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Transsiberian (DVD-Kritik)
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12.09.2009 00:01 Uhr -
Tatort Zug: Bereits Meisterdedektiv Hercule Poirot und die rüstige Miss Marple untersuchten Mordfälle in der Bahn. Alfred Hitchcock ließ sogar eine Dame aus einem fahrenden Zug verschwinden. Regisseur Brad Anderson, der 2004 mit The Machinist ein echtes Independent-Highlight schuf, verlegte seinen neuesten Film ebenfalls auf die Schiene. Dabei orientierte er sich auch am Altmeister des Suspense.
Alle Einsteigen Roy und Jessie, die in China als Entwicklungshelfer tätig waren, treten die Heimreise an. Ihre erste Etappe auf dem Weg in die USA soll eine wildromantische Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau sein. Zunächst sind die beiden begeistert von dem abenteuerlichen Mikrokosmos im Zug, in dem man sich mit Wildfremden das Abteil teilt. Zudem freunden sich Roy und Jessie mit dem Spanier Carlos und seiner jungen, amerikanischen Begleiterin Abby an. Doch schon bald stellt sich heraus, dass die beiden ein dunkles Geheimnis verbergen. Als Roy bei einem Zwischenstopp den Zug verpasst und Jessie mit Carlos bei einem längeren Stopp einen Ausflug ins sibirische Hinterland wagt, eskaliert die Situation. Als dann auch noch Roy mit der Hilfe eines zwielichtigen, russischen Kommissars zurück an Bord des Zuges gelangt, steuert die Fahrt für die beiden unweigerlich in Richtung einer Katastrophe. Über weite Strecken sorgen die düstere Atmosphäre und die spannende Inszenierung für sehr gute Thriller-Momente. Teilweise fühlt man sich sogar an Hitchcock erinnert, wenn Brad Anderson seine Darsteller in stickigen Zugabteilen zeigt. Leider bleiben die meisten Figuren, mit Ausnahme von Jessie, sehr eindimensional und stereotyp. Plot-Ungereimtheiten und ein insgesamt etwas unentschlossener Handlungsbogen zwischen Beziehungsspielchen und knallhartem Konfrontationskurs, lassen den Streifen am Ende beinahe entgleisen. Letzter Halt Absolut überzeugend fiel der technische Auftritt des Silberlings aus. Visuell wird der Streifen mit einer ungeheuer knackigen Brillanz wiedergebeben. Auch der Sound sorgt für eine beklemmende und absolut realistische Atmosphäre, die zu gegebener Zeit auch in Sachen Dynamik beweist, was in ihr steckt. Insgesamt hält sich Transsiberian auditiv zwar mitunter etwas zurück, aber die Mischung aus stilleren Momenten und klangvollen Sequenzen begeistert im Heimkino. In Sachen Extras hält sich die Begeisterung dann allerdings etwas in Grenzen. Das zum Film produzierte Making-of beinhaltet zwar einige informative Details, kommt über durchschnittliche Kost von der DVD-Stange aber nicht hinaus. Gleiches gilt für die Interviews, die ebenfalls das ein oder andere interessante Statement der Befragten preisgeben, aber inhaltlich nur bedingt unterhalten. Fazit Durchaus spannender Thriller mit Anleihen an Hitchcock. Am Ende leidet der Film allerdings etwas unter Stereotypen und Ungereimtheiten. Bild Stickig, düster, eiskalt: Die Bildsprache spiegelt das Geschehen perfekt wider und macht visuell viel her. Knackig, detailliert und sehr plastisch. Ton Die enge Zugatmosphäre wird sehr gut wiedergegeben. Alle Kanäle werden angesprochen und sorgen für ein großartiges, wenn auch teils zurückgenommenes Klangfeld. Ausstattung Solides Making-of (ca. 37 Min.) von der Stange; dazu kommen noch Interviews mit Ben Kingsley, Thomas Kretschmann und dem Regisseur (ca. 18 Min.) sowie der Trailer. (Thomas Raab) |
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