28.04.2008 14:01 Uhr -
Pelle und Jacob erleben den Trubel der Randale zum 1. Mai. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Vier Regisseure - drei Episoden.
1. Mai erzählt von drei getrennt voneinander gedrehten Geschichten rund um die am Tag der Arbeit übliche Krawallkultur in Berlin, die ganz nebenbei miteinander verwoben werden.
Da ist der Bereitschaftspolizist Uwe, der mit dem Kopf nicht bei der Sache ist, weil seine Frau (eine Vegetarierin!) mit dem Metzgersohn fremdgeht. Als er dem Vorschlag seiner Kollegen nachkommt und, um auf andere Gedanken zu kommen, in den Puff geht, endet das Erlebnis für ihn wenig später mit gebrochener Nase.
Zum zweiten sind da die beiden Kumpels Martin und Pelle, die extra aus dem Umland hierhergekommen sind, um da zu sein, wo was abgeht. Aber irgendwie läuft der ganze Tag nicht so, wie sie ihn sich vorgestellt haben. Und schließlich fördern eine Knarre und eine Tüte Drogen Erschreckendes zutage. Derweilen stromert der kleine Türke Yavuz, obwohl sein Bruder es ihm verboten hat, durch die Straßen - mit dem festen Plan, "einen Bullen platt zu machen". Als er dabei dem Alt-68er Harry begegnet, endet auch für diese beiden die Bekanntschaft schmerzhaft.
Zwar mögen die drei Storys hinsichtlich ihres Tiefgangs nicht so richtig zusammenpassen und vor allem die Geschichte um Martin und Pelle scheint etwas dick aufgetragen. Doch mit dem Hintergrund der Unruhen am Tag der Arbeit - real an einem 1. Mai vor Ort in Berlin gedreht - findet sich ein Bindeglied, das die drei Dramen irgendwie zusammenhält und dem Ganzen ein Stück Authentizität verleiht. Unter dem Gesichtspunkt, dass hier vier verschiedene Regisseure am Werk waren (die Story um die beiden Jugendlichen wurde von zweien gemeinsam realisiert), ein ganz interessantes Puzzlespiel - aber keines, das im Gedächtnis haften bleibt.