Tim Burtons Ritter mit der dunklen Seele: Batman, 1989 Text: Jonathan Dean, übersetzt von Steve Buchta "Es geht um einen Typen, der sich als Fledermaus verkleidet, und egal was irgendwer sagt, das ist sonderbar. Wenn man so was hell und leuchtend umsetzen will, dann sollte man Superman oder den 'Zuckerwatte-Mann' nehmen, aber nicht Batman."
1989:
Tim Burton, dazu herausgefordert, eine Figur wiederzubeleben, die zuletzt 1966 als schrille Karikatur auf der großen Leinwand zu sehen war, sucht nach einem frischen Ansatz.
Die Multiplexe der 80er hungerten nach Superhelden.
Superman war mit Teil 3 (
Der stählerne Blitz) und 4 (
Die Welt am Abgrund) verdorben worden. Obgleich
Warner bereits 1979 die Rechte erworben hatte, hielt man den umhangtragenden Kreuzritter lange Zeit zurück.
Spielberg,
Dante oder
Reitman als Regisseur?
Sheen,
Gibson oder
Brosnan in der Hauptrolle? All das war möglich und doch wurde das Projekt letztlich
Tim Burton übergeben - einer Gothic-Ikone, die trotz selbstbewusster, einzigartiger Vorstellungen bald den enormen Druck spürte.
"Einige Monate bevor Superman herauskommen sollte, ging ich auf eine Comic-Convention", erklärt der Mann, dessen Lebenslauf bis dato
Pee-Wee's Big Adventure,
Beetlejuice und eine Handvoll Kurzfilme enthielt. "Jemand von Warner hielt eine Präsentation und die Fans zerrissen ihn in der Luft. Ein Typ stand auf und sagte: 'Ich werde diesen Film boykottieren und jedem sagen, dass sie die Legende zerstören!' Dann gab es riesigen Applaus. Das habe ich niemals vergessen."
Um die Fanboys auf seine Seite zu ziehen, entschied sich Burton für den
Batman des
Alan Moore, die düsteren Jahre. Er wollte einen klaren Bruch mit den billigen Kloppereien der
Adam-
West-Ära. Ein tiefgründiger und problembehafteter Antiheld in bedrohlicher, germanischer Sichtweise, bei der die Stadt eine düstere Metropole ist, mit Charakteren direkt aus dem
Cabinet des Dr. Caligari. Sein Batman sollte so schattenverhangen sein, wie es die Marke verdiente.