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The International (DVD-Kritik)
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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29.08.2009 00:01 Uhr -
Bankenkonsortien, die ihre Verdienste auf Kosten gutgläubiger Anleger machen, skrupellose Manager, gewiefte Anwälte: Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise förderte einen Sumpf dunkler Machenschaften zutage. Tom Tykwers Streifen The International passt da hervorragend hinein, obwohl es eigentlich gar nicht so geplant war. Eigentlich sollte Tykwers Erstlingswerk im klassischen Thriller-Genre schon früher im Kino starten. Erste Test-Screenings verliefen allerdings enttäuschend, woraufhin man sich entschloss, den finalen Schnitt noch einmal zu überarbeiten. Das hatte zur Folge, dass The International genau mit dem Aufkommen der Finanzkrise in die Kinos kam.
Geschmackssache Trotz Überarbeitung, wodurch dem Streifen angeblich mehr Action verliehen wurde, blieben die Reaktionen darauf aber zwiespältig. Selbst redaktionsintern geht die Rezeption des Streifens in völlig verschiedene Richtungen. Während unser US-Korrespondent Emanuel Bergmann von einem "schleppend inszenierten Thriller, der seiner Zeit hinterherhinkt" spricht, erlebte der Autor dieser Zeilen einen hochspannenden und vor allem stilistisch beeindruckenden Hochglanz-Thriller. Man sollte sich allerdings auf jeden Fall sparen, im Vorfeld den Trailer des Films anzusehen. Dieser verrät nämlich extrem viel von der eigentlichen Handlung. Ermittlungssache Seit Jahren versucht der Interpol-Agent Louis Salinger (C. Owen), die dreckigen Geschäfte der International Bank of Business and Credit, kurz IBBC, aufzudecken. Doch immer wieder werden seine Ermittlungen behindert, wichtige Zeugen aus dem Weg geräumt. Inzwischen verfolgt er zusammen mit einem Kollegen eine neue Spur. Doch auch dieses Mal gerät die Situation außer Kontrolle. Salingers Partner bricht auf offener Straße tot zusammen und ein gesprächsbereiter Bank-Insider kommt bei einem Autounfall ums Leben. Mithilfe der New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (N. Watts) versucht Salinger, dennoch die Verwicklungen der IBBC in ein dubioses Waffengeschäft weiterzuverfolgen. Doch die Mächtigen der Bank scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. Style over substance? Die Jagd nach Verdächtigen und Beweisen führt das Duo Salinger/Whitman um den halben Globus. Nicht jeder Schritt ist dabei logisch und auch einige lose Handlungsfäden verlaufen im Sand. Keines dieser kleinen Mankos erweist sich jedoch als derart gravierend, dass die Spannung in The International darunter leiden würde beziehungsweise man den Spaß an den filmischen Ermittlungsarbeiten verliert. Obwohl man Hintermänner und Täter kennt, gelingt es Tom Tykwer, die Zuschauer mit der Story zu fesseln. Die beiden Hauptdarsteller wachsen dabei zwar nicht über sich hinaus, liefern aber eine solide Vorstellung ab. Eine spektakuläre Actionsequenz im originalgetreuen Nachbau des Guggenheim-Museums in New York sorgt für zusätzliche Adrenalinschübe. Absolutes Highlight von The International sind aber die spektakulären Schauplätze und die Bildsprache des Films. Architektonische Akzente fungieren dabei immer wieder beinahe als eigenständiger Charakter. Hochglanzoptik Visuell entpuppt sich The International daher auch im Heimkino als ganz besonderes Erlebnis. So stylish wie die Einstellungen und die Drehorte, an denen sie entstanden sind, ist auch die Bildqualität des Silberlings. Perfekte Detailschärfe und ein aufpolierter Look sorgen für eine extrem realistische und zugleich beinahe surreale Szenerie im Heimkino. Die eher dezente Sounduntermalung mit minimalistischem Score und guten, druckvollen Action-Akzenten verstärkt die kühle und distanzierte Atmosphäre des Finanz- und Wirtschaftsthrillers. Innerhalb der Extras finden sich dann zwei äußerst empfehlenswerte Audiokommentare von Tom Tykwer, einmal in Deutsch zusammen mit dem Kameramann und der Cutterin und einmal auf Englisch mit dem Drehbuchautor. Making-of und die Featurettes "Guggenheim", "Die Bedeutung der Architektur" und "Die Autostadt" befassen sich dann ausführlich mit dem Architektur-Aspekt des Films, aber auch den Dreharbeiten an eher ungewöhnlichen Filmschauplätzen. Gespickt mit vielen Statements von Darstellern und Filmemachern fallen diese Features inhaltlich sehr gut aus und verzichten auf die businesstypische Selbstbeweihräucherung. Dazu kommt noch eine erweiterte Dialogsequenz aus dem Film. Fazit Ein pulstreibender Thriller der alten Schule mit cooler Besetzung und stylishem Look. Auch technisch ein Hochgenuss. Bild Aufpolierte und spektakuläre Hochglanzoptik mit einer perfekten Detailschärfe. Auch in Totalen keinerlei qualitative Abstriche. Ton Wenige echte Actionsequenzen, die es aber in sich haben. Die Gesamtatmosphäre baut jedoch viel Spannung und Druck auf. Hervorragend. Ausstattung Sowohl ein deutscher als auch ein englischer Kommentar. Making-of und weitere Featurettes bieten tolle Einblicke in die Produktion und vor allem die Stilvorgaben des Streifens. (Thomas Raab) |
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