09.12.2008 16:35 Uhr -
So können einem in der Bahn die Gesichtszüge entgleisen: Ihre Fahrt hatten sich Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) anders vorgestellt. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) sind amerikanische Gutmenschen, die Entwicklungsarbeit in China leisten. Vor dem Heimflug will sich das Paar eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking bis nach Moskau gönnen. Wer die Transsibirische Eisenbahn kennt, weiß, dass sie ein Erlebnis der besonderen Art ist: Das Schlafwagenabteil teilt man sich mit vier bis sechs Fremden, aus den Lautsprechern dringt Marschmusik, die stickigen Kabinen werden mit Kohleöfen beheizt und die Toiletten - wenn man sie so nennen darf - sind vereiste Löcher im Boden.
Dank Carlos (Eduardo Noriega) und dessen Freundin Abby (Kate Mara) geraten die Touris ins Visier der russischen Polizei. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Immerhin: Auf so engem Raum kann man große Freundschaften schließen. Oder große Feindschaften: Ihr "Soft Sleeper"-Abteil teilen sich Roy und Jessie mit dem dubiosen Spanier Carlos (Eduardo Noriega) und dessen amerikanischer Freundin Abby (Kate Mara). Anfangs gibt sich Carlos freundlich, doch bald wird klar, dass er ein Geheimnis hat. Als er bei einem Zwischenstopp spurlos verschwindet, steigen kurz darauf zwei unerfreuliche Fremde in den Zug ein: Die russischen Polizisten Grinko (Ben Kingsley) und Kolzak (Thomas Kretschmann) wollen Carlos finden.
Die ist nicht zimperlich bei ihren Ermittlungen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bei ihrer Suche nach der Wahrheit greifen sie zu immer brutaleren Mitteln. Zug und Charaktere rasen ihrem Schicksal entgegen... Sehr gute Darsteller inklusive kettenrauchender Fieslinge und teils packende Schmuddel-Atmosphäre bieten über weite Strecken feine Thriller-Unterhaltung.
Feine Thriller-Unterhaltung die nur gegen Ende aufs Abstellgleis gerät. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Doch so recht scheinen weder Anderson noch sein Drehbuchautor Will Conroy eine klare Vorstellung davon gehabt zu haben, wo die Reise eigentlich hingehen sollte: Gegen Ende rollt
Transsiberian unentschlossen vor und zurück, wie eine Märklin-Modelleisenbahn, die am Ende lustlos entgleist.