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Milk (DVD-Kritik)
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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19.08.2009 08:30 Uhr -
Als Harvey Bernhard Milk 1972 seinen Job als Versicherungsangestellter hinschmeißt und von New York nach San Francisco zieht, um sein Leben als Homosexueller öffentlich und frei zu leben, ahnt er noch nicht, welchen Einfluss er noch auf sein Land haben wird. Sechs Jahre später zieht Milk im dritten Anlauf als erster schwuler Stadtrat San Franciscos in ein öffentliches Amt ein. Im Vorfeld, aber auch nach dem riesigen politischen Erfolg wird Milk zur Galionsfigur im Kampf für die Rechte und Gleichberechtigung Homosexueller in den USA.
Der Preis dafür ist jedoch hoch: Milks Privatleben bleibt auf dem steinigen Weg zum Stadtrat auf der Strecke. Seine politischen wie gesellschaftlichen Feinde rüsten zum Gegenschlag. Aber sein Einfluss auf die Schwulen- und Lesbenbewegung in seinem Land bleibt bis heute wegweisend. Coming-out In den USA wurde Harvey Milk weit über die Schwulenszene hinaus zu einer Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Bei uns hält sich seine Popularität eher in Grenzen. Gus Van Sants Streifen hat daher ein wenig mit dem Nachteil zu kämpfen, in unseren Breitenkreisen thematisch etwas schwerer zugänglich zu sein und eher ein Nischendasein zu fristen. Doch das filmische Coming-out des Streifens lohnt sich durchaus. Van Sant erzählt geradlinig, ehrlich und unaufdringlich die Geschichte Milks, ohne in Homosexuellen-Klischees zu verfallen. Der ruhige Erzählrhythmus führt zwar dazu, dass der Streifen mitunter behäbig dahinplätschert, doch allein Sean Penns oscarprämierte Darstellerleistung macht Milk extrem glaubhaft und am Ende bewegend. Van Sant fing die Atmosphäre von damals perfekt in Bildern ein und verlieh Milk durch das Einweben von Originalaufnahmen auch eine gehörige Portion Authentizität. Solide Diese Mixtur aus alten Originalaufnahmen und gedrehten Filmszenen geht subjektiv zu Lasten der Bildqualität des Streifens, verleiht ihm aber auch viel Charme und Realitätsnähe. Der uns vorliegende Testausschnitt in finaler DVD-Qualität wirkte in seinen gedeckten Sepiatönen zudem bewusst auf nostalgisch getrimmt, vermittelte aber auch eine stimmige visuelle Atmosphäre. Beim Sound hält sich Milk ebenfalls bedeckt und zurückhaltend, was aber auch völlig in Ordnung geht. Das Bonusmaterial des Silberlings gibt dann noch einmal einige Einblicke in das Leben Harvey Milks, aber auch in die Produktion des Films. Besonders hervorzuheben sind dabei die Statements und Aussagen von Milks Weggefährten, die am Film mitwirkten und sehr persönliche Erinnerungen an ihren Freund und Mentor preisgeben. Fazit Ein unaufdringlich und klischeefrei erzähltes Biopic-Drama mit einem grandiosen Sean Penn in der Hauptrolle. Bild Alte Archivaufnahmen und absichtlich auf alt getrimmte Sequenzen unterstreichen den leichten Doku-Charakter. Zudem sorgen Sepiatöne für Authentizität. Ton Erwartungsgemäß zurückhaltend und primär auf die Dialoge ausgelegt. Bei Massenszenen (Kundgebungen etc.) auch räumlich sehr überzeugend. Ausstattung Nette Einblicke in die Produktion und interessante Kommentare und Interviewparts von Zeitzeugen und ehemaligen Mitarbeitern von Harvey Milk. Gute Ergänzung zum Film. (Thomas Raab) |
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