17.11.2008 12:16 Uhr -
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Wenn ein Videospiel für seine hollywoodreife Handlung bekannt ist, heißt das noch lange nicht, dass Hollywood auch reif für eine Videospielverfilmung ist. Mal ehrlich: Steht auf der Liste Ihrer Lieblingsstreifen eine Game-Adaption? Irgendwas läuft doch mit diesen Filmen immer schief. Entweder gehen die Fans entrüstet auf die Barrikaden oder Nicht-Kenner der Vorlage schütteln verständnislos den Kopf. Filme wie
Resident Evil setzen auf eine gameplaynahe Inszenierung mit maximaler Ballerei bei minimaler Handlung. Streifen wie
Hitman hingegen wagen den Versuch, der virtuellen Vorlage Tiefgang einzuhauchen. Doch eine wirklich runde Sache ist weder der eine noch der andere Ansatz - wenn auch die genannten Werke zu den besseren Beispielen von Game-Verfilmungen zählen.
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Selbiges erhoffte man sich nun auch von
Max Payne. Dessen Optik überzeugt zunächst: Düstere Film-noir-Bilder, die - ähnlich wie bei Sin City - comicartig überspitzt sind. Weißer Schnee rieselt auf schwarzen Asphalt. Blutrot kolorierte Zwischenbilder (die an Hitchcocks
Marnie erinnern) erscheinen immer dann, wenn es zu Schusswechseln kommt. Max Payne (Mark Wahlberg) könnte auch Philip Marlowe heißen; die Welt, in der er sich bewegt, wirkt wie das stilisierte Abziehbild eines 40er-Jahre-Detektivfilms. So weit, so zufriedenstellend.
Doch hat sich der Reiz des Visuellen erst einmal abgenutzt, fällt umso stärker auf, dass der Film eine reichlich konventionelle Rächer-Story schildert, die obendrein nur äußerst lose auf der Videospielvorlage basiert: Max Payne, einst ein anerkannter Cop, ist seit dem Mord an seiner Frau und ihrem gemeinsamen Baby nur noch ein Schatten seiner selbst. Fieberhaft versucht er, das Verbrechen aufzuklären; alles andere ist ihm egal. Eines Tages stößt er auf die Fährte des Drogenlords Lupino (Amaury Nolasco, Prison Break), der das hochpotente Halluzinogen "Valkyr" vertreibt. Potztausend, welch ein Zufall: Paynes Frau arbeitete für einen Pharmakonzern, der offensichtlich seine Hände bei der Herstellung des Rauschmittels im Spiel hatte. Natürlich muss Max Payne noch zahlreiche Magazine leerballern und dabei mächtig grimmig aus der Wäsche schauen, bis er das gesamte Mordkomplott enträtselt hat.
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Ein sonntäglicher
Tatort bietet im Vergleich zu dieser lauen Story regelrechten Nervenkitzel. Auch die Actionszenen hat man in anderen Filmen schon beeindruckender gesehen. Vor allem die Inszenierung von Kugeln, die in Zeitlupe fliegen, wurde zuletzt in
Wanted besser umgesetzt. Was bleibt also Lobendes über
Max Payne zu sagen? Die Filmemacher haben sich sichtlich Mühe gegeben. Für einen sinnfreien Feierabendstreifen reicht das Spektakel aus. Hier wäre jedoch mehr möglich gewesen.