16.09.2008 13:27 Uhr -
Echte Helden (v. l. n. r.: Jay Baruchel, Brandon T. Jackson, Ben Stiller, Robert Downey Jr. und Jack Black) mit ihrem Regisseur (Steve Coogan, r.) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Kennen Sie den Film
Satans Alley - ein hochbrisantes Drama über die Liebe zweier Pfaffen? Und wie steht‘s mit dem eiskalten Actionkracher
Scorcher 6 (Untertitel: "Wer hat den Kühlschrank offen gelassen?")? Oder mit der furz-fidelen Comedy
The Fatties - Fart 2? Was??? Sie kennen diese Filme nicht? Merkwürdig. Dabei sind es die neuen Blockbuster der Superstars Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), Jeff Portnoy (Jack Black) und Tugg Speedman (Ben Stiller).
Die Leinwand-Stars Tugg Speedman (Ben Stiller, r. ) und Jeff Portnoy (Jack Black, l.). [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die Trailer zu den Streifen können Sie im natürlich Internet anschauen (kein Witz!), oder aber im Vorprogramm von
Tropic Thunder bewundern (ebenfalls kein Witz) - dem sagenhaften Kriegsfilm, in dem die Hollywood-Haudegen erstmals gemeinsam vor der Kamera stehen. Krass: Bei den Dreharbeiten in Vietnam mussten die Top-Akteure eine ultraharte Vorbereitung absolvieren.
Method Actor Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Kirk Lazarus - berüchtigt für sein Method Acting - hatte bereits im Vorfeld große Anstrengungen auf sich genommen: Um in seiner Rolle als schwarzer (!) Sergeant zu überzeugen, hatte er seine Haut operativ verdunkeln lassen. Noch verblüffender waren aber die lebensnahen Umstände, die
Tropic Thunder-Regisseur Cockburn (Steve Coogan) für seine Schauspieler geschaffen hatte. Die Filmberühmtheiten mussten sich beispielsweise im vermeintlich echten Kugelhagel und bei "realen" Folterverhören behaupten!
Das Filmteam dreht in unwirtlicher Umgebung. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Ihre vietnamesischen "Trainingspartner" wirkten derart authentisch, dass man beinahe hätte meinen können, es handle sich bei ihnen um wahrhaftige Drogenschmuggler. Doch welcher Regisseur würde seinen Darstellern derartige Gemeinheiten zumuten?! Das wäre doch der Stoff, aus dem bitterböse Satiren gestrickt sind. Oder respektlose Spott-Arien, die Hollywoods Superstars als Knattermimen vorführen. Ähem... Willkommen in der Realität -
Tropic Thunder ist genau so ein schräger, fieser Film!
Ben Stiller führt selbst Regie und produziert. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Regisseur und Hauptdarsteller Ben Stiller wartet mit der genialsten Komödienidee des Jahres auf und zieht sein Veralberungskonzept gnadenlos durch. Ähnlich wie bei
Cloverfield oder
Blair Witch Project gaukelt auch
Tropic Thunder Pseudo-Realismus vor: Monatelang wurde der Streifen im Internet beworben, mit angeblich echten Homepages der Darsteller, auf denen auch die Trailer ihrer (natürlich rein erfundenen) Filme zu sehen waren.
Ben Stiller selbstironisch als eitler Hollywood-Star. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Tropic Thunder ist ein Film im Film, der permanent in seiner Rolle bleibt. Ein paar verhätschelte Akteure drehen ein Kriegsepos, und der Zuschauer ist sozusagen "live" dabei, wenn die Knallschargen - natürlich in dem Glauben, von Kameras beobachtet zu werden - völlig unbedarft in eine reale Kriegssituation mit vietnamesischen Drogenschmugglern stolpern.
Jack Black mimt den extrovertierten Jeff Portnoy, der wiederum einen GI spielt. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Doch nicht nur Hollywoods verblendete Stars bekommen hier ihr Fett weg - die gesamte Filmbranche wird durch den Kakao gezogen! Vom exzentrischen Pyrotechniker bis hin zum brustbehaarten, cholerischen Produzenten (Achtung: Tom Cruise in abstruser Verkleidung!) verballhornt
Tropic Thunder sämtliche Showbiz-Stereotypen.
Robert Downey Jr. ist als "Schwarzer" zum Schreien. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vor allem in der ersten Filmhälfte ist dabei jeder Gag ein Treffer. Wie etwa Ben Stiller den glutäugigen, aber tumben Actionhelden mimt, ist wirklich zum Schreien komisch. Die absolute Brüller-Show liefert aber Robert Downey Jr.: Wie er als Möchtegern-Afroamerikaner "Motherf***" rufend durch den Dschungel stapft - das hat schon Kultpotenzial! Sein irres Motto: "Ich bin nur ein einfacher Kerl, der einen Kerl spielt, der vorgibt, ein anderer Kerl zu sein". Alles klar?
Zum Ende hin wird's zunehmend albern. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Leider verliert der Plot mit fortlaufender Handlung an Fahrt und gipfelt schließlich in einem allzu albernen Showdown. Doch diese Mankos sind vergeben und vergessen, wenn am Ende der Abspann läuft, zu dem Tom Cruise eine erstaunlich "smoothe" Hip-Hop-Tanzeinlage zum Besten gibt. Was bleibt, ist der Eindruck einer herrlich aberwitzigen Hollywood-Satire. Dafür hat Ben Stiller ganz sicher den "Kreischenden Affen" verdient - eine im Film genannte Auszeichnung, mit der sich Stiller ganz nebenbei auch noch über die teilweise recht skurril klingenden Namen diverser Festival-Preise lustig macht.