19.01.2009 17:12 Uhr -
Christine (Angelina Jolie) erlebt einen Albtraum: Ihr Sohn wird entführt. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Angelina Jolie spielt Christine Collins, eine alleinerziehende Mutter im Los Angeles der Zwanzigerjahre. Als ihr Sohn Walter eines Tages spurlos verschwindet, wird für sie der schlimmste Albtraum zur Wirklichkeit. Dazu kommt, dass die Polizei sie als hysterisch abstempelt und das Verschwinden ihres Sohnes nicht weiter ernst zu nehmen scheint. Doch dann erhält sie den scheinbar erlösenden Anruf, die Polizei habe ihren Sohn gefunden.
Damit ist es nicht getan: Die Polizei händigt ihr kurzerhand einen anderen Jungen als ihren Sohn aus. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Als sie ihn, unter Begleitung von Polizei und der Presse, vom Bahnhof abholen will, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es der Falsche ist: Der Junge ist nicht ihr Sohn. Doch die anwesenden Polizisten wollen ihre Einwände nicht zur Kenntnis nehmen. Kein Mensch scheint ihr zu glauben. Allein der Radioprediger Gustav Briegleb (John Malkovich) ist auf ihrer Seite. In seinen Predigen und Radioansprachen prangert er immer wieder die Korruption und Unfähigkeit der Polizei von Los Angeles an. Nun nimmt er sich ihres Falls an. Doch der massive Polizeiapparat setzt sich zur Wehr: Christine wird verhaftet und in eine Irrenanstalt gesperrt. Gleichzeitig erhärtet sich der Verdacht, dass ihr Sohn Walter womöglich Opfer eines Serienmörders geworden ist.
So unfassbar das klingt: Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Clint Eastwoods Filme sind meist solide inszeniert, anspruchsvoll und zuverlässig.
Der falsche Sohn ist eine Ausnahme: Der Film ist langatmig, die Struktur schwerfällig, die Dialoge wirken enorm gekünstelt und Angelina Jolie ist in der Rolle als verzweifelte Mutter fehlbesetzt und verkrampft. Die rechte Spannung will sich nicht aufbauen. Es ist bedauerlich, dass Eastwood und Drehbuchautor J. Michael Straczynski eine an sich so fesselnde Geschichte dermaßen undramatisch umgesetzt haben. Trotz guter Momente und gelegentlich packender Szenen ist
Der falsche Sohn leider einer der schwächeren von Eastwoods Filmen.
(
Emanuel Bergmann)