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State of Play: Der Stand der Dinge - Review/Filmkritik

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:
Knitter-Look und Macho-Gehabe: Russell Crowe als investigativer Reporter in einem Polit-Verschwörungsthriller im Stile der Grisham-Verfilmungen der Neunzigerjahre.

Filmkritik
16.06.2009 12:20 Uhr -
State of Play - Stand der Dinge, Szenenfoto (44) [Quelle: siehe Bildergalerie]

Aus einst erfolgreichen Serien Kinofilme zu basteln, steht in Hollywood hoch im Kurs (siehe Starsky & Hutch und Miami Vice oder kommende Produktionen wie A-Team, Knight Rider und Magnum). Für State of Play ließ man sich - wie schon einmal bei Traffic (Remake der Serie Traffik von 1989) geschehen - von einer gleichnamigen britischen Miniserie (von 2003) zu einer Leinwandadaption inspirieren. Und da Hollywood nun mal die amerikanische Traumfabrik ist, wurde die Handlung flugs von England in die USA verlegt, genauer gesagt von London nach Washington D.C.

State of Play - Stand der Dinge, Szenenfoto (1)
In der US-Hauptstadt wacht der Washington Globe als eines der medialen Organe über das Geschehen in Stadt und Politik. Cal McCaffrey, Print-Reporter-Haudegen mit besten Connections, wird auf einen Mord in der Drogenszene angesetzt, bei dem ein unbeteiligter Fahrradfahrer schwer verletzt wurde. Weitaus mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt jedoch am selben Tag der angebliche Selbstmord der Assistentin des Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck), die sich vor eine U-Bahn geworfen haben soll. Denn schon bald stellt sich heraus, dass Collins - ein alter Kumpel von McCaffrey - eine Affäre mit der Toten gehabt hat.

State of Play - Stand der Dinge, Szenenfoto (12) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Da Collins den Vorsitz in einem Untersuchungsausschuss innehat, der sich mit millionenschweren Aufträgen für einen sogenannten militärischen Dienstleister befasst, vermuten die beiden Jugendfreunde eine Verschwörung, um Collins zu diskreditieren. Angesichts dieser Brisanz schmeckt es McCaffrey gar nicht, dass seine Chefin (Helen Mirren) die unerfahrene Online-Journalistin Della Frye (Rachel McAdams) auf diesen Fall angesetzt hat, während er selbst sich mit dem in der Klinik liegenden Fahrradfahrer beschäftigen soll. Doch dann tauchen erste Anzeichen auf, dass sein Drogenfall und die Affäre um Collins irgendwie zusammenhängen - und die Assistentin seines alten Freundes Opfer eines Mordanschlags wurde ...

State of Play - Stand der Dinge, Szenenfoto (14) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Erinnerungen an die Grisham-Filme der Neunzigerjahre werden wach, wenn eine politische Verschwörungskrimi-Handlung auf einen Top-Cast trifft. So erweist sich State of Play bis in die Nebenrollen fein besetzt, allen voran Helen Mirren als matriarchalisch-energische Chefredakteurin, Robin Wright Penn als Collins Gattin (und - wie pikant - Ex-Affäre von McCaffrey), Jason Bateman als aalglatt-weinerlicher Mittelsmann sowie Jeff Daniels in einem Miniauftritt als Polithaudegen.

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Im Mittelpunkt jedoch steht Russell Crowe (mit Modern-Talking-Gedächtnis-Frisur) in der ursprünglich für Brad Pitt angedachten Rolle als rüpeliger Routinereporter im Nick-Nolte-Knitter-Look, der sich anfangs in seiner Macho-Arroganz der Jungspund-Kollegin Della heillos überlegen fühlt, um im Laufe der Handlung mit der sich als durchaus clever entpuppenden Online-Redakteurin immer besser zusammenzuarbeiten.

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Kevin Macdonald singt in seinem Thriller-Drama ein Hohelied auf den investigativen Journalismus (inklusive einer Tiefgaragenszene als Hommage an den Polit-Journalismus-Thriller Nummer 1, Die Unbestechlichen) und lässt den Zuschauer an hitzigen Diskussionen über Aufgaben und Auflagen der Zeitung sowie dem mehrmaligen Verschieben des Drucklegungstermins teilhaben, um so die Spannung zusätzlich zu erhöhen. Zwar überlagert dies zuweilen die facettenreiche und - angesichts aktueller Kritik über Söldner-Dienstleister wie Blackwater - mit realer Brisanz versehene Handlung, dennoch versteht es das BBC-Serien-Remake, über die ganze Länge des Films die Spannung hoch zu halten, ohne sich in übertriebenen Actioneinlagen zu ergehen. Wer die Grisham-Verfilmungen schätzte, findet in State of Play ihren gebührenden Nachfolger.


(Tim Sünderhauf)

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State of Play - Stand der Dinge
France, United Kingdom, United States of America
2009
Thriller, Mystery, Drama, Crime
State of Play
Kinostart: 18.06.2009
ca. 127 Minuten
Universal Pictures
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