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Street Kings

Action:
Humor:
Spannung:
Erotik:
Anspruch:
Film-Wertung:
Gelungener Genre-Film konventioneller Machart, der überraschend überzeugend geraten ist

Filmkritik
19.04.2008 20:18 Uhr -
[Quelle: siehe Bildergalerie]
Der Polizist Tom Ludlow (Keanu Reeves) ist ein harter Mann. Privat heruntergekommen und von Sorgen gequält, die der Alkohol schon lange nicht mehr wegspülen kann, ist er im Job ein zielstrebiger Profi. Um Dealer, Räuber oder Entführer zur Strecke zu bringen, kennt Ludlow weder juristische noch moralische Grenzen. Sein einflussreicher Boss, Captain Jack Wander (Forest Whitaker), hält ihm dabei den Rücken frei, so dass der Cop auch weiterhin seine fragwürdigen Methoden zur Anwendung bringen kann. Doch wie sehr sich Ludlow mit diesem Vorgehen bereits selbst zum Mann für die Drecksarbeit degradiert und zum Werkzeug anderer gemacht hat, bemerkt er erst, als es zu spät ist. Ein brutaler Mord in den eigenen Reihen rüttelt ihn wach. Ist es für eine Umkehr auf den rechten Weg inzwischen zu spät? Bald sitzt nicht nur der Ermittler für interne Angelegenheiten (Hugh Laurie) Ludlow im Nacken, auch die Kollegen sehen in ihm zunehmend eine Gefahr.

David Ayer und James Ellroy kennen sich mit Polizeifilmen nur allzu gut aus. Ayer schrieb die Drehbücher zu Training Day, Dark Blue und S.W.A.T. Aus Ellroys Feder stammen die Romanvorlagen zu L.A. Confidential, Black Dahlia sowie die Story zu Dark Blue. So verwundert es nicht, dass auch ihre Zusammenarbeit Street Kings, bei der Ellroy als Autor auftrat, während Ayer den Regieposten übernahm, eine klassische Polizistengeschichte bietet. In ca. 107 Minuten setzt das Gespann die bekannten Muster von guten Cops, bösen Cops und die Grauzonen dazwischen routiniert in Szene. Diese handwerklich geradezu lehrbuchhafte Machart ist es dann auch, an der sich die Kinogänger scheiden werden.

Wer einen typischen Genrefilm erwartet, bekommt einen soliden Cop-Thriller geboten, der alle gewohnten Versatzstücke beinhaltet und mit einer gelungenen Besetzung aufwartet. Forest Whitaker überzeugt als mächtiger König der Straßen und trumpft in affektgeladenen Szenen besonders auf. Keanu Reeves gelingt es mehr und mehr sich von seiner Berufsjugendlichkeit zu verabschieden, obgleich die Darbietung als heruntergekommener Polizist, der am richtigen Weg zweifelt, noch einige Reminiszenzen an frühere Arbeiten aufweist und daher nicht jeden vollends überzeugen dürfte. Bei der Wahl der Nebendarsteller bewies man ein glückliches Händchen. Auch ohne großen Raum für detaillierte Charakterisierungen erschließen sich die Wesenszüge kleinerer Parts, wie die von Hugh Laurie oder Jay Mohr, mühelos.

[Quelle: siehe Bildergalerie]
Kinobesucher die sich von Street Kings frischen Wind im Genre erhoffen, könnten jedoch allzu leicht enttäuscht werden. Welche der vermeintlich undurchschaubaren Gestalten hier auf welcher Seite steht, erkennt der geübte Zuschauer in wenigen Minuten. Überraschende Wendungen oder neue Einfälle gibt es bei der Story nicht. Auch die filmische Umsetzung weckt immer wieder Erinnerungen an ähnliche Werke. Da ist die aufgehende Sonne Los Angeles', welche die düstere Welt der Polizisten auf moralischen Abwegen nicht mehr erhellen kann. Es gibt Szenen kompromissloser Gewaltdarstellung, die eine eindeutige Zuordnung in gut und böse schwer machen. Die gesprochenen Worte zeugen von einem rauen Umgangston, der alle Figuren als echt harte Kerle klassifiziert. All das gab es schon unzählige Male und das Prinzip erlebte nicht zuletzt mit den Filmpreis- und Kritiker-Erfolgen von L.A. Confidential, Training Day und Departed - Unter Feinden einige Ehrungen.

[Quelle: siehe Bildergalerie]
Liebhaber von Werken eben dieser Couleur, die zwischen all den überzogenen Actionkrachern, Superheldengeschichten oder Judd-Apatow-Komödien dieser Tage sehnlichst auf Nachschub warten, sollten sich die Street Kings daher nicht entgehen lassen.

(Steve Buchta)

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