28.07.2008 16:32 Uhr -
Der selbstverliebte Zyniker Octave (J. Dujardin) genießt sein Leben. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Octave ist ein selbstverliebter Zyniker, wie er im Buche steht. Die Welt des erfolgreichen Werbetexters dreht sich für ihn nur um ihn selbst, darüber hinaus besteht sie aus Markenklamotten, schnellen Autos, sexy Frauen und jede Menge Koks. Als der Egomane mit der schönen Kollegin Sophie anbandelt und sich zu seiner eigenen Überraschung verliebt, scheint die Rettung aus seinem oberflächlichen Partyleben greifbar.
Eine Liebe und der folgende Zusammenbruch ändern seine Perspektive. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Doch dann weist er sie - ganz der alte Egoist - rüde zurück, als sie ihn mit ihrer Schwangerschaft konfrontiert, und verliert sie wieder. Zurück in der Welt der Drogen, kommt es zum Absturz. Als Octave sich nach der Entlassung aus der Entzugsklinik wieder dem Auftrag eines wichtigen Kunden zuwendet, beschließt er, es der geleckten Werbewelt um sich herum mal so richtig zu zeigen.
Kein Film wie andere, möchte man als Erstes über diese Adaption des gleichnamigen Beststellers des aus der Werbebranche stammenden Franzosen Frédéric Beigbeder urteilen. Den Insider-Roman, der ob seiner Bissigkeit schon die Gemeinde der Kritiker spaltete, zu verfilmen, erwies sich als kein leichtes Unterfangen. Und so ging Regisseur Jan Kounen (
Blueberry) seinen zeitweilig psychedelischen Trip auf höchst ungewöhnliche Art an: Seine Satire ist in einzelne Kapitel unterteilt, lässt Octave in die Kamera sprechen, Hauptdarsteller Jean Dujardin zeitweilig in weitere Rollen schlüpfen und hält so der ganzen Dekadenz und dem unerträglichen Sich-selbst-allzu-wichtig-Nehmen der Branche auf originelle Art den Spiegel vor.
Jetzt will er es der geleckten Werbewelt zeigen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Der höchst eigenwillige Inszenierungsstil - "abgefahren" wäre wohl das trendigste Wort hierfür - wartet gegen Ende mit einem interessanten Kniff auf und spannt den Bogen geschickt zum Anfang, nicht ohne es dabei ab und an zu übertreiben und dann wieder mit seltsamem Weichspüler zu irritieren. Ein Film, der das Publikum definitiv spalten wird.