02.02.2009 17:14 Uhr -
Spirit (Gabriel Macht) unterstützt die Polizei im Kampf gegen Kriminelle. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Verfilmung des Kult-Comics
The Spirit von Zeichner-Legende Will Eisner - es sollte für Frank Miller der große Triumph werden. Immerhin trafen bei diesem Projekt Ikonen der Comicwelt aufeinander: Der eine, Frank Miller, wird als genialer Schöpfer von Graphic Novels wie
The Dark Knight Returns und nicht zuletzt
Sin City gefeiert. Der andere ist ein Wegbereiter der Erwachsenen-Comics. Eisners Noir-Geschichten revolutionierten das Genre in den 40ern. Dass Mr. Miller nun mit Eisners
The Spirit sein Regiedebüt feiern wollte - es schien nur zu gut zu passen! Als dann noch die Traumbesetzung bekannt wurde - allen voran Eva Mendes, Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson - schätze man den Streifen fast als Selbstläufer in Sachen Megaerfolg ein. Wie sehr man sich doch täuschen kann.
Weit oben auf der Liste: Der Octopus (Samuel L. Jackson). [Quelle: siehe Bildergalerie]
Millers Film ist wie eine verunglückte Version von
Sin City. Alles ist gleich - und doch so signifikant anders. Da ist zunächst der einsame Held: ein Raubein mit Herz, ein gefallener Held, der den Film mit einer melancholischen Voice-Over-Sequenz einleitet. Spirit (unscheinbar: Gabriel Macht) ist ein von den Toten auferstandener Cop, der die örtliche Polizei bei der Arbeit unterstützt, dabei aber nach seinen eigenen Regeln handelt. Spirit bewegt sich in einer schwarz-weißen Welt, in der vereinzelte Rot-Tupfer für markante Akzente sorgen. Jeder Frame des Streifens sieht aus, als habe man ihn direkt aus einem Comicheft abgefilmt. Visuell ist das zunächst durchaus interessant anzuschauen; fast erhält der Film dadurch einen experimentellen Anstrich. Doch die übersorgfältig komponierten Bilder wirken auf Dauer wie ein steif aneinander gereihter Scherenschnitt, in dem sich die agierenden Figuren wie Kasperlepuppen bewegen.
Knapp dahinter: Silken Floss (Scarlett Johansson). [Quelle: siehe Bildergalerie]
Unterstützt wird dieser Eindruck vom merkwürdig hölzernen Schauspiel der Darsteller. Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson spielen das diabolische Duo Silken Floss und Octopus. Sie sind Spirits Widersacher, hüten einen fiesen Plan (Stichwort: Genmanipulation und Konsorten...). Tatsächlich offenbaren sie in einer unendlich lächerlichen Sequenz ihre Motive, indem sie zur deutschen Nationalhymne und als Nazis verkleidet wie Derwische umher hüpfen. Fast tun sie einem in diesem Moment leid.
Eva Mendes bringt als Juwelendiebin Sand Saref einen Hauch von Glamour in den Film und darf so lässige Sätze wie "Shut up and bleed!" ("Halt die Klappe und blute") sagen. Doch in dem wirren Geflecht an Damen, die den Geister-Detektiv Spirit umschwirren, geht sie irgendwie unter. Denn nicht nur mit Sand Saref verbindet Spirit eine leidenschaftliche Vergangenheit - überhaupt tauchen allerlei Frauenzimmer auf, die ebenso schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit eines überflüssigen Kurzauftritts verschwinden.
Auch mit dabei: Sand Saref (Eva Mendes). [Quelle: siehe Bildergalerie]
Es erübrigt sich wohl, darauf hinzuweisen, dass die Geschichte niemals wirklich zu fesseln vermag. Witzlos und uninspiriert schleppt sich die Handlung dahin. Lange Zeit hofft man, dass der große Clou noch kommt. Er bleibt leider bis zum Ende aus.