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96 Hours (DVD-Kritik)
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22.08.2009 00:02 Uhr -
Pierre Morel zeichnete sich bisher vor allem durch seine Kameraarbeit (Transporter) aus. Für 96 Hours nahm er erstmals auf dem Regiestuhl Platz und sorgte gleich auf Anhieb für einen actiongeladenen Thriller, der es in sich hat. Für die Hauptrolle traf er eine auf den ersten Blick eher ungewöhnliche Wahl: Wo man einen Bruce Willis oder Jason Statham erwarten könnte, verpflichtete er Liam Neeson. Allerdings gelingt es Neeson überzeugend die zwei Seiten seiner Figur - die des besorgten Vaters und die des kaltblütigen Ex-Agenten - darzustellen.
Ferientrip des Grauens Für seinen Job bei der Regierung hat Ex-Agent Bryan während seiner aktiven Zeit viele Opfer gebracht. Seine Ehe ging in die Brüche und er vernachlässigte seine Tochter. Inzwischen ist Kim 17, Bryan hat das Agentendasein an den Nagel gehangen und versucht krampfhaft ein normales Verhältnis zu Kim aufzubauen. Von Berufs Wegen ist Bryan auch immer auf die Sicherheit seiner Tochter bedacht. Daher gefällt ihm der Gedanke gar nicht, dass Kim zusammen mit einer Freundin mehrere Wochen Ferien in Paris machen möchte. Unter der Voraussetzung sich jeden Tag bei ihm zu melden, stimmt Vater Bryan dem Europatrip seiner Tochter zu. Doch bereits am Pariser Flughafen geraten Kim und ihre Freundin an einen skrupellosen Mädchenhandel-Ring. Kaum in ihrem Stadt-Domizil angekommen, brechen osteuropäische Gangster die Wohnungstür auf und entführen die beiden Mädchen. Da Kim gerade mit ihrem Vater telefoniert wohnt er der Verschleppung live am Telefon bei. Ohne auch nur einen Moment zu zögern jettet Bryan ebenfalls nach Paris und macht sich auf die Suche nach Kim. Seine erbarmungslose Spurensuche führt ihn schon bald auf die Fährte der Mädchenhändel und bringt ihn in Konflikt mit dem Gesetz. Doch Bryan lässt sich von nichts und niemanden aufhalten. Der Ex-Agent in ihm läuft wieder auf Hochtouren. Eiskalt und reuelos ermittelt und mordet er sich den Weg zu Kim frei, die in spätestens 96 Stunden in den dunklen Kanälen der Mädchenhändler für immer verloren wäre. Viel Action, einige Schwächen Die Ausgangslage - sprich die Entführung in Paris - einige Plot-Grundlagen, -Entwicklungen und deren Logik mögen zum Teil sehr konstruiert und hanebüchen wirken, alles in allem gelingt es dem Streifen aber dennoch sein Publikum zu fesseln. Das liegt zum einem an der wirklich hervorragenden Leistung von Liam Neeson, aber auch an dem fulminanten Action-Feuerwerk, das Pierre Morel bei seinem Regiedebüt abfeuert. Im Stil eines Jack Bauer sorgt Bryan ohne Rücksicht auf Verluste für sein Recht. Selbstjustiz gehört zwar nicht unbedingt zum guten Umgangston, aber macht in diesem Fall richtig Spaß. Wenn Bryan die Pariser Unterwelt aufmischt und seiner Tochter zur Rettung eilt, möchte man die fiesen Mädchenhändler am liebsten gleich selbst mit verdreschen. Hart und kompromisslos geht es in 96 Hours zur Sache und das ist auch gut so. Solider Auftritt Auf der optischen und auditiven Seite überzeugt der Streifen auf ganzer Linie. Die Soundatmosphäre wurde perfekt auf das Actionspektakel abgestimmt und geizt weder mit Effekten noch mit Dynamik. Visuell macht 96 Hours einen superben Eindruck, wobei in dunklen Szenen die Details etwas versumpfen. Davon abgesehen bewegen sich Prägnanz, Farb- und Kontrast-Werte auf überdurchschnittlich guten Werten. Durchwegs solide, allerdings ohne besonderes Highlight, fielen die Extras aus. Das Making of handelt in knapp 20 Minuten die obligatorische Selbstbeweihräucherung von Cast und Crew ab. Zur Filmpremiere in Frankreich wurde ebenfalls ein kleines Featurette mit Publikumsstimmen zum Film produziert. Sehenswert erweisen sich die sechs Inside-Action-Sequenzen, innerhalb derer man Zeuge der Entstehung einzelner Action-Szenen wird. Diese kleinen Behind-the-Scenes-Feature bieten einen tollen Blick auf die Stunt-Arbeit. Fazit Ein geradliniger Thriller mit leichten Story-Schwächen, aber einem tollen Hauptdarsteller und super Action. Bild Knackig mit guten Kontrasten und einer prägnanten Detailschärfe. In dunklen Sequenzen leichtes Rauschen und nicht mehr ganz überzeugende Schärfewerte. Ton Geradliniger und starker Action-Sound mit guter Effektpositionierung und überzeugender Heimkino-Dynamik. Ausstattung Neben einer Digital Copy hat der Silberling noch ein solides Making of, ein Featurette zur Filmpremiere und sechs Featurettes zu Entstehung einiger Actionsequenzen zu bieten. (Thomas Raab) |
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