27.01.2009 11:52 Uhr -
Benjamin (Brad Pitt) altert rückwärts. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Als dem Unternehmer Thomas Button 1918 ein Sohn geboren wird, sieht dieser gruseligerweise aus wie ein Greis. Verzweifelt legt Button ihn vor einer Pension in New Orleans ab, wo ihn die gutmütige Schwarze Queenie findet und aufzieht. Wie sich herausstellt, scheint das Wunderkind Benjamin, so der Name des Kleinen, tatsächlich rückwärts zu altern: Er wird mit den Jahren immer jünger, wächst zu einem hutzeligen, alten Mann heran, dann zu einem älteren Herren und zieht irgendwann in die Welt hinaus, um mit Freunden und Frauen, Krieg und Krisen konfrontiert zu werden.
So bleibt Daisy (Cate Blanchett) und ihm nur wenig Zeit, in der sie halbwegs gleich alt sind. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Doch das Wichtigste in seinem Leben ist über die Jahrzehnte immer Daisy, die er als kleines Mädchen kennenlernt, Jahre später wiedersieht, wieder aus den Augen verliert, um sich mit ihr, als beide endlich auch geistig gereift sind, auf die große Liebe ihrer beider Leben einzulassen. Bis der inzwischen zum lässigen Twen gewordenen Benjamin erkennen muss, dass sein ihn auf das Teenager- und dann Kindesalter hinführendes Leben mit Daisys Zukunft unvereinbar scheint...
Eine verfahrene Situation. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Adaption eines jahrzehntelang als unverfilmbar geltenden Buches von F. Scott Fitzgerald ist eine Geschichte über die Vergänglichkeit des Lebens und die Liebe, die dieses Leben zu überdauern und all seine Hürden zu überwinden vermag. Es ist eine ungemein sanfte Lovestory, doch trotz aller Tragik plätschert das zweidreiviertelstündige Werk zeitweilig sehr dahin. Wäre nicht das Phänomen des immer jünger werdenden Benjamin und seine dadurch bedingte ganz eigene Art, das Leben und die Menschen kennenzulernen, David Finchers Film wäre ein an Höhepunkten armes, schleppendes Melodram. Wovon der Film also lebt, ist einerseits die wundersame Grundgeschichte, zum anderen die absolut bestechende, teils digitale, teils exzellenter Make-up-Arbeit geschuldete Umsetzung von Benjamins Verjüngungsprozesses genauso wie Daisys Alterung.
Und wenn Brad Pitt auch zu oft ohne große Gesichtsregung aufspielt, beweist Cate Blanchett mit ihrer zeitweilig jugendhaft-flippigen, später erwachseneren bis hin zu gediegenen Performance erneut den von kaum einer anderen Darstellerin erreichten Facettenreichtum ihrer Schauspielkunst. Wer sich damit zufriedengibt, wird von einer märchenhaft anmutenden Geschichte verzaubert. Wer jedoch große Emotionen, Tragik oder Humor erwartet, dem dürfte
Benjamin Button schlicht zu langweilig sein.