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Australia

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:
Nicht ein großer Film, sondern eher zwei halbe.

Filmkritik
05.01.2009 12:28 Uhr - Ein großes Epos wollte Baz Luhrmann mit Australia schaffen. Für den Film über seine Heimat wurde nicht an Aufwand gespart: Große Stars (Nicole Kidman, Hugh Jackman) in den Hauptrollen, die wie die meisten Darsteller auch aus Australien stammen, monatelange Drehzeit, ein paar tausend Tiere... Es kam nur leider nicht ein großer Film dabei heraus, sondern eher zwei halbe. Doch der Reihe nach:

Die vornehme Lady Ashley (Nicole Kidman) passt zu Beginn kaum nach Australien. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die vornehme englische Lady Ashley (Kidman) reist 1939 nach Australien, wo ihr Mann eine Viehzucht unterhält. Ihr erster Schock lässt nicht lange auf sich warten: Der Vertrauensmann, der sie in Darwin abholen und zur Outback-Ranch bringen soll, entpuppt sich als der Drover (Jackman): Ein rauer, verstruppter Cowboy mit ungehobelten Manieren, aber dem Herzen am rechten Fleck - vor allem für die eingeborenen Aborigines, die schwer unter den Weißen zu leiden haben. Besonders "Mischlinge" wie den kleinen Nullah, Erzähler des Films, trifft es hart: Sie werden aus ihren Familien gerissen und in Missionsschulen umerzogen.

Er schon eher: Der Drover (Hugh Jackman). [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vor Ort wartet der nächste Schock auf Sarah Ashley: Ihr Mann wurde ermordet! Doch statt dem verräterischen Vorarbeiter Fletcher (David Wenham) in die Hände zu spielen und an den alles beherrschenden Viehbaron Carney (Bryan Brown) zu verkaufen, stellt sie sich der Herausforderung. Mit Dovers Hilfe treibt sie die Herde trotz zahlreicher Widrigkeiten nach Darwin, um sie an die Armee zu verkaufen.


Die sich abzeichnende Romanze hält sich mit Überraschungen zurück. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bis dahin hat man eher eine Art Western vor sich, erst nach dem Viehtrieb beginnt das Drama. Drover (ja, die Figur hat keinen anderen Namen) und Sarah kommen sich näher und bauen die Farm wieder auf, Sarah wird für Nullah zu einer Ersatzmutter. Doch die Idylle wird von Drovers Freiheitsdrang, Nullahs Spaltung zwischen der Welt der Weißen und der Aborigines und dem neuen Viehbaron bedroht. Als Nullah in die Mission verschleppt wird und Sarah ihn retten will, brechen die Kriegsvorbereitungen und der Krieg selbst über Australien herein. In den Wirren des Angriffs muss die Patchwork-Familie zueinander finden.

Drama vor Kriegskulisse. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Das alles ist abenteuerlich, aber nicht so ergreifend und atmosphärisch wie gedacht. Denn dank des Viehtriebs fehlt dem Drama die Zeit, sich voll zu entfalten, vieles wirkt versatzstückhaft. So bleibt ein gutes, aber nicht großartiges Drama mit guten Darstellern, schönen Landschaftsaufnahmen und vielen gefühligen Einstellungen, die bei weitem nicht klischeefrei sind. Die Weite Australiens verliert sich etwas in hübscher Belanglosigkeit.

(Ralph Pfister)

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