| News | ![]() |
Detailansicht |
Zum DVD-Start von Der fremde Sohn: Interview mit Clint Eastwood
26.09.2009 00:03 Uhr -
Der fremde Sohn wurde als einer Ihrer anspruchsvollsten Filme bezeichnet. Stimmen Sie dem zu?
Nun, ich denke, dass alle meine Filme auf die eine oder andere Weise anspruchsvoll sind. Aber man könnte es wohl so beschreiben, ja.
Zeigt Der fremde Sohn in gewisser Weise die Korruption als bestehende Konstante in unserem Leben auf?
Ja, es ist eine Konstante. Und es ist eine Tatsache, dass es auch in der Geschichte von Los Angeles Momente der Korruption gab. Ich glaube, dass dies die Inspiration für die Film Noir-Filme war, die in dieser Zeit gedreht wurden.
Ich weiß nicht, wie man es mit der momentanen Wirtschaftskrise in Verbindung bringen kann, aber Korruption gibt es dort auf jeden Fall, nicht nur an der Wall Street. Jeder gibt der Wall Street die Schuld, aber es gibt Leute, die denken, dass sie sich mit einer Plastikkarte alles kaufen können, ohne auf ihre finanziellen Mittel zu achten. Wir alle leben in einer Art Traumwelt, die Leute an der Wall Street ebenso wie die Politiker.
Wie entscheiden Sie, welche Schauspieler Sie aus der Liste Ihrer Favoriten tatsächlich nehmen?
Es kommt einfach darauf an, wie man sich gerade fühlt. Als ich das Drehbuch zum ersten Mal in die Hände bekam, wurde mir gesagt, dass Angelina es gelesen hat und dass es ihr gefallen würde. Also habe ich Brian Grazer gesagt, dass es keinen Grund gibt, noch länger zu suchen. Ich mag sie sehr als Schauspielerin und außerdem ist sie eine Mutter - eine berühmte Mutter noch dazu. Ich dachte mir, dass sie all die wichtigen Dinge über ihren Charakter wissen könnte. Und die anderen Schauspieler wurden auf die gleiche Weise gecastet. Ich mache viele Castings per Video Tape. Erst wenn einer von ihnen in die engere Auswahl kommt, treffe ich mich mit ihm, um mich mit ihm zu unterhalten, lasse ihn vorsprechen und höre mir an, wie er klingt. Manchmal reicht auch schon ein kurzes Vorsprechen, so wie bei Jason Harner, der Northcott spielt. Ich wusste gleich, dass er der Richtige war.
Haben Sie mit Ihren Kinder über die Gefahr gesprochen, die von Fremden ausgehen kann - immerhin geht es in dem Film auch um einen Serienmörder?
Ich wuchs in einer Zeit auf, die der im Film sehr ähnlich war. Aber die Kinder sind trotzdem nach draußen zum Spielen gegangen. Es gab kein Fernsehen, jeder hat draußen gespielt und die Eltern haben einem immer wieder gesagt, dass man sich vor Fremden in Acht nehmen muss. Man muss sich vor dem alten Trick hüten - den ich auch im Film verwendet habe - bei dem jemand auftaucht und dir erzählt: "Deine Mutter ist im Krankenhaus. Steig schnell ins Auto und komm mit uns." Es ist einer der ältesten Tricks überhaupt und wurde von Northcott ebenso wie von vielen anderen Leuten über die Jahre hinweg verwendet. Eltern müssen ihren Kindern klar machen, dass nicht jeder Mensch gute Absichten hat.
Trotzdem will man seinem Kind ein normales Leben bieten und ihm keine Angst machen. Es soll nicht ständig daran denken, dass jemand mit einem Knüppel in der Hand hinter der nächsten Ecke lauern könnte. Diese Dinge müssen innerhalb der Familie besprochen werden und es ist die Aufgabe der Erwachsenen, ein angemessenes Umfeld für ihre Kinder zu schaffen.
Woher nehmen Sie die Energie, so viele Filme in so einer Geschwindigkeit zu drehen?
Ich weiß nicht. Ich nehme an, weil ich nicht mehr so oft vor der Kamera stehe wie früher. Es ist einfach eine gute Zeit, um Filme zu drehen.
Es ist auch auffallend, dass Sie keinen Modeerscheinungen folgen. Stattdessen setzen Sie Trends wie zum Beispiel mit dem Film Erbarmungslos als der Western eigentlich schon tot gesagt war.
Ich denke, es ist wichtiger, eine Geschichte zu erzählen als einem Trend zu folgen. Wenn man einem Trend folgt, versucht man nur, auf der Erfolgswelle anderer mitzuschwimmen. Ich könnte sicher einen weiteren Western drehen, wenn ich ein gutes Drehbuch finden würde. Aber ich habe nie ein Drehbuch gefunden, das so gut war wie das von Erbarmungslos. Für mich war Erbarmungslos mein letzter Western.
Was ist mit The Human Factor, Ihr Film über Nelson Mandela? Wie weit sind sie mit den Planungen dafür?
Im Moment plane ich noch gar nichts. Ich gehe es ruhig an. Ich werde den Mandela-Film vielleicht im März nächsten Jahres drehen. Aber jetzt mache ich erst mal eine Pause. Wir haben im Moment einen Gang runter geschaltet.
Wie sehr sind Sie in die DVD-Produktion von Filmen wie Der fremde Sohn involviert?
Man möchte, dass die DVD dem Original so nahe wie möglich kommt. Heutzutage haben die Leute schicke Fernsehgeräte, High Definition und all das und es gefällt ihnen, wenn sie zuhause das gleiche oder zumindest ein ähnliches Filmerlebnis haben wie im Kino.
Nun, ich denke, dass alle meine Filme auf die eine oder andere Weise anspruchsvoll sind. Aber man könnte es wohl so beschreiben, ja.
Zeigt Der fremde Sohn in gewisser Weise die Korruption als bestehende Konstante in unserem Leben auf?
Ja, es ist eine Konstante. Und es ist eine Tatsache, dass es auch in der Geschichte von Los Angeles Momente der Korruption gab. Ich glaube, dass dies die Inspiration für die Film Noir-Filme war, die in dieser Zeit gedreht wurden.
Ich weiß nicht, wie man es mit der momentanen Wirtschaftskrise in Verbindung bringen kann, aber Korruption gibt es dort auf jeden Fall, nicht nur an der Wall Street. Jeder gibt der Wall Street die Schuld, aber es gibt Leute, die denken, dass sie sich mit einer Plastikkarte alles kaufen können, ohne auf ihre finanziellen Mittel zu achten. Wir alle leben in einer Art Traumwelt, die Leute an der Wall Street ebenso wie die Politiker.
Wie entscheiden Sie, welche Schauspieler Sie aus der Liste Ihrer Favoriten tatsächlich nehmen?
Es kommt einfach darauf an, wie man sich gerade fühlt. Als ich das Drehbuch zum ersten Mal in die Hände bekam, wurde mir gesagt, dass Angelina es gelesen hat und dass es ihr gefallen würde. Also habe ich Brian Grazer gesagt, dass es keinen Grund gibt, noch länger zu suchen. Ich mag sie sehr als Schauspielerin und außerdem ist sie eine Mutter - eine berühmte Mutter noch dazu. Ich dachte mir, dass sie all die wichtigen Dinge über ihren Charakter wissen könnte. Und die anderen Schauspieler wurden auf die gleiche Weise gecastet. Ich mache viele Castings per Video Tape. Erst wenn einer von ihnen in die engere Auswahl kommt, treffe ich mich mit ihm, um mich mit ihm zu unterhalten, lasse ihn vorsprechen und höre mir an, wie er klingt. Manchmal reicht auch schon ein kurzes Vorsprechen, so wie bei Jason Harner, der Northcott spielt. Ich wusste gleich, dass er der Richtige war.
Haben Sie mit Ihren Kinder über die Gefahr gesprochen, die von Fremden ausgehen kann - immerhin geht es in dem Film auch um einen Serienmörder?
Ich wuchs in einer Zeit auf, die der im Film sehr ähnlich war. Aber die Kinder sind trotzdem nach draußen zum Spielen gegangen. Es gab kein Fernsehen, jeder hat draußen gespielt und die Eltern haben einem immer wieder gesagt, dass man sich vor Fremden in Acht nehmen muss. Man muss sich vor dem alten Trick hüten - den ich auch im Film verwendet habe - bei dem jemand auftaucht und dir erzählt: "Deine Mutter ist im Krankenhaus. Steig schnell ins Auto und komm mit uns." Es ist einer der ältesten Tricks überhaupt und wurde von Northcott ebenso wie von vielen anderen Leuten über die Jahre hinweg verwendet. Eltern müssen ihren Kindern klar machen, dass nicht jeder Mensch gute Absichten hat.
Trotzdem will man seinem Kind ein normales Leben bieten und ihm keine Angst machen. Es soll nicht ständig daran denken, dass jemand mit einem Knüppel in der Hand hinter der nächsten Ecke lauern könnte. Diese Dinge müssen innerhalb der Familie besprochen werden und es ist die Aufgabe der Erwachsenen, ein angemessenes Umfeld für ihre Kinder zu schaffen.
Woher nehmen Sie die Energie, so viele Filme in so einer Geschwindigkeit zu drehen?
Ich weiß nicht. Ich nehme an, weil ich nicht mehr so oft vor der Kamera stehe wie früher. Es ist einfach eine gute Zeit, um Filme zu drehen.
Es ist auch auffallend, dass Sie keinen Modeerscheinungen folgen. Stattdessen setzen Sie Trends wie zum Beispiel mit dem Film Erbarmungslos als der Western eigentlich schon tot gesagt war.
Ich denke, es ist wichtiger, eine Geschichte zu erzählen als einem Trend zu folgen. Wenn man einem Trend folgt, versucht man nur, auf der Erfolgswelle anderer mitzuschwimmen. Ich könnte sicher einen weiteren Western drehen, wenn ich ein gutes Drehbuch finden würde. Aber ich habe nie ein Drehbuch gefunden, das so gut war wie das von Erbarmungslos. Für mich war Erbarmungslos mein letzter Western.
Was ist mit The Human Factor, Ihr Film über Nelson Mandela? Wie weit sind sie mit den Planungen dafür?
Im Moment plane ich noch gar nichts. Ich gehe es ruhig an. Ich werde den Mandela-Film vielleicht im März nächsten Jahres drehen. Aber jetzt mache ich erst mal eine Pause. Wir haben im Moment einen Gang runter geschaltet.
Wie sehr sind Sie in die DVD-Produktion von Filmen wie Der fremde Sohn involviert?
Man möchte, dass die DVD dem Original so nahe wie möglich kommt. Heutzutage haben die Leute schicke Fernsehgeräte, High Definition und all das und es gefällt ihnen, wenn sie zuhause das gleiche oder zumindest ein ähnliches Filmerlebnis haben wie im Kino.
| Der fremde Sohn | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
||||||||||||||||
| Weitere Infos und Artikel finden Sie in unserer Datenbank |
| Clint Eastwood | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
||||||||
| Weitere Infos und Artikel finden Sie in unserer Datenbank |
| Weitere Artikel zum Thema: | Downloads zum Thema: | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
||||||||||||||||




