08.06.2009 11:00 Uhr -
Che: Revolución (Teil 1) Bild (1) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Erster Teil des aufwendigen Biopics über das Leben des Revolutionärs Ernesto "Che" Guevara. Nach einer kurzen Einführung über das erste Treffen zwischen dem charismatischen argentinischen Arzt und dem umtriebigen Exil-Kubaner Fidel Castro setzt Regisseur Soderbergh sofort mit der Fahrt der Befreiungskämpfer nach Kuba ein und erzählt dann in einer für einen Kinofilm seltenen Detailverliebtheit von den vielen Wochen und Monaten des Lebens im Dschungel der Insel: von langen und kraftraubenden Märschen; vom tagelangen Ausharren im tropischen Regen; von den Kontakten mit den den Revolutionären teils reserviert gegenüberstehenden Bauern; von Problemen bei den Rekrutierungsmaßnahmen mit Deserteuren und anderen politischen Gruppen, die ihre eigenen Ziele verfolgen; und von den Scharmützeln mit dem Militär des verhassten Batista-Regimes. Bis gegen Ende von Teil 1 die Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Santa Clara im Zuge langer und verlustreicher Häuserkämpfe in den Mittelpunkt rückt.
Che: Revolución (Teil 1) Bild (2) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Soderbergh verdient Lob für seinen Mut, die Geschichte des vom Arzt zum Führer der Revolution aufsteigenden Che Guevara in einem Tempo zu erzählen, das teils dokumentarischen Charakter hat und viel Platz für die Entwicklung seines Charakters lässt. Doch dies ist zugleich das Manko eines Films, der sich streckenweise durch die Handlung schleppt wie seine Protagonisten durch den Dschungel. Man muss schon ein Guevara-Fan, im Herzen ein Sozialist oder zumindest historisch sehr interessiert sein, um von diesem Teil-Biopic durchgehend gefesselt zu sein.
Che: Revolución (Teil 1) Bild (3) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wer sich das zeitgeschichtliche Drama unter diesen Umständen aber gönnt, wird mit einer überaus realistisch wirkenden und schauspielerisch vor allem von Benicio Del Toro überzeugenden Inszenierung belohnt.