2009 00:01 Uhr -
Zu Beginn der Sechzigerjahre veränderten britischer Pop und Rock mehr und mehr die Welt. 1966 hat die revolutionäre Neuausrichtung der Musik im Königreich ihren Höhepunkt erreicht. Überall werden die neuartigen Songs gehört und gespielt, nur nicht im Radio. Die altehrwürdige BBC befindet sich völlig in staatlicher Hand und der Staat ist gegen Rock 'n' Roll. Da die öffentlichen Radioanstalten nicht die Musik spielten, die die Bevölkerung hören wollte, suchte man sich andere, illegale Wege, den Rock 'n' Roll über den Äther zu schicken: die Geburtsstunde der Piratensender.
Let's Rock! Regisseur Richard Curtis verarbeitete in Radio Rock Revolution im Grunde eigene Kindheitserfahrungen. Wenn zu Beginn des Streifens ein Teenager statt zu schlafen heimlich unter der Bettdecke Radio Rock hört, dann hättte das auch Curtis gewesen sein können. Radio Rock sendet - wie viele andere illegale Sender auch - offshore, sprich von zu Studios umgebauten Schiffen, die in der Nordsee ankern. Anders als bei der BBC moderiert bei Radio Rock ein Haufen Paradiesvögel, Jingles lockern das Programm auf und vor allem läuft zu den Sendezeiten Rock und Pop. Sendeleiter von Radio Rock ist Quentin (B. Nighy), der unerwarteten Besuch von seinem Patenkind erhält. Schon bald gehört auch er zum Team von Radio Rock, das täglich von 25 Millionen Menschen gehört wird. Am Mikrofon wechselt sich das locker-flockige Ensemble, das auf seinem schwimmenden Sender hauptsächlich dem Hippie-Motto "Sex, Drugs and Rock 'n' Roll" frönt, im Zweistundentakt ab. Asoluter Liebling der Radio-Rock-Fans ist dabei The Duke (P. Seymour Hoffman). Auf dem Festland setzen sich spießige Politiker indes das Ziel, den illegalen Rock-Revoluzzern das Handwerk zu legen. Doch die Radio-Revolution ist längst nicht mehr aufzuhalten, selbst wenn die Piratensender im wahrsten Sinne des Wortes unterzugehen drohen. Rock 'n' Roll forever Radio Rock Revolution ist vor allem eins: Ein Film voll mitreißender Songs und positiver Energie. Die eigentliche Story plätschert streng genommen manchmal recht ziellos vor sich hin. Aber die perfekt eingefangene Stimmung jener Ära, die zugrundeliegenden, wahren Ereignisse und das kunterbunte Schauspiel-Ensemble trösten im Großen und Ganzen über das eine oder andere kleine Manko hinweg. Ohne die britische Radio-Revolution gäbe es heute auch in Deutschland keine Privatsender, wie wir sie kennen. So behandelt der Streifen zwar eine sehr britische Thematik, was sich auch im Stil des Humors und der Situationskomik niederschlägt, spricht aber letztlich jeden Komödien- und Film-Fan an, in dem noch ein echter Rocker oder Hippie steckt. Mit viel Liebe zum Detail und einem großartigen Gespür für die damalige Zeit inszenierte Richard Curtis (Tatsächlich...Liebe!) einen spritzig-witzigen Abriss einer Ära, die die Musikwelt veränderte und den wilden Sound der Sixties wieder aufleben lässt. Off Air Die positive Stimmung des Streifens wird von den hervorragenden technischen Details der DVD noch zusätzlich unterstützt. Schon zu den ersten Takten des Vorspanns rockt das Heimkino. Überhaupt geben sich zahlreiche Klassiker der Rock- und Pop-Geschichte die musikalische Ehre und werden druckvoll über die Soundanlage zum Besten gegeben. Daneben sind die Dialoge klar verständlich. Optisch lebt die Hippie-Zeit in Formen, Mustern und Farben wieder auf. Das knallig bunte und gleichzeitig leicht gedeckte Flair des Streifens kommt durch seine tolle Bildprägnanz und -schärfe perfekt zur Geltung. In dunkleren Flächen macht sich zwar leichtes Graining bemerkbar, was aber kaum ins Gewicht fällt. Zum Film wurde überdies ein Audiokommentar produziert, der ebenfalls mehrere Aspekte abdeckt: Regisseur und Produzentin sorgen für die Infos rund um die Dreharbeiten, die Darsteller Nick Frost und Chris O'Dowd ergänzen deren Ausführungen mit Anekdoten und Blödeleien. Eine unterhaltsame Mischung, der man gerne zuhört. Ansonsten hat der Silberling nur noch knapp 40 Minuten entfallene Szenen zu bieten, die beinahe schon eigenständige Episoden zum Film bilden und durchaus nett anzusehen sind. Fazit Eine absolut positive Komödie mit überzeugenden Darstellern und vor allem viel guter Musik. Bild Cooles Gesamtflair mit tollen Farben und perfekten Kontrasten. Trotz leichtem Hintergrundrauschen eine wirklich gelungene Performance. Ton Diese DVD rockt im wahrsten Sinne des Wortes: Grandiose Musikwiedergabe, ansonsten in sich eher zurückhaltend, aber auf Top-Niveau. Ausstattung Elf entfallene Szenen mit einem Intro von Richard Curtis (ca. 37 Min.) und ein Kommentar von Richard Curtis, Produzentin Hilary Bevan Jones, Nick Frost und Chris O‘Dowd. (Thomas Raab) |
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