20.08.2008 13:14 Uhr -
In den Klonkriegen heißt es Droidenarmee gegen Klonsoldaten. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Keine Fox-Fanfare, eine eigenwillige Interpretation von John Williams‘ legendärem Musikthema, kein Lauftext im Weltall: Bereits die ersten Sekunden des neuen
Star-
Wars-Films machen deutlich, dass die guten alten Zeiten für
Krieg-
der-
Sterne-Fans vorbei sind. Und als hätten es diese vorher geahnt, schenkten sie sich das wochenlange Campieren vor den Lichtspielhäusern diesmal und überlegten gründlich, ob sie zum Pilotfilm einer kommenden Fernsehserie überhaupt unbedingt ins Kino gehen müssten. Gänzlich ohne Vorab-Hype startete also "Episode Zweieinhalb" und die runter geschraubten Erwartungen entpuppen sich tatsächlich als vollkommen berechtigt.
Die Jedi-Anwärterin Ahsoka kann höchstens sehr jungen Star-Wars-Fans als Identifikationsfigur dienen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Anakin Skywalker (re.) und seine Padawan-Schülerin müssen einen Huttling befreien.
So merkwürdig das erscheinen mag, ist die Story einerseits vollkommen banal, andererseits wie bei der vorangegangenen Prequel-Trilogie unnötig kompliziert, verwirrend und unlogisch.
Die Klonkriege gegen die Droidenarmeen der Separatisten sind in vollem Gange. Allerorten suchen die Jedi-Ritter nach Verbündeten im Kampf um Frieden in der Galaxis. Doch ein Abkommen mit Jabba the Hutt über die Nutzung seiner Handelsrouten droht an einer Intrige zu scheitern. Der Sith-Lord Count Dooku lässt Jabbas Sohn entführen, um die Jedi bei dem Verbrecherkönig in Misskredit zu bringen. Also machen sich Anakin Skywalker und seine kindliche neue Padawan-Schülerin Ahsoka Tano auf, den Hutt-Nachwuchs zu befreien und auf seinen Heimatplaneten Tatooine zurückzubringen. Dabei ist ihnen Dookus Gehilfin Asajj Ventress dicht auf den Fersen.
Unsympathisch wie eh und je: Anakin Skywalker - Sie wissen schon: der, der später zu Darth Vader wird. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Dass dem ohnehin wenig sympathischen Charakter Anakin auch noch ein nervtötender Sidekick zur Seite gestellt wird, der höchstens bei sechsjährigen Zuschauern gut ankommen dürfte, legt die Vermutung nahe, dass genau diese Zielgruppe erreicht werden soll. Zu den empathieabweisenden Protagonisten gesellt sich über weite Strecken nichts als Langeweile. Die Tücke des Konzepts schlägt voll zu: Der Film soll eine Brücke zwischen den bekannten Episoden II und III schlagen, sodass keinerlei echte Überraschungen möglich sind. Kleinere dramaturgische Kniffe versuchen die Macher gar nicht erst einzubauen. Lieber zelebrieren sie den weiteren Niedergang des früher so originellen Fantasie-Universums mittels unpassender Albernheiten, dümmlicher Robotersprüche und altbackener Sticheleien zweier Hauptfiguren, die sich zunächst nicht ausstehen können.
Count Dooku ist einer der wenigen, die im O-Ton von ihrem Darsteller aus den Realfilmen gesprochen werden; in diesem Fall Christopher Lee. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Komprimiert auf fünf Minuten als Einleitung für ein Computerspiel wäre all das vielleicht angemessen. Als Kinofilm oder gar Serienstoff entbehrt es jeder Dramatik und Spannung.
Die größte Enttäuschung ist aber wohl, dass die vormals viel gerühmte Trickschmiede des George Lucas auch technisch alles andere als überzeugende Arbeit leistet. Ein optisches Effektfeuerwerk wird wahrlich nicht geboten. Sah der digitale Cartoon-Stil auf Standbildern noch nach einer künstlerisch interessanten Interpretation des Stoffes aus, wirken die Figuren in Bewegung vollkommen hölzern, plump und leblos. Von Pixar- oder Dreamworks-Niveau ist die Animationsqualität mindestens einen Hypersprung entfernt.
Auch der grammatikalisch etwas eingeschränkte Yoda ist wieder mit von der Partie. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Daher fällt es fast schon leichter die jüngsten Star-Wars-Verballhornungen von
Robot Chicken oder
Family Guy als vollwertige Fortführung der Science-Fantasy-Reihe zu akzeptieren, als mit diesem kindgerechten Videospiel-Werbespot warm zu werden. Selbst Fans, die der neuen Trilogie noch einiges abgewinnen konnten, müssen zugeben, dass der Zauber von einst endgültig verflogen ist.
Bei der zweiten neuen Figur, Asajj Ventress (li.), handelt es sich ebenfalls um eine Frau. Sie steht allerdings auf der dunklen Seite der Macht. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Fazit: Möge der Murks mit Euch sein: George Lucas spielt dunkle Seite der Macht und versetzt seiner einst legendären Kinosaga den Todesstoß.