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Der Vorleser (Blu-Ray-Kritik)
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| Blue-ray-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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22.08.2009 00:01 Uhr - Literaturkritiker, Autoren und unzählige Leser überschütteten Bernhard Schlinks Der Vorleser mit Lob. Hollywood klopfte frühzeitig an Schlinks Tür, um sich die Verfilmungsrechte zu sichern. Vor zwei Jahren war es dann so weit: Nach einer kleinen Hauptdarstellerin-Odyssee von Kate Winslet über Cate Blanchett und Nicole Kidman bis zu Marion Cotillard und wieder zurück zu Winslet begannen unter Dramatiker Stephen Daldry die Dreharbeiten. Am Ende winkten unter anderem eine Oscar-Nominierung als "Bester Film" und ein Goldjunge für Kate Winslet als "Beste Hauptdarstellerin". Gute Voraussetzungen also für einen anspruchsvollen und besonderen Heimkino-Abend. Oder vielleicht doch nicht?
Kapitel 1: Die Handlung In den 50er-Jahren lernt der 15-jährige Michael die wesentlich ältere Hanna kennen. Einen Sommer lang durchleben die beiden eine intensive Romanze voller Sex und - Bücher. Denn immer wieder besteht Hanna darauf, dass ihr junger Liebhaber ihr vorliest. Von Homer über Goethe und Schiller bis zu Tim und Struppi, Michael liest und liest. Doch eines Tages ist Hanna verschwunden. Erst Jahre später begegnet Michael, der inzwischen Jura studiert, seiner reifen Geliebten wieder - im Gerichtssaal. Hanna steht als NS-Kriegsverbrecherin vor dem Tribunal. Kapitel 2: Zäher Schinken Eine sich nackt räkelnde Kate Winslet mag ja noch halbwegs unterhaltsam sein, doch bereits in der ersten Hälfte des Streifens enttäuscht Der Vorleser durch seine Unnahbarkeit, seine Emotionslosigkeit, die träge Inszenierung und seine oftmals nicht nachvollziehbaren Handlungsweisen der Figuren. Das öde Geplänkel kumuliert schließlich in einer von Pathos überfrachteten Gerichtsverhandlung, bei der ein einziger, eigentlich logischer Satz die gesamte restliche Handlung überflüssig machen würde. Doch wieder handelt Hanna für den Zuschauer schwer nachvollziehbar. Was folgt, sind weitere lange Minuten, in denen das zentrale Element des Romans, Schuld und Vergebung, weitaus weniger intensiv und überzeugend vermittelt wird als in Buchform. Das ausgezeichnete Erscheinungsbild des Streifens, seine grandiose Ausstattung und die Darstellerleistungen retten da nicht viel. Am Rande sei bemerkt, dass Kate Winslet für ihre Rolle in Zeiten des Aufruhrs, die ihr den Golden Globe einbrachte, auch den Oscar weitaus mehr verdient gehabt hätte. Fazit Ein langatmiger, zäher Streifen, der stellenweise schon peinlich nichtssagend und sinnlos erscheint. Definitiv nicht Kate Winslets bester Film. Bild Optisch ein beindruckendes Werk, das die Stimmung und das Flair einzelner Jahrzehnte perfekt trifft. Die visuelle Brillanz gehört zu den Highlights des gesamten Films. Ton Die beiden Tonspuren spulen ihr Programm qualitativ auf höchstem Niveau ab. Genrebedingt hat das Klangfeld außer einer guten Atmosphäre nicht sehr viel zu bieten. Ausstattung Allein rund 60 (öde) Min. entfallene Szenen. Featurettes drehen sich um die Buchvorlage, den Regisseur und David Kross. Am interessantesten sind Extras zur Set-Ausstattung und dem Drehort Görlitz. Insgesamt knapp 130 Minuten plus BD-Live. (Thomas Raab) |
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