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Der fremde Sohn (DVD-Kritik)
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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26.09.2009 00:02 Uhr -
Die alleinerziehende Mutter Christine Collins erlebt eines Tages im Los Angeles des Jahres 1928 das Unfassbare: Ihr kleiner Sohn Walter verschwindet spurlos. Nach schrecklichen Wochen des Bangens scheint der Junge gefunden - doch das Kind, das die Polizei ihr übergibt, ist nicht Christines Sohn! Nicht wissend, was der fremde Knabe mit seinen Lügen bezweckt, erlebt die junge Mutter daraufhin eine Fortsetzung des Horrors: Fest davon überzeugt, den echten Walter gefunden zu haben, weigert sich der zuständige Captain, die Suche nach dem Kind fortzusetzen und legt den Fall zu den Akten. Als Christine immer vehementer darauf beharrt, das falsche Kind untergejubelt bekommen zu haben, weist die Polizei sie kurzerhand in eine Nervenklinik ein. Doch derweil eröffnen sich neue, fürchterliche Erkenntnisse, welche Christines Fall zum Politikum werden lassen.
Justiz-Drama Nach einer wahren Begebenheit entführt Clint Eastwood in die 1920er-Jahre, jedoch nicht etwa in die mondäne Ära der "Roaring Twenties", sondern vielmehr in eine düstere Welt, in der nicht nur ein kranker Kindesentführer, sondern auch ein krankender Beamtenapparat bekämpft werden muss. Der Film ist damit auch ein Appell gegen die Allmacht des Staates, der jeden sich auflehnenden Bürger mundtot machen will. Wer allerdings einen nervenaufreibenden Thriller erwartet, liegt falsch: Eastwood inszenierte den Streifen als eindringliches, aber ruhiges Justiz-Drama im Stil von Mystic River. Aber der Film ist langatmig, die Struktur schwerfällig, die Dialoge wirken teils gekünstelt. Trotz guter Momente und packender Szenen gehört Der fremde Sohn leider zu den etwas schwächeren Filmen von Clint Eastwood. Stark: seine Hauptdarstellerin Angelina Jolie, die als verzweifelte Mutter überzeugt. Eastwood-Problem Wie schon bei Gran Torino bietet die DVD nur recht magere Extras. Zumindest fielen sie bei Der fremde Sohn aber zumindest inhaltlich überzeugender aus. Ein knapp 15-minütiges Making-of liefert Einblicke in die Entstehung des Drehbuchs, Clint Eastwoods Regiearbeit und das authentische Produktionsdesign. Ein zweites Featurette mit einer Laufzeit von knapp fünf Minuten beschäftigt sich mit Angelina Jolie und ihrer Inspiration für die Rolle. Insgesamt also nur 20 Minuten Boni, die aber wenigstens einen gewissen Mehrwert zum Film bieten. Absolut überzeugend beziehungsweise ausreichend präsentieren sich Bild und Sound der Silberscheibe. Visuell werden die 20er Jahre eindrucksvoll lebendig. Gedeckte Farben und warme Kontraste runden die prägnante visuelle Performance hervorragend ab. Auditiv bewegt sich Der fremde Sohn auf qualitativ hochwertigem, wenn auch zurückhaltendem Niveau. Fazit Sicherlich nicht Eastwoods stärkster Film der letzten Zeit, aber dennoch ein lohnenswertes Thriller-Drama. Bild Minimale Bildunruhen im Hintergrund mindern das sehr gute Qualitätsniveau nur geringfügig. Gedeckte Farben fangen die 20er Jahre stimmig ein. Ton Das ruhige Drama fährt nur in Massenszenen (z.B. am Bahnhof oder auf Straßen) großes Surroundpotenzial auf. Ansonsten eher zurückhaltend gut. Ausstattung Zwei Featurettes: Kriminelle Partner: Clint Eastwood und Angelina Jolie - Making-of (ca. 14 Min.); Das bindende Glied: Angelina Jolie wird Christine Collins (ca. 5 Min.) (Raab, Sünderhauf) |
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