25.04.2008 14:32 Uhr -
Superhelden-Film mit Heavy-Metal-Mucke: "Iron Man" [Quelle: siehe Bildergalerie]
Er ist ein Held ohne Kräfte. Ein Kotzbrocken, der erst aus einer Not heraus zum Krieger der Moderne mutiert. Ein Selfmademan, der sich die goldene Ganzkörper-Waffe selber zusammenschraubt. Kurzum: Iron Man ist anders als seine Comic-Kollegen. Und gerade das macht ihn enorm interessant. Geradezu inflationär war in jüngster Vergangenheit der Kino-Einsatz allerlei illustrer Sprechblasen-Figuren. Iron Man, der metallene Macho, ragt aus dieser Masse heraus, jedoch ohne das eigene Genre zu verraten.
Selbstgefällig: Waffenhändler Tony Stark (Robert Downey Jr.) [Quelle: siehe Bildergalerie]
Im Gegenteil: Regisseur Jon Favreau zelebriert in seiner Verfilmung die Bilderbuch-Vorlage, entstaubt sie aber auch zugleich. Der Streifen rockt - das merkt man schon in den ersten Filmminuten! Zu hämmernder Metal-Mucke brettert Waffenproduzent Tony Stark (Robert Downey Jr.) durch die afghanische Wüste. Im feinen Zwirn und einen kühlen Drink schlürfend will der Playboy seine neueste Turbowaffe begutachten. Unterwegs aber wird er von Terroristen abgefangen und zum Bau einer verheerenden Rakete gezwungen.
In Gefangenschaft baut sich Stark eine martialische Ritterrüstung. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Anstatt zu gehorchen, klöppelt sich Tony heimlich einen Eisenpanzer zusammen, mit dessen Hilfe ihm die Flucht gelingt. Durch das Erlebnis aufgerüttelt, beginnt Tony zu Hause in den USA mit der Arbeit an einem Hightech-Harnisch. Als Iron Man zischt er fortan zu den globalen Krisenherden und räumt dabei - selbstredend - auch den einen oder anderen Bösewicht aus dem Weg.
Mit High-Tech-Veränderungen wird aus Tony Stark der Iron Man. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Natürlich kommt es dabei auch zu actionreichen Monsterkloppereien - das gehört zum Superhelden-Genre schließlich mit dazu. Regisseur Favreau bietet jedoch mehr, als es bei Vergleichswerken wie
Transformers oder
Fantastic Four der Fall war: Neben all den obligatorischen CGI-Mätzchen und der lautstarken Bombast-Action gibt es auch feinsinnige Gags, eine Hauptfigur mit psychologischer Tiefe und bitterböse Seitenhiebe auf die aktuelle US-Politik. So ist
Iron Man insgesamt ein ebenso kurzweiliger wie cleverer Film geworden, der AC/DC-Elektrogitarren-Krawall mit Anspruch verbindet - klasse!
Übrigens: Bleiben Sie auf jeden Fall bis nach dem Abspann im Kinosessel sitzen!