01.04.2009 09:40 Uhr -
Rachels Hochzeit: Bild (1)
Ex-Junkie Kym (hierfür für den Oscar nominiert: Anne Hathaway) unterbricht ihre Therapie, um für die Hochzeit ihrer Schwester heimzukehren. Die in einem Hang zur Selbstverachtung begründete Ruppigkeit und der Zynismus, den die junge Frau an den Tag legt, sorgen jedoch schon kurze Zeit nach anfänglicher Wiedersehensfreude für erste Konflikte.
Rachels Hochzeit: Bild (2)
Auch die im großen Kreis von Freunden und Familie hauptsächlich harmonisch verlaufende Vorfeier und die eigentliche Hochzeit, bei der sogar das Wetter mitspielt, können so letztendlich nichts daran ändern, dass alte Wunden wieder aufreißen und lange unterdrückte Gefühle der Wut und der Enttäuschung vor allem bei der Braut Rachel, aber auch bei Kym selbst nach oben gespült werden. Denn nicht nur, dass Rachel das Gefühl hat, dass sie hinter der problematischen Kym immer zurückstehen musste, es scheint für alle - so auch die geschiedenen Eltern - nach wie vor nur schwer überwindbar, dass Kym einst den Tod ihres kleinen Bruders verursachte.
Rachels Hochzeit: Bild (3)
Vier Jahre nach seinem letzten Spielfilm Der Manchurian Kandidat inszenierte Jonathan Demme (Das Schweigen der Lämmer, Philadelphia) im pseudodokumentarischen Stil mit Handkamera dieses Drama um alte Familienkonflikte. Eine teils gekonnt beobachtende Milieustudie, weist diese jedoch in der naturgetreuen Wiedergabe der großen Feierlichkeiten deutliche Längen auf und schwankt so zwischen Banalität und Sentimentalität einerseits und großen dramatischen Momenten andererseits.
Rachels Hochzeit: Bild (4)
Wer schon immer mal die Hochzeit anderer Leute inklusive aller Tischreden und Gesangseinlagen sowie das mehrmalige Einräumen einer Geschirrspülmaschine in gefühlter Echtzeit miterleben wollte, wird hier womöglich ebenso richtig liegen wie Menschen mit Hang zu konfliktgeladenen Stimmungsporträts. Für alle anderen dürfte jedoch auch die absolut überzeugende Performance aller Darsteller (darunter Altstar Debra Winger in der Rolle der egoistischen Mutter) nicht wirklich Motivation genug sein, Geld für eine Kinokarte auszugeben.