10.07.2008 15:07 Uhr - In dieser Woche berichteten wir bereits über das vermeintliche Freigabe-Chaos bei der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Stein des Anstoßes war eine Altersfreigabe ab 12 Jahren für die ungeschnittene DVD-Fassung von
Iron Man, der von Concorde Home Entertainment veröffentlicht wird. Da im Kino eine geschnittene Fassung des Films lief, die ebenfalls ab 12 Jahren freigegeben war, vermuteten die Kinozuschauer bislang, dass die FSK für den Kinostart entsprechende Kürzungen anordnete. Ein aktuelles Interview mit Tina Minor, die für die FSK im "Sekretariat der Ständigen Vertreter, Titelregister, Vereinfachtes Verfahren" tätig ist, stellt den aktuellen Fall jedoch etwas anders dar.
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Demnach reichte Concorde kurz vor dem geplanten Kinostart am 1. Mai zur Prüfung bereits eine gekürzte Fassung von
Iron Man ein. Wahrscheinlich gingen die Verantwortlichen mit dieser Entscheidung auf Nummer sicher, da unbedingt eine Freigabe ab 12 Jahren gewünscht war und die durch die FSK befürchtete Einstufung ab 16 Jahren den zuvor veranschlagten Kinostart-Termin gefährdet hätte. Die ungeschnittene Fassung bekam die FSK demnach erst zu Gesicht, als Concorde diese nun für die DVD prüfen ließ. Allerdings hieß es auch dieses Mal: "freigegeben ab 12 Jahren". Es ist also davon auszugehen, dass Concorde auch für den Kinostart den ungekürzten
Iron Man vorgelegt hätte, wenn zwischen Prüfung und angedachtem Starttermin mehr Zeit gewesen wäre. Somit wären die Zuschauer auch auf der Leinwand in den Genuss der unbeschnittenen Comic-Verfilmung gekommen.
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Etwas anders verhält es sich mit dem Kinostart von
Der Unglaubliche Hulk am 10. Juli, der ebenfalls von Concorde vertrieben wird. Die FSK bestätigte uns, dass der Filmverleih zunächst die Originalfassung des Films prüfen ließ, die eine Freigabe ab 16 Jahren erhielt. Da Concorde jedoch auch eine "FSK 12"-Fassung auf die Leinwand bringen wollte, die bekanntermaßen für eine größere Zielgruppe zugänglich ist, ließ das Unternehmen nochmals eine gekürzte Variante des Films prüfen, der mit dem erhofften grünen Sticker gekennzeichnet wurde. Im Vergleich der beiden Fassungen ist der beschnittene Hulk nun zwei Minuten kürzer geraten. In vielen Kinos wird allerdings auch die 16er-Fassung des Films zu sehen sein. Eine entsprechende Übersicht
finden Sie hier. Der FSK ist in diesen Fällen demnach nichts anzulasten. Wir bedanken uns bei Frau Minor und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft für die schnelle und ausführliche Stellungnahme.