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Watchmen - Die Wächter (DVD-Kritik)
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| DVD-Kritik | |||||||||||||||||||||||||||||
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15.08.2009 00:03 Uhr -
Man stelle sich vor, Superhelden gäbe es wirklich. Wären die kostümierten Verbrechensbekämpfer dann wirklich solch strahlende Persönlichkeiten wie der ehrenwerte Superman und so schillernde Gutmenschen wie der coole Spidey? Oder hätten wir es wohl eher mit wenig heldenhaften Gestalten, gebrochenen Individuen und Möchtegern-Vigilanten mit fragwürdigen Motiven zu tun? Von dieser Tatsache ging der Comic-Autor Alan Moore für seine Geschichte Watchmen aus, die ab 1986 in zwölf Teilen erschien. Mit seinem bitteren Abgesang auf die bis dahin stets als Gewinner porträtierten Übermenschen in Verkleidung zeigte Moore auf, zu welch vielschichtiger Auseinandersetzung mit ethisch-moralischen Fragen das Medium Comic tatsächlich in der Lage war (und noch immer ist). Er perfektionierte die Kunstform der Graphic Novel, revolutionierte damit die US-amerikanische Comic-Kultur und ebnete einer neuen Generation von Grafik-Literaten den Weg.
Parallelwelt Schauplatz der Handlung ist ein alternatives Amerika in den 80er Jahren, das den Vietnamkrieg gewonnen hat. An der Spitze der Weltmacht steht noch immer Richard Nixon als Präsident. Superhelden - oder Personen, die es trotz fehlender Superkräfte gern sein wollen - gehören in dieser Welt zum Alltag. Ihre Aktivitäten wurden allerdings vor Jahren gesetzlich verboten, was letztlich zur Trennung der Watchmen genannten Gruppierung von Gleichgesinnten geführt hatte. Während der kalte Krieg mit Russland gerade auf einen neuen Höhepunkt zusteuert, wird eines der früheren Mitglieder der Truppe ermordet. Der Einzelgänger Rorschach, der das Maskierten-Dasein nie wirklich aufgeben konnte, nimmt die Ermittlungen auf und stattet seinen ehemaligen Kollegen einen Besuch ab. Magnum opus Regisseur Zack Snyder übertrug das vielschichtige Mosaik aus popkulturellen, politischen und historischen Teilchen in ein imposantes filmisches Gesamtkunstwerk mit Anleihen an allerlei Genres wie Thriller, Film Noir und Science Fiction. Seine Adaption der Comic-Literatur zeugt so sehr von Werkkenntnis und vor allem -verständnis, dass es wirklich bedauerlich ist, dass der geistige Vater der Vorlage seinen Namen nicht für die Produktion hergeben mochte. Wegen Alan Moores Aversion gegen Hollyood wird im Vorspann nur der Zeichner Dave Gibbons als Co-Creator der Graphic Novel aufgeführt. Diese Schmach hat Snyder wahrlich nicht verdient, beweist er doch goldrichtiges Gespür für die Übersetzung von einem Medium ins andere. Der Film ist durch und durch dem Geist der Vorlage verpflichtet, was bereits in der wundervoll detailverliebten Vorspannsmontage ersichtlich wird. Obwohl kleine Details zugunsten glaubwürdiger Verfilmbarkeit abgeändert wurden, ist der Film durchweg ebenso düster, kompromisslos und brutal wie der Comic - letzteres allerdings immer als verständliche Notwendigkeit im Sinne der Handlung. Dennoch ist die Gewaltdarstellung mitunter so drastisch, dass die 16er-Freigabe fragwürdig erscheint. Ein besonders glückliches Händchen hatte der Regisseur bei der Musikauswahl. Von manchem Zuschauer gescholten, fangen die Popsongs von Bob Dylan bis Nena das Zeitkolorit perfekt ein und werden von Tyler Bates‘ Kompositionen wundervoll ergänzt. Who watches the Watchmen? Es mag am ernüchternden Einspielergebnis in den deutschen Kinos liegen oder am Wissen um die Kaufbereitschaft eingefleischter Fans, die zunächst sicherlich mit der normalen Fassung vorlieb nehmen werden. Eine Ausgabe des rund 25 Minuten längeren Director's Cut ist für den deutschen Markt jedenfalls vorerst nicht angekündigt. Gerüchten zufolge soll dieser in den USA von Warner jedoch auch auf Blu-ray als Codefree-Disc veröffentlicht werden, so dass europäische Käufer US-Scheiben problemlos abspielen können. Wer den Importaufwand scheut und mit der "nur" zweieinhalbstündigen Kinofassung zufrieden ist, darf sich allerdings ebenfalls über eine gelungene Disc freuen. Die deutsche Ausgabe ist technisch beinahe makellos und begeistert über die gesamte Laufzeit mit einer absolut runden Tonabmischung. Lediglich beim Bild ist noch minimal Luft nach oben. Wenn die X-Men-Filme mit ihrem klinisch reinen High-Tech-Look ein Hochglanzcomicheft darstellen, dann ist die DVD-Präsentation von Watchmen eher eine bodenständige Tageszeitung. Details sind gut erkennbar und wirkliche Mängel sind nicht zu beanstanden. Doch der letzte Feinschliff in Sachen Plastizität fehlt dem leicht matt wirkenden Bild dann doch. Hier bleibt die Hoffnung auf eine noch brillantere HD-Variante auf der Blu-ray-Disc. Watch Closer Angesichts des Extra-Menüs, das für die zweite DVD versprochen wird, die uns zum Test noch nicht vorlag, ist das kurzweilige Special des ersten Silberlings nur ein erster Appetithappen. In ca. 16 Minuten geht es darin um die wissenschaftlichen Hintergründe der Story, die Snyder von einem Physikprofessor unter die Lupe nehmen ließ. Für die 2er-Edition sind zudem folgende Features angekündigt: "Das Phänomen: Das Comic, das die Comics änderte", "Wahre Superhelden, Echte Wächter" sowie die Video-Journale, die bereits aus dem Internet bekannt sind. Nur ein Regiekommentar wird noch schmerzlich vermisst, da Snyder diesen voraussichtlich erst für die geplante Ultimate Edition einsprechen wird. Fazit Bereits die Kinofassung überzeugt durch Vorlagentreue und Komplexität. Technisch wäre nur marginal mehr drin gewesen. Bild Auch dunkle Sequenzen sind gut durchschaubar. Die Gesamtwirkung könnte minimal plastischer, knackiger und kräftiger sein. Ton Tolles Sounddesign, auf allen Kanälen ist immerzu etwas los. Der Mix aus Score, Popsongs und Effekten zieht in den Bann. Ausstattung Zum Test lag uns nur Disc 1 vor (identisch mit der Einzel-DVD-Version), aber die Ankündigung der weiteren Extras klingt vielversprechend. (Steve Buchta) |
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